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Havelland Kritik am Party-Verbot in Rathenow
Lokales Havelland Kritik am Party-Verbot in Rathenow
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10:53 11.08.2014
Mehr Ruhe will die Rathenower Stadtverwaltung. Quelle: dpa (Archiv)
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Rathenow

Maria K. schreibt: „Ich finde das echt ätzend. Jedes Jahr freut sich Jung und Alt auf das Right-Now-Open-Air am Wolzensee und nun ist es gestrichen. Echt blamabel.“ Wolfgang K. schimpft: „Rathenow wird für junge Leute immer unattraktiver – echt schade, was hier seitens der Stadtverwaltung schon über Jahre kaputt gemacht wird.“ Und Marie P sieht sich bestätigt, dass es richtig war, Rathenow zu verlassen: „Wieder ein Grund mehr dafür weggegangen zu sein und nicht mehr wiederzukommen. Ihr sucht doch euer eigenes Grab. Schulschließungen, Eindämmen der Freizeit- und Feiermöglichkeiten etc. Aber für die Buga reicht das Geld dann wieder. Tolle Rentnerstadt.“

Aber auch in der Redaktion haben sich Leser gemeldet. Joachim Voit aus Rathenow meint, es sei schön, dass auf die Nachtruhe der Bürger so großer Wert gelegt wird. „Aber man kann es auch übertreiben. Ein öffentliches Interesse liegt für die Jugendlichen also nicht vor, wenn sie entsprechend ihres Alters und ihrer Bedürfnisse am entlegendsten Ende der Stadt Veranstaltungen durchführen wollen.“ Und das, so Voit, obwohl Lautstärkemessungen an den nächst gelegenen Gebäuden keine beunruhigenden Werte ergaben. „Wahrscheinlich hat ein dem Rat der Stadt nahe stehender Bürger Beschwerde eingelegt, dem man umgehend Folge leisten musste. In einer Stadt, in dem einem Bürger das Licht des Weihnachtssterns auf dem Märkischen Platz schon auf die Nerven gehe und für Aufregung sorgt, könne man nichts anderes erwarten. „Hier wurde eindeutig an Interessen von Jugendliche vorbei entschieden. Kein Wunder, dass es an anderen Stellen zu unliebsamen Zwischenfällen kommt, zum Beispiel Schmierereien an Gebäuden. Mehr Toleranz wäre sicher im Interesse der jungen Bevölkerung, zumal solche Veranstaltungen nicht täglich stattfinden.“

Keine Ausnahmegenehmigungen mehr

Anfang des Jahres informierte das Rathenower Gewerbeamt den Veranstalter darüber, dass es für derartige Veranstaltungen keine Ausnahmegenehmigungen mehr geben soll. Die Rathenower Stadtverwaltung beruft sich auf das Immissionsschutzgesetz des Landes Brandenburg, das den einzelnen Bürger vor Lärm schützt und von 22 bis 6 Uhr Nachtruhe vorschreibt. Für Veranstaltungen mit Außengastronomie gilt Mitternacht als zeitliches Limit.

Liegt ein öffentliches Interesse vor, kann die Stadt allerdings auch Ausnahmen genehmigen. Zum Beispiel zum Stadtfest, zur Kneipennacht oder zum Drachenboot rennen.

Kommentar von Joachim Wilisch

So vertreibt man junge Leute

Da begeben sich die jungen Leute zu ihren Open-Air-Konzerten schon aus der Stadt hinaus. Feiern sollen sie dennoch nicht. Die Verwaltung pocht auf das Nachtruhe-Gebot. Wenn junge Leute nicht ab und zu feiern dürfen, werden sie dorthin gehen, wo das möglich ist – in die große Stadt. Zurück bleibt Rathenow – eine Stadt der Alten und Kranken, in der eine Buga stattfindet. Die Kommunalpolitiker aus Rathenow dürfen nicht nur über den Demografiewandel und die Abwanderung klagen – sie müssen etwas dagegen tun. Es ist ja nicht so, dass hier an jedem Abend Rambazamba bis in den frühen Morgen angesagt ist. Feste und Konzerte am Wolzensee ebenso wie in der Innenstadt gehören unverzichtbar zum Leben in einer Kleinstadt wie Rathenow, wenn das Leben in ihr lebenswert sein soll.

Von Joachim Wilisch

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