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Küchentipps von der Dessert-Königin

Falkensee Küchentipps von der Dessert-Königin

„Maronen schreien nach Kirschwasser“, sagte Karina Appeldorn dieser Tage, gefragt nach Geheimtipps aus der Dessertküche. Aber so richtig geheim hält sie ihr Wissen nicht. Jetzt war sie zu Gast beim Falkenseer Frauenstammtisch, zu dem die Landtagsabgeordnete Ursula Nonnemacher von den Grünen eingeladen hatte.

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Karina Appeldorn mag Süßes auf ungewöhnliche Art.

Quelle: Judith Meisner

Falkensee. „Maronen schreien nach Kirschwasser“, sagte Karina Appeldorn dieser Tage, gefragt nach Geheimtipps aus der Dessertküche. Aber so richtig geheim hält sie ihr Wissen nicht. jetzt war sie zu Gast beim Falkenseer Frauenstammtisch, zudem die Landtagsabgeordnete Ursula Nonnemacher von den Grünen eingeladen hatte.

Karina Appeldorn ist „Patissier des Jahres 2015“. Das Restaurantmagazin Gault Millau kürte sie zur besten Süßspeisenköchin Deutschlands. Sie kreierte bis vor wenigen Monaten magische Nachspeisen im „First Floor“, dem Restaurant der Berliner Luxusherberge Palace in der Budapester Straße.

Die Wahl-Falkenseerin aus Thüringen erzählte von ihrer gerade beendeten Südamerikareise. „In Argentinien gibt es göttliches Gebäck“, schwärmte sie. Ein halbes Jahr war sie in Argentinien, Bolivien und Chile unterwegs.

Nun also wieder Falkensee: Am liebsten würde die gelernte Köchin im Havelland ein bodenständiges Familienrestaurant eröffnen; bisher fehlt dazu allerdings die passende Immobilie. Denn am Wasser sollte das Ausflugslokal schon liegen. „Mit sandgescheuerten Tischen“, wünschte sich Ulrike Bundschuh, Mitarbeiterin der Landtagsabgeordneten. Und irgendjemand rief seinen Sonntagsbraten-Traum in die Runde: „Rouladen!“

Trotz Fußball-Halbfinale waren viele Stammtisch-Freundinnen in Hotel „Kronprinz“ gekommen und fragten all das, was sie schon immer von einer hochgelobten Köchin wissen wollten. Wie entsteht das überirdische Dessert namens „Waldspaziergang“, wollte Gastgeberin Ursula Nonnemacher wissen. Die 30 Zuhörerinnen erfuhren, dass alle Komponenten, also Mousse, Eiscreme, gebratener Steinpilz (ja, es gibt auch herzhafte Aromen im Appeldorn-Dessert), Thymian und Himbeeren tagsüber vorbereitet werden. Sie warten gekühlt in Schränken oder Schubladen, bis sie abends auf die Teller der Gäste dürfen.

Die Dessertkönigin erklärt, wie sie zu ihren auf den ersten Blick ungewöhnlich anmutenden Kreationen kommt: „Ich stelle mir vor, dass Steinpilz zu Beeren sehr gut schmecken könnte. Und so ist es dann auch!“ Leider gibt es diese zauberhafte essbare Landschaft „Wintertag“ mit Zuckerwatte aus Eukalyptus nicht mehr auf dem Dessertteller des First Floor. Das Restaurant wird zurzeit umgebaut.

Auch von den weniger glamourösen Seiten ihres Berufes erzählte Karina Appeldorn, etwa dem 18-Stunden-Tag oder dem legendär rauen Ton in der Küche. Doch das störte sie nicht wirklich. Wichtiger war ihr die Rolle als „Mutter der Nation“, wenn sie sich die seelischen Nöte der jungen Köche anhörte und sie tröstete.

Die 39-Jährige verfasste inzwischen ein eigenes Patisserie-Buch während der erwähnten 18-Stunden-Schichten, quasi nebenbei. Nach einem Jahr war es fertig und wartet nun auf einen Verleger. Einen Reisebericht über die Monate in Südamerika will Karina Appeldorn als E-Book veröffentlichen. Wir werden also wieder von der Super-Köchin hören beziehungsweise lesen. Und darauf darf man sich freuen.

Von Judith Meisner

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