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Havelland Künstler und Bauern streiten um Halle
Lokales Havelland Künstler und Bauern streiten um Halle
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00:34 17.07.2015
Das Stahlgerüst für die neue Lagerhalle steht bereits. Quelle: Norbert Stein
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Strodehne

Ist noch Platz für Landwirtschaft mitten in einem Dorf? Verträgt sich die Landwirtschaft und die touristische Entwicklung in einem Dorf wie Strodehne, das auch durch zugezogene Künstler neue interessante Zukunftsperspektiven hat? Das sind Grundsatzfragen, die Walter Aue aufwirft. Der Schriftsteller lebt mit seiner Frau seit 15 Jahren in Strodehne, wo derzeit am Backofenberg eine landwirtschaftliche Lagerhalle entsteht. Walter Aue ist die Halle in seiner Nachbarschaft „ein Dorn im Auge“.

Marko Paproth betreibt seit 1992 in Strodehne einen Landwirtschaftsbetrieb. Gemeinsam mit drei Angestellten bewirtschaftet er 300 Hektar Land. Zudem hat Paproth eine Mutterkuhherde mit 90 Tieren. Im Sommer sind die Tiere auf der Weide. Über Winter kommen sie in einen Stall hinterm Backofenberg, dem Ortskern von Strodehne. Gegenüber von dem schon seit Generationen genutzten Stall ist der Landwirt nun dabei, eine Lagerhalle zu errichten. Gebaut wird die 30 Meter lange, zwölf Meter breite und vier Meter hohe Halle auf ehemaligem Gartenland, das er käuflich erworben hat. Das Stahlgerüst für die Halle steht schon.

Halle ist größer als die Häuser ringsherum

Spätestens im Herbst soll der komplette Bau fertig sein. Für die Errichtung der Lagerhalle hat er eine Baugenehmigung. Lagern möchte der Landwirt in der Halle 500 bis 600 Ballen Heu und Stroh, als Winterfutter für seine Tiere. Weil eine solche Möglichkeit fehlt, muss Marko Paproth derzeit das Heu und Stroh noch im Freien lagern. Futterverluste und zusätzliche Transportfahrten sind die Folge. Eine Lagerhalle direkt am Stall zu haben, bedeutet für Paproth, den Betrieb wirtschaftlicher betreiben zu können. „Landwirtschaft ist ohnehin schon schwierig genug“, sagt er.

Für Aue und seine Nachbarn ist die Lagerhalle eher ein Ärgernis, weil sie nur unweit ihrer Grundstücke und Häuser errichtet wird. „Alle Widersprüche wurden abgelehnt“, sagt Paproth. Er sieht sich rechtlich auf der sicheren Seite. Walter Aue kann dem Bau der Lagerhalle nichts sinnvolles abgewinnen. „Die Proportionen dieser riesigen Metallhalle sind weitaus größer als die umliegenden Häuser der hinzugezogenen Fremden. Und dies in der Ortsmitte des Dorfes, wo früher ein blühender Obstgarten war“, schreibt Aue in einem Brief. Für den heute 85 Jahre alten Schriftsteller, der mehrere Bücher über Fontane und Strodehne veröffentlicht hat, ist nach dem Bau eines erweiterten Bootsanlegers an der Havel die Lagerhalle ein weiterer Akt „der Selbstverstümmelung eines schönen Fontane-Dorfes“.

Das Havelland habe für alle Platz – auch für die Kühe und Kälber eines Tierzüchters, schreibt Aue. „Aber bei aller Liebe – sie gehören nicht in die Mitte eines schon öfters ausgezeichneten Dorfes, das sich einer zunehmenden Beliebtheit erfreut“. Der Landwirt könne andere leerstehende Ställe nutzen für die Lagerung, meint Aue. Jeder könne seine Ansichten haben und äußern, meint Gemeindebürgermeister Andreas Hoffmann. Aber mit einer rechtskräftigen Baugenehmigung sei gegen die Errichtung der Lagerhalle nichts einzuwenden, sagt Hoffmann als Bürgermeister. Zur Ästhetik könne man schon eine persönliche Meinung haben.

Von Norbert Stein

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