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Künstlern über die Schulter geschaut

Rathenow Künstlern über die Schulter geschaut

Im ganzen Land Brandenburg konnte man am Wochenende Künstlern über die Schulter schauen. Im Westhavelland öffneten zum Tag des Offenen Ateliers 17 Werkstätten ihre Türen. Und weil das Wetter mitspielte, wurde an manchen Orten sogar im Freien gemalt.

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Larissa Weber gehörte zu den Mitgliedern des Karl Mertens Kunstvereins, die im Garten malten.
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Quelle: Uwe Hoffmann

Havelland. Am ersten Wochenende im Mai beteiligten auch in diesem Jahr wieder viele westhavelländische Künstler am landesweiten Aktionswochenende, den „Tagen des offenen Ateliers“, einer Kooperation zwischen den Kulturverwaltungen der Landkreise und dem Kulturland Brandenburg. Im Westhavelland öffneten die Künstler 17 Ateliers, Werkstätten und Galerien in Gülpe, Wolsier, Landin, Ferchesar, Milow, Premnitz und Rathenow. „Wenn man bedenkt, wie viele Veranstaltungen am Wochenende in der Region stattfinden, ist dieses große Interesse an Kunst schon beachtlich“, sagte Roger Lewandowski. Der Landrat besuchte in diesem Jahr den Kunsthof von Künstler Gerhard Göschel auf dem Galm und ging auf einen Rundgang durch die Ateliers des Künstlerehepaars Christa und Karlheinz Biederbick, die Kunsthalle Bahnitz mit der Ausstellung „Lebenszeit“ mit internationalen Künstlern sowie die Ausstellung im Vierseitenhof König.

In Rathenow konnten die Besucher im „Offenen Atelier im Kulturzentrum“ Malerin Ute Arndt über die Schulter schauen. Im Atelier arbeitete sie gerade an einem neuen Gemälde in Mischtechnik mit Acrylfarbe. Das Motiv wird dabei zunächst als Sandschicht und darüber mit Marmormehl leicht dreidimensional aufgebracht. Danach folgen viele Arbeitsgänge, in denen Acrylfarbe in mehreren Schichten – eher lasierend – aufgetragen werden. „Dadurch entsteht eher der Eindruck eines Aquarells“, erzählt Ute Arndt. „Seit zirka zehn Jahren beschäftige ich mich zum Ausgleich mit dem Hobby Malerei. Mit einem Kurs in Ölmalerei bei Michael Student habe ich begonnen. Seit einem Jahr erlerne ich bei Jordis Hammer aus Gülpe das Arbeiten in dieser Mischtechnik.“

Gabriele und Annelie Knobloch (re) hatten in die Freie Schule für Musik & Kunst Ton Art am Körgraben eingeladen

Gabriele und Annelie Knobloch (re.) hatten in die Freie Schule für Musik & Kunst Ton Art am Körgraben eingeladen.

Quelle: Uwe Hoffmann

Zum ersten Mal öffneten Musiklehrerin Gabriele Knobloch und Künstlerin Annelie Knobloch zum Tag des offenen Ateliers die Türen der am 10. Februar am Körgraben neu eröffneten Räume. Die in Premnitz gegründete Freie Schule für Musik & Kunst „TonArt“ unterrichtet in Premnitz, Rathenow, Hohennauen, Rhinow, Nennhausen und Milow. Die Räumlichkeiten – ein ehemaliger Friseursalon – schaffen mit den großen Schaufenstern nicht nur viel Tageslicht, sondern erlauben neugierigen Passanten auch einen Blick in das Kunstatelier. Der Musikunterricht an über einem Dutzend Instrumenten, Gesang, Tanz, Schauspiel und musikalischer Früherziehung findet in den Räumen neben statt. „Die Schülerzahlen sind nach Erweiterung der Räume noch einmal gestiegen“, so Gabriele Knobloch. Annelie Knobloch experimentiert viel mit Techniken und Motiven. „Porträts gehören zu meinen Lieblingsmotiven“, sagt die vielseitige Künstlerin. „Ich mische sie gern mit abstrakten Elementen.

Die Besucherzahlen in diesem Jahr werden den Rekord aus dem Jahr 2016, als 5200 Menschen unterwegs waren, wohl nicht brechen. Neben den weiteren Veranstaltungen in Rathenow feierten viele Familien die Jugendweihe ihrer Kinder. Aber einige Rathenower besuchten sowohl den Maritimen Tag im Optikpark und beispielsweise das Atelier des Karl Mertens Kunstvereins in der Semliner Straße. Hier probierte sich Adele Hentschel an einer neuen Mischtechnik aus. „Das kreative Arbeiten mit den unterschiedlichsten Materialien macht mir viel Freude“, so die 83-jährige Premnitzerin. Nachdem sie regelmäßig ihre Enkelin zu einem Malkurs in die Premnitzer Arche brachte, griff sie, ermutigt durch die Kursleiterin, selbst zum Pinsel.

Von Uwe Hoffmann

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