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Havelland Künstlertour durchs Havelland
Lokales Havelland Künstlertour durchs Havelland
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15:50 21.07.2017
Kunst und Kaffee: Helge Warme mit Roger Lewandowski und Bruno Kämmerling (v.r.). Quelle: Marlies Schnaibel
Havelland

In jungen Jahren hatte sich Roger Lewandowski einst für einen Job im Kulturbereich beworben, es klappte nicht, er landete in der „Inneren Verwaltung“. Nun ist die Kultur doch zu ihm zurückgekehrt, als Landrat ist ihm das Referat für Kultur, Sport und Tourismus direkt unterstellt. Und da machte er sich am Freitag im Osten des Havellandes kundig.

Vor einer Woche besuchte er bereits Künstler im Westteil des Landkreises, am Freitag sah er sich in Zeestow, Brieselang, Schönwalde, Perwenitz und Falkensee um. Kultur-Referatsleiter Bruno Kämmerling begleitete ihn.

Roger Lewandowski wohnt seit 1994 in Falkensee. „Da glaubte ich eigentlich, ich kenne nach mehr als zwanzig Jahren vieles vom Havelland, aber ich werde immer wieder überrascht“, gestand er. Deshalb gehört für ihn eine regelmäßige Kreisbereisung zu seinem Job dazu. „Ich will alle Gemeinden besuchen“, sagte er, Rathenow, Schönwalde und Friesack machten den Anfang. Seine Künstlertour ist dabei eine thematische Ergänzung. Dabei begegnete er Künstlern, die er bereits kannte, und sah auch in neue Gesichter.

Er traf auf einen Mann aus dem Osten und drei Frauen aus dem Westen – allesamt wurden sie nach der Wende zu Havelländern. „Das Havelland ist ein guter Ort für Kunst und Kultur“, ist Lewandowski überzeugt. Dabei ließ er sich von der Idylle, der er am Freitag begegnete, nicht täuschen. Blumen im Garten, Kunst unter großen Bäume, Blicke über das weite Land, die blühenden Seerosen: bei allen Akteuren trifft Kunst auf Natur.

Bei dem Glasgestalter Helge Warme informierte sich Roger Lewandowski nicht nur über dessen ungewöhnlichen und ästhetisch gelungenen Umgang mit dem Material Glas, hier erfuhr er vieles über den weiten Weg, den Künstler bei der Akquise von Aufträgen gehen müssen. Das war keine Jammerei, das war nüchterne Schilderung des Arbeitsalltags. Aber dabei hielten sich weder Künstler noch Politiker lange auf, vielmehr konnte Helge Warme seinen Besuch für seine Kunst begeistern. Dabei war der Künstler dem Landrat schon längst aufgefallen, nicht nur durch Glasarbeiten – wie etwa die Gartenstelen zur Buga –, sondern vor allem durch den frechen „Tintenklecks“, mit dem Warme als Grafiker dem Reformationsjubiläum im Havelland ein Logo gab. Beim Thema „Reformation“ ist der Brieselanger Künstler bestens vernetzt im Havelland, gerade ist eine Ausstellung von ihm in der Zeestower Autobahnkirche zu sehen, außerdem arbeitet er an neuen Exponaten für eine Ausstellung, die im Herbst in Falkensee gezeigt wird.

Blick ins Atelier des Glaskünstlers Helge Warme. Quelle: Marlies Schnaibel

Vernetzt auf lokaler Ebene ist die Kunstfraktion 16 aus Schönwalde. In der Kunstlaube von Margrit Schober kommen die Künstler oft zusammen, hier war Roger Lewandowski am Freitag auch zu Gast, erfuhr von der kreativen Zusammenarbeit der Fraktion, die Profikünstler wie ambitionierte Amateure verbindet.

Kunst trifft Natur: Der Landrat zu Gast im Garten von Heide Kerwien. Quelle: Tanja M. Marotzke

Berührungsängste zwischen Profi- und Amateurkunst hat auch Heide Kerwien nicht. Sie war vor 17 Jahren aus Spandau nach Falkensee gezogen, die Bildhauerin hat ihr Wissen immer gern an andere weitergegeben. Haus und Garten sind zu einem Gesamtkunstwerk geworden, in dem sich stark abstrahierte Plastiken und niedliche Tierfiguren begegnen. Das war gewissermaßen Vielfalt auf kleinstem Raum, denn künstlerische Vielfalt sieht Roger Lewandowski als eine Stärke des Havellandes.

Blick in die Perwenitzer Ausstellung. Quelle: Marlies Schnaibel

In der Kulturmühle Perwenitz ist über die Jahre ein Ort gewachsen, der Kultur, Natur und Tourismus verbindet. Roger Lewandowski sieht in dieser Verbindung Potenzial. „Hier kamen ähnliche Themen zur Sprache wie im westlichen Havelland“, sagte Roger Lewandowski, denn ein gutes Angebot muss auch an die Leute gebracht werden. An vielen Stationen seiner Rundreise war es um Werbung gegangen. „Viele blicken da nach Berlin, wollen da stärker werben“, fasst er die Wünsche der Künstler zusammen. „Das nehmen wir mal mit“, sagte er im schönsten Politikerdeutsch. Denn so verstand er seine Reise: Kennenlernen, Verbindungen herstellen und sehen, wo der Kreis mithelfen oder etwas bewegen kann. Insofern war der Freitag anregend auf vielerlei Art.

Von Marlies Schnaibel

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