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Havelland Künstliche DNA bei der Schönwalder Feuerwehr
Lokales Havelland Künstliche DNA bei der Schönwalder Feuerwehr
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11:45 20.05.2015
Bürgermeister Bodo Oehme (links) beobachtet, wie die künstliche DNA aufgetragen wird. Quelle: Philip Häfner
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Schönwalde-Glien

Knapp zwei Monate ist es her, dass das Gebäude der Wansdorfer Feuerwehr von Einbrechern heimgesucht wurde. Die Täter kamen über Nacht, sie nahmen die Kettensäge mit. Als kurz darauf Orkan „Niklas“ übers Land zog und auch im Havelland zahlreiche Bäume umknickten, mussten die Feuerwehrleute erst einmal Ersatz beschaffen, ehe sie ausrücken konnten.

So etwas soll nicht noch einmal passieren. In der Gemeinde Schönwalde-Glien werden die technischen Geräte der sieben Ortsfeuerwehren und des Bauhofs deshalb zukünftig mit einer künstlichen DNA gesichert sein.

Gestern wurden die ersten Markierungen aufgetragen. Nach und nach sollen in Schönwalde alle Geräte mit einem gewissen Wert, von Motorsägen über Funkgeräte, Akkuschrauber und Bohrmaschinen bis hin zu Rasenmähern, gekennzeichnet werden. 1000 Euro lässt sich das die Gemeinde für den Anfang kosten.

Immer mehr Einbrüche in Brandenburger Feuerwehrdepots

Künstliche DNA ist eine lackähnliche Flüssigkeit, die auf Wertsachen aufgebracht wird. Durch diese Markierung wird der Besitz und Verkauf gestohlener Waren für Kriminelle deutlich risikoreicher. „Es ist ein klarer Eigentumsabdruck. Wenn er ausgehärtet ist, kann man ihn kaum noch entfernen, ohne das Diebesgut zu beschädigen“, erklärt Axel Matz, der Projektleiter für die Region Ost der Firma SDNA Technology. Das Unternehmen aus Baden-Württemberg hat die künstliche DNA für Schönwalde-Glien produziert. „Wir verzeichnen eine wachsende Nachfrage von Gemeinden in Brandenburg, weil immer wieder in Bauhöfe und Feuerwehrdepots eingebrochen wird“, sagt er. Diese lägen oft etwas abseits, außerhalb des Blickfelds aufmerksamer Nachbarn, und seien daher bevorzugtes Ziel von Dieben.

Erstmals eingesetzt wurde künstliche DNA in Großbritannien von einem Bahnunternehmen. Auch die Deutsche Bahn und die Telekom setzen auf diese Methode, um Kabeldieben das Handwerk zu legen. „Die abschreckende Wirkung ist enorm“, glaubt Axel Matz.

Mit bloßem Auge nicht zu erkennen

Mit bloßem Auge ist die künstliche DNA nicht zu erkennen. Sie wird erst unter UV-Licht sichtbar. Die Polizei im Havelland hat sich auf die neuen Sicherungsmethoden bereits eingestellt und setzt seit Längerem spezielle Lampen bei der Spurensuche ein. Potenzielle Täter werden mit dem Hinweis „Hände weg, unsere Wertsachen sind markiert!“ gewarnt. „Ziel ist es den Einbrechern von vornherein zu zeigen, dass Diebstahl keinen Sinn hat“, sagte Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme (CDU).

Wenn es nach ihm geht, schließen sich bald auch Firmen und private Haushalte dem Beispiel der Gemeinde an und setzen ebenfalls auf künstliche DNA, um ihr Hab und Gut zu schützen. Olaf Sawade hat er bereits überzeugt. Der Geschäftsführer einer Bautischlerfirma war gestern dabei, als das Verfahren vorgestellt wurde. Vor drei Monaten wurde bei ihm eingebrochen. Die Diebe stahlen Geräte im Wert von 4500 Euro, schafften es aber nicht mehr sie abzutransportieren, ehe Sawade und seine Frau aufkreuzten. Er weiß: So viel Glück wird er nicht noch einmal haben – daher der DNA-Schutz.

Eines kann indes auch die künstliche DNA nicht verhindern: den Diebstahl der Ortseingangsschilder, die regelmäßig verschwinden, zuletzt in Schönwalde-Dorf. „Die werden nämlich nicht weiterverkauft, sondern lagern privat bei irgend jemandem im Keller“, so Bürgermeister Bodo Oehme.

Von Philip Häfner

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