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Kulturförderverein beginnt Veranstaltungsreihe

Rathenow Kulturförderverein beginnt Veranstaltungsreihe

Der Kulturförderverein Mark Brandenburg hat den Grafenstall in Görne verlassen, wo er 20 Jahre lang seinen Sitz hatte. Mit einer kleinen Feier hat sich der Verein am Sonnabend dort verabschiedet, der damit seinen Umzug nach Premnitz abgeschlossen hat. Nun haben die Mitglieder Zeit und Kraft für neue Projekte, zuerst beginnen sie mit der neuen Reihe „Kultur im Alten Hafen“.

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Altbäckermeister Günter Thonke spricht am 3. August über das Brotbacken. Auf dem Foto ist er ganz links als Geselle zu sehen.

Quelle: foto: Bernd Geske

Rathenow. Der Kulturförderverein Mark Brandenburg hat den Grafenstall in Görne verlassen. 20 Jahre hatte der Verein seinen Sitz auf dem Anwesen seines Gründers Werner Bader. Nachdem dieser 2014 verstarb, hat der Verein am Sonnabend in Görne Abschied gefeiert. Wie die Vereinsvorsitzende Johanna Leu mitteilt, hat sie sich auf der Zusammenkunft bei allen Helfern bedankt, die von Ende März bis Mitte Juni dabei geholfen hatten, den Grafenstall zu räumen. Allein rund 12 000 Bücher waren dort von Werner Bader zusammengetragen worden.

Viele Bücher und anderes Inventar hat der Kulturförderverein an Vereine, Schulen und weitere Einrichtungen übergeben. Er hat seinen Sitz nach Premnitz verlegt und ein Büro im Kulturhaus Fabrikenstraße bezogen. „Hier haben wir einen Präsenz-Bestand von Büchern“, erklärt Johanna Leu, „die von Autoren stammen, die in der Mark Brandenburg gelebt und gewirkt haben.“ Es sei eines der Ziele des Vereins, die Literaturvielfalt der Autoren weiter zu preisen. Alle Interessierten könnten im Büro des Vereins die Bücher lesen und benutzen. Es sei aber nicht möglich, sie auszuleihen. Mit der Abschiedsfeier in Görne am letzten Sonnabend sei der Umzug nach Premnitz abgeschlossen.

Zweite Tafel der Märkischen Dichterstraße am 6. August

Im Grafenstall von Görne hatten vor vielen Jahren der nun schon verstorbene Werner Bader, Gründer des Kulturfördervereins Mark Brandenburg, und Egon Wochatz aus Spremberg die Idee, eine Märkische Dichterstraße auszurufen und auszugestalten.

Diese Dichterstraße soll eine Orientierung für Literaturliebhaber und Touristen sein, um Orte zu finden, wo im Land Brandenburg Schriftstellerinnen und Schriftsteller geboren wurden oder tätig waren, und um auf Aktionskreise literarischer Figuren hinzuweisen.

Die erste Tafel der Märkischen Dichterstraße ist am 4. Juni dieses Jahres in Bohsdorf (Landkreis Spree-Neiße) an den Erwin-Strittmatter-Verein übergeben worden, um künftig den berühmten Laden zu zieren.

Die zweite Tafel will die Vereinsvorsitzende Johanna Leu am 6. August in Guben (Landkreis Spree-Neiße) übergeben. Sie soll an den am 4. August 1903 dort geborenen Klaus Herrmann erinnern. Sein bedeutendster Roman ist „Die guten Jahre“, die Geschichte einer Gubener Fabrikantenfamilie.

Nachdem diese umfangreiche Arbeit beendet ist, haben die Mitglieder des Kulturfördervereins nun Zeit und Kraft, sich neue Aufgaben vorzunehmen. Der nächste Schritt soll die Veranstaltungsreihe „Kultur im Alten Hafen“ sein. Als Ort gemeint ist die Rathenower Gaststätte, in der Vereinsvorstandsmitglied Michael Schönberg Verantwortung trägt. Der damals noch nicht propagierte Auftakt der Reihe war am 8. April eine Einführung in die Dreigroschenoper, die einen Tag später im Kulturzentrum aufgeführt worden ist.

Eine richtige Veranstaltungsreihe entsteht ja auch erst dann, wenn es Fortsetzungen gibt. Am Mittwoch, dem 3. August, lädt nun der Kulturförderverein um 18 Uhr zur Veranstaltung „Geschichten und Sagen aus dem Havelland“ ein. Verschiedene Akteure tragen mehrere Sagen vor. Als Abwechslung dazwischen stellen fachkundige Leute verschiedene alte Handwerkstechniken vor. Abgerundet wird das Programm mit Harfen-Musik und die Gaststätte hält im Anschluss ein dazu passendes Menü bereit. „Wir möchten, dass die Veranstaltungen zirka alle zwei Monate stattfinden“, sagt die Vereinsvorsitzende Johanna Leu. Möglichst solle am ersten Mittwoch eines Monats etwas angeboten werden: Literatur oder Musik als kultureller Genuss und dazu passend Speisen und Getränke. Wie es der Name des Kulturfördervereins besage, Mark Brandenburg, sollten die Veranstaltungen aber nicht nur im Westhavelland stattfinden.

Von Bernd Geske

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