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Kulturscheune soll Besuchermagnet werden

Ribbeck Kulturscheune soll Besuchermagnet werden

Der Kulturverein Ribbeck will die denkmalgeschützte Scheune im Ortskern zu einem Kulturort mit Platz für bis zu 500 Personen ausbauen. Probleme könnte es aber mit der Ausweisung von Parkplätzen geben. Der Verein hofft, keine Stellplätze bauen und keine Ablösesumme zahlen zu müssen. Von der Stadt Nauen kommen diesbezüglich positive Signale.

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Die Scheune im Hintergrund soll ein weiterer Kulturort im Ribbecker Dorfkern werden.
 

Quelle: Tanja M. Marotzke

Ribbeck.  Karl Friedrich Ernst von Ribbeck hatte die Scheune im Ortskern von Ribbeck Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet, bis vor Kurzem war sie noch landwirtschaftlich genutzt worden, jetzt hat sie eine Zukunft als Kulturscheune vor sich – wenn alles klappt. Realisieren will das Projekt der Kulturverein Ribbeck e.V. „Wir möchten daraus eine einfache Halle mit Basisausstattung machen, in der beispielsweise auch mal ein Konzert stattfinden kann“, sagt Vorstandsmitglied Sonja Hermann zu den Plänen für einen weiteren Veranstaltungsort im weithin bekannten Dorf Ribbeck. Die Gäste werden auf gestampftem Boden stehen, es wird ein WC geben, aber keine Heizung. Zuletzt konnte man sich zur Ribbecker Sommernacht in diesem Jahr sowie kürzlich beim Oktoberfest des „Ribbäckers“ einen Eindruck von der Räumlichkeit verschaffen.

Vereinsmitglied Arndt Hermann hatte die Scheune vor etwa drei Jahren von einem Landwirt erworben. Wenig später brach ein Teil des Daches des mittlerweile maroden Gebäudes ein. Mit Hilfe von Fördergeld und Eigenmitteln gelang jedoch eine Notreparatur, das Gebäude konnte damit gesichert werden. Schnell wurde klar, dass es für eine private Nutzung eine Nummer zu groß ist. So entstand die Idee, dass Hermann die Scheune langfristig an den Kulturverein kostenlos vermietet, um das Einzeldenkmal zu einer Kulturscheune zu entwickeln.

Rund 240 000 Euro wird es kosten, die Pläne umzusetzen. „Der Rest vom Dach muss gemacht werden, eine Fassadensanierung ist erforderlich und die Holzkonstruktion des Dachstuhls ist derzeit an vielen Stellen durchgefault“, nennt Sonja Hermann die wesentlichen Punkte, die in Angriff genommen werden müssen. Ohne Förderung wird aber gar nichts gehen, darum hofft der Kulturverein auf Geld aus dem europäischen Leader-Programm. „Es gibt bereits ein positives Votum der Lokalen Aktionsgruppe Havelland, aber dies ist noch keine Zusage“, sagt Sonja Hermann.

Erst einmal wird eine Baugenehmigung benötigt, um Chancen auf die 75-Prozent-Förderung zu haben. „Den Antrag wollen wir auch demnächst stellen“, sagt Sonja Hermann. Doch vorher muss noch eine andere Sache geklärt werden, damit dem Verein die Sache finanziell nicht über den Kopf wächst. „Wir brauchen auch Stellplätze – rund 100 Stück –, und hoffen, dass wir diese auf den vorhandenen Parkflächen der Stadt nachweisen können“, so das Vorstandsmitglied. Sie möchte, dass die Kommune auf den Stellplatznachweis verzichtet und ebenso darauf, dass der Kulturverein alternativ laut Satzung eine Stellplatzablöse von knapp 350 000 Euro zahlt. Für ihn wäre dies nämlich keinesfalls zu leisten.

Die Nauener Verwaltung betrachtet den Antrag wohlwollend und hält es für möglich, dass die Stadt auf die Zahlung der Stellplatzablöse verzichtet. Dies wäre aber mit bestimmten Auflagen verbunden. In einer Stellungnahme heißt es: „Sofern sich die Betreiber der Kulturscheune dazu verpflichten, den Veranstaltungsort nur dann zu vermieten, wenn keine andere Großveranstaltung im Ortsteil stattfindet, kann aus Sicht der Verwaltung auf die Zahlung einer Stellplatzablöse entsprechend der Satzung der Stadt Nauen verzichtet werden.“ Darüber hinaus soll es jedes Mal eine frühzeitige Abstimmung mit dem Ortsbeirat und der Stadtverwaltung zur Verkehrslenkung und einer provisorischen zusätzlichen Parkplatzbereitstellung geben, wenn die Scheune voraussichtlich mit mehr als 200 Personen ausgelastet wird. Dazu hatte sich im Vorfeld der Ortsbeirat mit den anderen touristischen Akteuren in Ribbeck verständigt. Geplant ist, dass die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Ribbeck in ihrer Freizeit bei der Verkehrslenkung mithelfen.
Ob auf die Stellplatzablöse verzichtet wird, muss allerdings auch noch die Stadtverordnetenversammlung entscheiden. Zudem ist unklar, inwieweit die Baugenehmigungsbehörde des Landkreises die gefundene Lösung mittragen kann.

Für die Kommune wäre sie aber ein weiterer Beitrag zum Erhalt des Ribbecker Dorfkerns. Und selbst wenn die Summe gezahlt würde, hätte man keine Fläche, auf der sinnvollerweise eine weitere Stellplatzanlage errichtet werden könnte, heißt es. Der Bau eines neuen Großparkplatzes sei aber schon deshalb nicht gerechtfertigt, da die Kulturscheune vermutlich „nur an wenigen Tagen im Jahr komplett ausgelastet sein wird“.

Von Andreas Kaatz

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