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Kunst im Grünen

Parks im Havelland Kunst im Grünen

Anlässlich der Bundesgartenschau hat der Landkreis Havelland acht Landschaftsparks wiederherstellen lassen. Dort finden Besucher nun auch Kunst-Installationen.

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„Tropfen“ erinnern im Park Wagenitz an Vergänglichkeit.

Quelle: Fotos: Paetzel (4)

Havelland. Hinter der Pforte grüßt der alte Senzker mit seinem chinesischen Schwein Aurora. Die beiden Figuren aus einer Fontane-Erzählung stehen als rostige Metallsilhouetten im Vorgarten des Senzker Gutsparks. Eine Tafel informiert darüber, dass das Schwein einst ein Rennpferd im Wettlauf besiegte. Der alte Senzker kannte sein Schwein wohl gut: Es bedurfte nur genügend Publikum beim Training, damit Aurora beim gutbesuchten Rennen nicht nervös wurde. Die kleine Erzählung hinterlässt ein Schmunzeln auf den Lippen.

Nach ein paar Metern endet der akkurat gemähte Vorgarten des Parks, ein kühler dunkler Wald beginnt. Und die Ruhe hier ist himmlisch. Von irgendwo kräht ein Hahn, die mächtigen Laubbäume rauschen in der Sommerbrise. Sonst nichts. Der Spaziergang auf dem Pfad des Gutsparks entlang alter Platanen, Eichen, Buchen, Linden und mannshohem Schilf samt Teich dauert vielleicht 20, 30 Minuten. Ein Highlight der Tour ist das Mausoleum des Domherren zu Havelberg Otto Friedrich von Bredow (1726-1799), das in erst in diesem Jahr denkmalgerecht restauriert wurde. Auch ein Blick zur Seite lohnt sich, denn dort liegt das Schloss Senzke, das zwischen 1872 und 1874 gebaut wurde. Heute ist das mittlerweile restaurierte Herrenhaus in Privatbesitz und das Betreten ist verboten. Aber auch von Außen macht der helle Prachtbau einiges her. Am Ende des Rundgangs begegnet dem Besucher dann der bekannte Senzker Gärtner Joachim Heinrich Fintelmann, auch er steht als Metall-Silhouette im Vorgarten des Gutsparks. Eine Infotafel mit Erklärtext inklusive. Der Landschaftspark Senzke steht in diesen Tagen unter dem Motto „Fontane berichtet über Senzke“. Die Kombination von Kunst und Stille funktioniert hier richtig gut.

Der Landkreis Havelland hat mehrere Landschaftsparks in der Region wiederherstellen lassen. In dem Projekt „Parkgeschichten aus drei Jahrhunderten“ bekamen unter anderem auch die Parks in Nennhausen, Klessen, Wagenitz und der Gutspark in Stölln künstlerische Objekte samt Stelen und Infotafeln zur jeweiligen Geschichte. Besucher können die Grünanlagen im Zuge einer Radtour - rund 120 Kilometer lang - allesamt besuchen. Bestehende Radwege wurden zu einer Route zusammengefügt, ein Wegweiser-Logo schildert die „Park-Tour“ aus. Auch Wanderwege, Wasserstraßen und Kanu-Anlegestellen hat der Landkreis Havelland anlässlich der Bundesgartenschau (Buga) für die Besucher herrichten lassen. Das wird gut angenommen, erklärt Bruno Kämmerling, Buga-Verantwortlicher des Kreises. „Bislang kommen vor allem Besucher, die ohnehin Buga-Gäste sind“, so Kämmerling. Viele Gastronomen und Hoteliers in der Region hätten volle Häuser, aus der Branche komme derzeit viel gutes Feedback.

Beim Landkreis hofft man, dass die Region auch nach dem Ende der Buga mehr Touristen locken kann. Deshalb sei die Infrastruktur entwickelt worden. „Für uns sind ja nicht nur die 177 Buga-Tage interessant, wir wollen nachhaltig auf das Havelland aufmerksam machen“, so Kämmerling. Die Parks seien ein wichtiger Baustein. „Wir freuen uns, wenn Leute dort auf Kunstwerke stoßen und dann neugierig werden.“

Verlässt man Senzke in Richtung B5 und fährt geradeaus, gelangt man nach zweieinhalb Kilometern zum Wagenitzer Park. Zwischen alten Bäumen hängen dort weiße Gebilde von Metallrahmen, die an aufgehängte Knoblauchzehen erinnern. Die insgesamt 600 Tropfen aus Zeitungspapier, Kordel und japanischem Papier stehen für die Vergänglichkeit der Natur. Der japanische Künstler Takayuki Daikoku, der im Havelland lebt, verbindet damit Kunst und Landschaft im Wagenitzer Park.

Ein paar Meter weiter stößt der Besucher auf die Grabdenkmäler der Familie von Bredow. „In kindlicher Liebe den theuern Eltern zum Andenken gewidmet“ steht auf einem der verwitterten Steine. Von dem Park, der als barocke Anlage angelegt und später zu einem Park im englischen Stil umgebaut wurde, sind heute noch rund von rund zehn Hektar übrig geblieben. Ein Besuch lohnt sich allemal. Zumal der Hohenzollern-Park in Friesack nicht weit weg ist. Dort erstrahlt die Bronzestatue Friedrichs I. nun in neuem Glanz

Von Marco Paetzel

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