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Kunst neben rollenden Zügen

Konzept für Paulinenauer Bahnhofsgebäude Kunst neben rollenden Zügen

Für das seit Jahren leerstehende Paulinenauer Bahnhofsgebäude gibt es jetzt ein Nutzungskonzept, dem die Gemeindevertreter ihre Zustimmung erteilt haben. Voraussichtlich bis 2018 soll dort eine Kultureinrichtung entstehen. Geplant sind Künstlerwohnungen, Ausstellungsräume und ein Café.

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1847 entstand das Hauptgebäude, das 1884 ergänzt wurde.

Quelle: A. Kaatz

Paulinenaue. Lieber heut als morgen würde die Gemeinde ihr altes Bahnhofsgebäude mitten im Ort loswerden. Denn jährlich muss sie rund 5000 Euro ausgeben, um das leerstehende und sanierungsbedürftige Haus zu sichern. So hoffen die Paulinenauer auf einen Investor, der sich in das Gebäude verliebt und auch eine gute Nutzungsidee mitbringt.

Dieser Wunsch könnte jetzt endlich in Erfüllung gehen. Die Künstlerin Eleonore Straub, die auch im Havelland aktiv ist, interessiert sich für das klassizistische Haus. Sie möchte daraus eine Kultureinrichtung „Bahnhof Paulinenaue International“ machen. „Mein Wunsch ist, dass der Bahnhof aufblüht“, sagte sie kürzlich den Gemeindevertretern.

Erreichen möchte sie dies dadurch, dass in dem denkmalgeschützten Gebäude Atelierwohnungen für Künstler entstehen. Dafür sieht Eleonore Straub einen großen Bedarf, denn die freie Kunstszene in Berlin werde angesichts knapper werdenden Wohnraums immer mehr an den Rand gedrängt. In Paulinenaue – nur 30 Zug-Minuten vom Berliner Zentrum entfernt – hätten sie eine Ausweichmöglichkeit, wo sie für eine gewisse Zeit arbeiten können. Die Kulturschaffenden aus Brandenburg und Berlin, aber auch darüber hinaus sollen sich dabei mit dem Ort und seiner Geschichte auseinander setzen. Zudem sind Workshops mit Jugendlichen geplant, deren Ergebnisse auch im Bahnhof präsentiert werden sollen.

Neben den Wohnungen hat die Künstlerin auch Ausstellungsräume geplant, es soll Platz für die Darstellung der Ortsgeschichte geben sowie für ein Café. Außerdem will Eleonore Straub östlich des Gebäudes einen ebenerdigen Anbau errichten. „Wir gehen davon aus, dass es machbar ist und legen Wert auf einen Architekten, der das Gebäude sensibel behandelt“, versichert die Künstlerin. Dies betreffe auch die Bewahrung erhaltenswerter historischer Substanz im Innenbereich.

Eleonore Straub sieht zudem Parallelen zu anderen Kunstorten. So liege Paulinenaue zwischen dem Berliner Bahnhof in Hamburg und dem Hamburger Bahnhof in Berlin, die beide ebenfalls künstlerisch genutzt werden. Und Architekt Friedrich Neuhaus hat nicht nur beim Hamburger Bahnhof seine Spuren hinterlassen, sondern auch beim Paulinenauer.

Die Künstlerin, die das Projekt mit gestandenen Partnern umsetzen will, erhielt für ihr Konzept jetzt die Zustimmung der Gemeindevertretung. Nun will sie sich um Fördermittel bemühen. Angesichts der Bedeutung des Bahnhofs für die Region hofft sie, dass sie dabei Erfolg hat, denn nur dann kann das Vorhaben voraussichtlich bis 2018 umgesetzt werden.

Bürgermeister Erhard Hesse hat bei dem Projekt ein gutes Gefühl, bezeichnet es als alternativlos. „Uns kann nichts Besseres passieren, wenn das klappt.“ Zwar gab es auch in der Vergangenheit Interessenten, „die aber nicht vertrauenswürdig waren“, wie er meint. Mehrfach hatte die Gemeinde das Gebäude ausgeschrieben, doch wirtschaftliche Nutzungen brachte bisher keiner mit. Für rund 18 000 Euro soll das Haus demnächst den Besitzer wechseln.

Von Andreas Kaatz

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