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Havelland Kunstmomente in Schönwalde
Lokales Havelland Kunstmomente in Schönwalde
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17:08 13.06.2016
Ein volles Kunstwochenende in Schönwalde: Schauen, reden, lachen, hören, kaufen. Quelle: Marlies Schnaibel
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Schönwalde-Glien

Schönwalde als die Kulturhauptstadt des Havellands. Zumindest für das Wochenende traf die Bezeichnung durchaus zu. Dafür sorgte die junge Schönwalder Gruppe „Kunstfraktion16“, in der sich seit Jahresanfang Künstler und Kunsthandwerker der Gemeinde in loser Gruppe treffen, um gemeinsam etwas auf die kunstvollen Beine zu stellen. Und das war ihnen am Wochenende mit einer großen Doppelaktion gelungen.

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Havelländisches Künstlersymposium in Schönwalde-Glien bietet Kunst im Garten von Margrit Schober

Fraktionsmitgründerin Margrit Schober stellte Haus und Garten für den 1. Schönwalder Kunstmarktplatz und für den Abschluss des 10. Havelländischen Künstlersymposiums zur Verfügung. Malerei, Keramik, Objektkunst, Textiles, Gelesenes, Gesungenes, Puppengespieltes – die Mischung war bunt, wie es das kreative Potenzial der Gemeinde ist. An Marktständen und verteilt zwischen Bäumen und Sträuchern haben die Akteure ihre Arbeiten entspannt präsentiert.

Eine von ihnen ist Christine Link, die ihre Keramiken und Pastelle zeigt. „Es herrscht eine wunderbare Atmosphäre in dem Garten“, erzählte sie, „das Publikum war sieht interessiert und fachkundig.“ Sie freute sich über das großzügige Angebot von Margrit Schober, die ihren Garten für diesen Tag so geöffnet hat.

Den Einsatz der Gastgeberin und das Engagement des Schönwalder Fotografen Ingo Kuzia hob denn auch Andreas Ernst, Kulturdezernent des Havellandes, besonders hervor. Das Havelländische Künstlersymposium weilt – nach 2013 in Perwenitz – das zweite Mal in der Gemeinde Schönwalde-Glien. Diesmal wurde das Symposium, bei dem mehrere Künstler zu einem Thema arbeiteten, außerdem zu einer Veranstaltungsreihe ergänzt: Bei Podiumsdiskussion, Vortrag und Workshop wurde mit dem Märkischen Künstlerhof und mit der Volkshochschule Havelland in Falkensee zusammengearbeitet.

Die fünf teilnehmenden Fotografen haben drei Wochen zu dem Thema „Flüchtig“ auseinandergesetzt und es dabei als Vokabel für vergehende Zeit interpretiert. Im Garten von Schönwalde-Glien waren die Arbeiten der renommierten Künstler zu sehen. Peter Westphal hatte mit dem Plakatfoto dem Symposium ein hintersinniges, humorvolles Bild verpasst. Er selbst hatte das Thema in der Serie „Schaumschläger“ umgesetzt, entstanden sind surreal anmutende Bilder: eine Seifenblase wölbt sich wie eine Eiskugel auf der Waffeltüte; Seifenblasen werden von einem Tennisschläger bewegt, Schaum wölbt sich zu einer monstergroßen Ente in der Badewanne.

Auch die Französin Amélie Losier sorgte für einen heiteren Moment: Sie formte aus Fotografien einen Mini-Film, der wie ein kleines Gespräch zwischen der Fotografin und dem Berliner Fernsehturm geriet und im Stil alter Stummfilme aufbereitet war.

Im Havelland haben sich Stefan Boness und Karen Stuke umgesehen. „Als Kind bin ich oft mit den Eltern die Transitstraße an den Elstaler Kasernen vorbeigefahren“, erzählte er, jetzt hat er auf dem Gelände, das einst Olympisches Dorf und später Kaserne war, fotografiert und damit festgehalten, wie Geschichte an dem Ort verwittert, wie sie sich zum Teil verflüchtigt – da ist der marode Charme der Schwimmhalle, da sind Relikte von Nazikunst ebenso wie von sowjetischer Heldenmalerei.

Auf der Suche nach der Zeit hatte sich Karen Stuke begeben. Mit de Kamera Obscura fotografierte sie frei nach Theodor Fontane „Auf der Suche nach der Königseiche“ im Brieselang. Sie hat die Eiche nicht gefunden, aber mit der Lochbildkamera flirrende Momente des sich ständig verändernden Waldes eingefangen.

Flüchtige Momente hat Lene Münch in ihren Bildern gesucht. „Es sind Bilder, die jeder sieht, und ganz schnell wieder vergessen hat. Ich habe sie festgehalten“,erklärte die Fotografin ihre Arbeiten: das Moped in der Ecke, die Frau mit der Einkaufstasche, die offene Haustür. Sie rückt den Gegenstand der Fotografie frontal in den Mittelpunkt und macht ihn wichtig. Es sind Bilder, die in den vergangenen Wochen in Berlin entstanden sind, Alltagsbeobachtungen, wie sie auch im Havelland möglich sind.

Am Ende viele zufriedene Gesichter bei Veranstaltern, Künstlern und Besuchern. Und: „Das war nicht die letzte Aktion der Kunstfraktion16“, sagte Keramikerin Margrit Schober.

Von Marlies Schnaibel

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