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Kunstpreis geht ins Havelland

Perwenitz Kunstpreis geht ins Havelland

Der Brandenburgische Kunstpreis in der Kategorie Malerei geht ins Havelland. Ausgezeichnet wurde Eva Paul aus Perwenitz für ihren Miniaturzyklus „Im Tal der Barke“. Zu sehen sind die Bilder in der Ausstellungshalle von Schloss Neuhardenberg neben Arbeiten von 74 Künstlern des Landes.

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Kunstfülle in der Ausstellung: Rainer Ehrts Holzplastik „Die drei Gesichter des Baal“ ist unübersehbar in Größe und Aussage.
 

Quelle: Marlies Schnaibel

Perwenitz.  Es ist das größte Künstlertreffen des Landes: die Verleihung des Brandenburgischen Kunstpreises. 261 Frauen und Männer hatten sich um ihn beworben. Drei wurden geehrt. In der Kategorie Malerei ging der Preis in diesem Jahr an Eva Paul aus dem Havelland. Sonntag wurde er in Neuhardenberg verliehen.

Thomas Rother wurde für sein Wirken mit dem Ehrenpreis des Ministerpräsidenten geehrt

Thomas Rother wurde für sein Wirken mit dem Ehrenpreis des Ministerpräsidenten geehrt.

Quelle: Marlies Schnaibel

Eva Paul stammt aus Radebeul, sie studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und an der Hochschule für Graphik und Buchkunst Leipzig, sie floh Ende der 1970er-Jahre aus der DDR, schwamm durch die Donau in den politischen Westen. Sie landete in Westberlin, wo sie zwanzig Jahre lebte, ehe sie vor 17 Jahren nach Perwenitz zog. Auf dem Areal der Kulturmühle findet sie die Arbeits- und Lebensbedingungen, die sie für ihre Kunst braucht. Der Umgang mit Katzen und Pferden gehört dazu. Aber sie sagt: „Wenn ich male, ist es das, was ich bin.“ Immer wieder werden ihre Arbeiten mit „inneren Landschaften“ verglichen. Die Betrachter können sich in den stark ab-strahierten Landschaften versenken und sie können auf eine eigene innere Reise gehen. Das hat Eva Paul in ihren oft großformatigen Bildern immer wieder beobachten können. Nun hat sie den Brandenburgischen Kunstpreis aber gerade für besonders kleine Bilder bekommen. Ein Zyklus von Miniaturen, gerade mal 7,5 mal 9 Zentimeter groß, wurde von der Jury ausgewählt. Vielleicht ist es die Dichte und die Kraft, die der Malerei auch auf kleiner Fläche gelingen, die die Jury so überzeugt hat. Eva Paul zielt auf das Große im Kleinen, es ist eine gemalte Ansage gegen das „Schneller, Höher, Weiter“ unserer Zeit.

Glückwünsche für Eva Paul

Glückwünsche für Eva Paul.

Quelle: Marlies Schnaibel

„Im Tal der Barke“ hat Eva Paul ihren Zyklus genannt. Die Anregung dazu kam, als sie vor drei Jahren ihre Tochter in Portugal besuchte. Eine Form der Begegnung und Annäherung. Was bei einem Strandspaziergang wie
ein touristisches Motiv anmutete – eine verträumte Barke am Ufer – setzte bei Eva Paul einen Prozess in Gang. Die Barke wurde zum Sinnbild – fast schutzlos den Stürmen des Lebens ausgeliefert, ausgesetzt der Unendlichkeit des Raumes und der Zeit in all seiner Schönheit, aber auch Unfassbarkeit. „Wir Winzlinge“, so empfindet die Malerin den Menschen in der Welt. Und als Winzling taucht der Mensch in ihren Bildern auf. Kleine, fast strichmännchenartige Personen behaupten sich in einem Raum, der zwischen Traum und Realität zu liegen scheint.

Ausstellungsvielfalt in Neuhardenberg

Ausstellungsvielfalt in Neuhardenberg: Dazu zählt das Drahtgeflecht von Liz Mields-Kratochwil.

Quelle: Marlies Schnaibel

Verliehen wird der Brandenburgische Kunstpreis von der Märkischen Oderzeitung und der Stiftung Schloss Hardenberg, einer Sparkassenstiftung, die auch das edle Ambiente für die Preisverleihung und die Ausstellung zur Verfügung stellte. Bis in den Herbst sind dort die Arbeiten der Preisträger und von weiteren 73 Künstlern aus ganz Brandenburg ausgestellt. Aus dem Havelland sind außerdem Malereien von Ulrike Hogrebe, Gudrun Venter und Katharina Kulpok zu sehen.

Die Arbeiten zum Kunstpreis werden bis zum 8. Oktober in der Ausstellungshalle des Schlosses Neuhardenberg gezeigt. Geöffnet ist dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet fünf Euro.

Von Marlies Schnaibel

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