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Kunstprojekt geht zu Ende

Der „Versorgungsengpass“ in Strodehne Kunstprojekt geht zu Ende

Viel Streit gab es, als Künstler in Strodehne den „Versorgungsengpass“ eröffneten. 1,20 Meter lang reicht ein Steg über den Gehweg hinaus, Einwohner sorgten sich um die Verkehrssicherheit. Doch er hat aufmerksam gemacht auf den „Versorgungsengpass“ vor dem ehemaligen LPG-Essenraum. Rund 3000 Besucher haben sich dieses Projekt angesehen.

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Am Versorgungsengpass ist auch Treffpunkt für Gespräche.

Quelle: Norbert Stein

Strodehne. Einige Einwohner von Strodehne werden vermutlich das Hinweisschild „Vorsicht Kunst“ in der Dorfmitte vermissen. Das Schild hat seine Aufgabe erfüllt, aufmerksam zu machen auf den „Versorgungsengpass“ vor dem ehemaligen LPG-Essenraum, dem heutigen Vereinssitz der WerkFreunde Strodehne. Der „Versorgungsengpass“ ist ein Kiosk mit gelber Treppenkonstruktion, die als Steg über den Gehweg hinaus 1,20 Meter auf die Straße reicht. Gabriele Konsor, Birte Hoffmann und weitere Vereinsmitglieder organisierten das Ganze zu einem Landmade- Kunstprojekt „Kulturversorgungsraum“ als Beitrag zur Bundesgartenschau. Die Bundesgartenschau ist nun auf der Zielgeraden und damit sind auch für das Kunstprojekt die Tage gezählt.

„Daran könnte man sich fast gewöhnen“, sagt Ortsvorsteherin Edeltraud Massow. Sie lobt das Strodehner Kunstprojekt, das keine leichte Startphase hatte. Die bis auf die Straße reichende Landzunge fand zunächst nicht nur Zuspruch in der Bevölkerung. Einige Einwohner sorgten sich um die Verkehrssicherheit. Doch der Ortsbeirat stand nach einer Bürgerversammlung im Juni weiter zu dem Kunstprojekt. Kritische Stimmen verstummten und auch die Landwirte verzichteten zur Erntezeit auf einen Rückbau der Landzunge. „Es gab keinerlei Schwierigkeiten“, sagte die Ortsvorsteherin in einer Gemeindevertretersitzung.

Erfolgreich sein konnte das Kunstprojekt, weil die Akteure mitten im Dorf einen Treffpunkt geschaffen haben, der von Einwohnern und Dorfbesuchern gut angenommen wird. Zudem erreichen die Künstler mit ihren Ideen und Projekten zugezogene und alteingesessene Einwohner gleichermaßen. Der Kittelschürzenzirkel beispielsweise ist so eine Aktion. Rund 30 Besucher, hauptsächlich Dorfbewohner, kamen dazu in den Kulturversorgungsraum. Für ein Gruppenfoto auf der gelben Treppe zogen auch einige Männer die Kittelschürze an. Die Filmemacherin Malika Chalabi hatte zuvor einen Film präsentiert, in dem sie mit Strodehnerinnen über Kittelschürzen und Handarbeiten spricht. Der erste Kittelschürzenzirkel ist zugleich der Auftakt für das Landmade-Kulturprojekt 2016 „Strohdesign“. Mode und Arbeitskleidung fürs Land werden im Mittelpunkt stehen, gibt Gabriele Konsor einen ersten Ausblick auf das kommende Kunst- und Kulturjahr beim Verein WerkFreunde in Strodehne.

Bevor die Vorbereitungen für 2016 in den Mittelpunkt rücken, laden die Akteure am 4. Oktober um 15 Uhr in den Kulturversorungsraum, Großdorf 2, ein zu einer öffentlichen Gesprächsrunde. „Was hat der Versorgungsengpass mit dem Dorf gemacht“ lautet der Titel. Dabei soll eine Bilanz gezogen werden und erörtert werden, welche Impulse und Ideen für das Zusammenleben in Strodehne das Projekt geliefert hat. Die Abschlussveranstaltung ist für den 10. Oktober geplant, bevor am folgenden Tag der Versorgungsengpass endgültig schließt und zurückgebaut wird. Rund 3000 Besucher werden dann im Kulturversorgungsraum seit April gewesen sein. Die gelbe Treppenkonstruktion ist zur Nachnutzung zu vergeben. Interessenten können sich melden im Kulturversorgungsraum oder unter 03385 90645.

Von Norbert Stein

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