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Kunstrasenplatz steht auf der Kippe

Ketziner Sportstättenkonzept Kunstrasenplatz steht auf der Kippe

Das gesamte Sportstättenkonzept 2020 der Stadt Ketzin/Havel steht in Frage, wenn das größet Projekt nicht zustande kommt. Ein neuer Kunstrasenplatz soll gebaut werden. Aber die Fördermittel sind noch nicht klar.

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Quelle: Wolfgang Balzer

Ketzin/Havel. Ob an der Sportanlage im Friedrich-Ludwig-Jahn-Weg in Ketzin/Havel ein neuer Kunstrasenplatz gebaut werden kann, ist fraglich. Zwar steht dieses 400 000 Euro teure Vorhaben als eines der Kernprojekte im Sportstättenkonzept 2020 der Stadt, aber ohne Fördermittel ist es nicht realisierbar. Und genau diese Fördermittel in Höhe von etwa 300 000 Euro sind an Bedingungen geknüpft, die bisher nicht erfüllt werden konnten. Mit möglicherweise fatalen Folgen, wie Ketzins Kämmerin und Bauamtsleiterin Sabine Pönisch sagt: „Wenn der Kunstrasenplatz nicht kommt, können wir auch alle anderen Fördermittelwünsche bezüglich dieser Sportanlage vergessen.“

Neben dem Kunstrasenplatz, der als Ergänzung des Naturrasenplatzes entstehen und ein Bespielen zu allen Jahreszeiten ermöglichen soll, sind eine Funktionsgebäude mit Umkleideräumen, Duschen und Toiletten geplant, dazu 120 Stellflächen, die auch Strandbadbesucher nutzen können und eine Beachvolleyballanlage.

Zunächst für den Kunstrasenplatz hatte die Stadtverwaltung, wie von den Stadtverordneten beschlossen, einen Fördermittelantrag an den Verein Lokale Aktionsgruppe (LAG) Havelland vorbereitet. „Auf Grund der überzeugenden Unterlagen und eines guten Konzeptes wurde der Antrag so bewertet, dass eine Bewilligung der Mittel möglich ist“, sagt Mathias Meißner vom Ketziner Bauamt. Eine der letzten Voraussetzungen sei jedoch der Nachweis zur Finanzierung der Folgekosten für den Kunstrasenplatz, was bisher nicht gelungen ist. Einen wesentlichen Anteil der Pflege- und Bewirtschaftungskosten soll der FSV ’95 Ketzin/Falkenrehde (Fal-ke) übernehmen. So sehen es die Verwaltung und die Mitglieder des Ketziner Finanzausschusses. „Wenn Fal-ke Eigentümer des Platzes wird, muss der Verein auch etwas dazu beitragen“, fasste Stadtverordneter Thoralf Palm die mehrheitliche Meinung der Ausschussmitglieder zusammen. Die gaben die Empfehlung ab: Ohne Gegenleistung des Vereins kommt kein neuer Platz, schließlich habe die Stadt sich dazu bekannt, den rund 100 000 Euro großen Eigenanteil zum Bau des Platzes zu tragen.

Bei Fal-ke herrscht derzeit noch Zurückhaltung vor. Vereinsvorsitzender Günter Lang versucht zu erklären: „Solange wir die Folgekosten nicht genau kennen, können wir doch nicht sagen, dass wir die übernehmen.“ Er versicherte aber im Namen der 170 Mitglieder zählenden Vereins, grundsätzlich anteilige Kosten übernehmen zu wollen. Im Zuge dessen steht eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge im Raum. Dazu wolle man eine Befragung machen, sagt Lang. In der kommenden Woche ist ein weiteres Gespräch zwischen Verein und Stadt Ketzin/Havel angesetzt. Dann wird vor allem darüber diskutiert, ob es sinnvoller ist, eine Fremdfremdfirma mit der Pflege der neuen Anlage zu beauftragen oder ob die Stadt Ketzin zusätzliche Technik anschafft, um die wichtigsten Arbeiten vom eigenen Bauhof erledigen zu lassen. Der Verein Fal-ke müsste dann die wöchentliche Reinigung des Platzes übernehmen.

Von Jens Wegener

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