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Havelland Kunstverein besteht seit 20 Jahren
Lokales Havelland Kunstverein besteht seit 20 Jahren
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00:31 02.04.2018
Der neue Vorstand des Kunstvereins Brieselang (v.l.): Hans-Jürgen Brandtner, Elvira Kriebel, Ottmar Hinz und Renée Dressler von Martens. Quelle: Andreas Kaatz
Brieselang

Anfangs war Elvira Kriebel nicht unbedingt begeistert, dass sie nach Brieselang ziehen sollte – raus aus Berlin. Der Ort schien nicht viel herzumachen. „Was soll ich hier, war mein erster Gedanke“, erinnert sie sich.

Dann aber führte sie ihr Weg in den Märkischen Künstlerhof, sie lernte dort Künstler wie Guido von Martens und Renée Dressler von Martens kennen und war begeistert. „Wenn es hier solche Leute gibt, dann ziehe ich hierher“, fiel schon bald die Entscheidung.

Mit 13 Mitgliedern fing es an

Jetzt wurde sie erneut zur stellvertretenden Vorsitzenden des Kunstvereins Brieselang gewählt. Der begeht in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Mit 13 Mitglieder fing es 1998 an, schnell waren es um die 100 – so viel wie auch heute noch.

Der Name vermittelt den Eindruck, dass der Verein sich in erster Linie an Künstler richtet. Doch die neue Vorsitzende Renée Dressler von Martens sagt: „Wir wollen vor allem Nichtkünstler haben, die die Kunst im Ort unterstützen. Neue Mitglieder sind willkommen.“

Viel geschaffen in 20 Jahren

Bisher war Guido von Martens Vereinsvorsitzender. Er will sich jetzt mehr seiner Arbeit in verschiedenen Verbänden widmen. „Wir haben viel geschaffen in den 20 Jahren“, blickt er zurück. Zu den Höhepunkten der Vereinsarbeit zählen für ihn zweifellos die regelmäßig stattfindenden Künstlersymposien, das erste bereits 1998.

Die Ergebnisse dieser Werkstätten waren teilweise auch im Ortsbild präsent wie beim Tore-Symposium im Jahre 2002. Sechs Künstler aus fünf Nationen schufen etwa drei Meter hohe Tore als Sinnbild für die Polarität des Seins. Die Firma Rigips aus dem GVZ Brieselang hatte damals das Material geliefert. Zudem kamen die Künstler mit Bürgern und Schulklassen ins Gespräch.

Schwielen an den Händen

„Großartig war auch das Bildhauersymposium mit Kindern und Jugendlichen im Jahre 2011 unter dem Motto ’Sitz-Art’. Vorher waren auf dem Platz vor dem Haus Bänke zerschlagen worden. Da dachten wir uns: Wir machen mal ein Symposium, um zu zeigen wie schwer es ist, Bänke herzustellen“, sagt die Vereinsvorsitzende. Das Bearbeiten der Eichenstämme verursachte dann auch ordentlich Schwielen an den Händen.

Zudem blieb das Symposium „Wasserklangbilder“ in besonderer Erinnerung, das 2007 am Nymphensee stattfand. Dazu befanden sich auf dem See Skulpturen, in denen Wellen Klänge erzeugt haben. „Die Kinder haben dann immer extra Wellen erzeugt“, sagt René Dressler. Selbst eine Nymphonie war im Zusammenhang mit dem Symposium geschrieben worden.

Rotary-Club spendet Bank

Die Nymphe selbst steht seit Kurzem auf einer hohen Säule im Kreisverkehr an der L 202. „Das lief alles über den Kunstverein, die Initiative kam aus dem Verein“, sagt Guido von Martens, der die Skulptur geschaffen hat. Jetzt spendet noch der Rotary-Club Berlin-Zitadelle eine Bank, in deren Lehne alle Sponsoren eingraviert werden. Und auch eine Beleuchtung soll es noch für die Nymphen-Skulptur geben.

Aber der Kunstverein, der etwa zur Hälfte aus Brieselangern besteht, hat im Laufe der Jahre noch viel mehr gemacht. Die Shakespeare-Company war mit „Ein Sommernachtstraum“ im Märkischen Künstlerhof zu Gast. Es gab Open-Air-Kino mit Stummfilmen wie „Nostradamus“ oder „Metropolis“, aber auch das Potsdamer Kabarett „Obelisk“ sorgte für Unterhaltung.

Großer Zuspruch beim Sommerfest

Nicht zu vergessen die vielen Musikveranstaltungen und Feste im Märkischen Künstlerhof. So zog das Sommerfest im Vorjahr rund 300 Besucher an. Auch viele Berliner kommen, der Bahnabschluss vor der Haustür ist da sehr hilfreich.

Darüber hinaus gibt es Veranstaltungen, die sich speziell an die Vereinsmitglieder richten. „Jedes Jahr fahren wir in die jeweilige Kulturhauptstadt“, sagt Guido von Martens. Dieses Jahr geht es Ende April nach Valetta, die Hauptstadt Maltas. Der erste Ausflug führte 1999 nach Weimar.

Viele kennen den Verein nicht

Der bisherige Vorsitzende ist der Meinung, dass der Kunstverein noch einiges für seinen Bekanntheitsgrad tun sollte: „Viele kennen ihn gar nicht. Wir wollen den Verein in der Bevölkerung noch bekannter machen.“ Um sich zu informieren, kann man donnerstags von 14 bis 20 Uhr zum Galerietag kommen.

Zudem hält der Verein auch 2018 wieder ein breites Programm bereit. So wird es im Märkischen Künstlerhof unter anderem mehrere Ausstellungen geben, darunter „Apokalypse“ ab 23. Juni. Am 25. Mai wird zu Jazz mit dem „Christian Grabandt Quintett“ eingeladen, und am 25. August findet das Sommerfest mit zwei Bands statt.

„Da sieht man, dass wir nicht im Verborgenen agieren“, meint Elvira Kriebel. „Hier ist gelebte Kunst, wir sind nicht der Malclub um die Ecke.“

Von Andreas Kaatz

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