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Kurskorrekturen bei der Volksbank

Rathenow Kurskorrekturen bei der Volksbank

Die Niedrigzinsphase setzt allen Banken zu. Bei der Generalversammlung der Volksbank Rathenow wurde jetzt aber deutlich, dass die Bank weiter vor Ort bleibt und ihre Geschäfte den Vorgaben anpassen will.

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Abstimmung zur Generalversammlung.

Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild

Rathenow. Bernd Knust ist nicht zu beneiden. Zusammen mit dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Siegfried Mertin hat er noch eine Super-Bilanz nach der anderen für die Volksbank vorlegen können. Mertin ist längst im Ruhestand und Bernd Knust kann zu den Generalversammlungen noch immer Zahlen verkünden, die nicht schlecht sind. Aber die Niedrigzinsphase wirkt auch bei der Volksbank nach. „Wir haben uns darauf eingestellt“, sagt Knust. Er rechnet nicht damit, dass die Zeiten niedriger Zinsen von heute auf morgen vorbei sind.

Blick auf die nächsten Jahre

„Da spielen Dinge eine Rolle, die wir von Rathenow aus sowieso nicht beeinflussen können“, sagt er. Darum konzentriere man sich bei der Volksbank lieber darauf, das Unternehmen so zu stärken, dass es die kommenden Jahre gut übersteht.Und dazu musste die Volksbank auch ihren Kunden etwas abverlangen. „Einmal steht die Schließung einiger kleiner Filialen zu Buche“, erinnert Bernd Knust. Das habe die Bank tun müssen. „Diese Minifilialen waren auch nicht mehr zeitgemäß.“ Nunmehr gebe es Filialen in Havelberg, Schönhausen, Rathenow, Premnitz, Nennhausen und Rhinow. Dieses Netz solle so bestehen bleiben und den Kunden eine wohnortnahe Versorgung sichern.

Negativzinsen nicht für Kleinsparer

Ein anderer Schritt, den die Bank geht: Negativzinsen werden bei Firmenkunden mit Einlagen von über eine Million Euro erhoben. „Wir sehen das als Zeichen“, sagt Knust. Ziel sei nicht, den Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen. „Wir werden mit denen, die es betrifft sprechen. Man kann auch durch Umschichtungen und Umstrukturierungen Wege gehen, um die Negativzinszahlung zu vermeiden.“ Keinesfalls sei daran gedacht, Privatkunden und so genannte „Kleine Sparer“ mit Negativzinsen zu belegen. Zudem wurden die Kontoführungsgebühren für alle Kunden im vergangenen Jahr verändert.

Personal ist dritte Säule

Eine dritte Säule, mit der man das Unternehmen stärken will, ist die Personalentwicklung. „Wir sind nicht mehr in der Tarifbindung“, sagt Knust. Es gebe nun Altersteilzeitverträge und acht Prozent des Bruttogehaltes sind variabel. Ist die Bank erfolgreich, gibt es ein höheres Brutto, ist das nicht so, zahlt die Bank ein niedrigeres Brutto aus.

Die anderen Zahlen

Für Knust sind das Arbeitnehmerbeiträge, die auf die Sicherung der Arbeitsplätze zielen. „Das ist uns wichtig, denn wir wollen die Bank vor Ort bleiben.“ Und schließlich – das vernahmen die Mitglieder bei der Generalversammlung mit Wohlgefallen – ist die Volksbank das einzige Geldinstitut, das seinen Firmensitz im Westhavelland hat und beim Finanzamt Nauen gemeldet ist.

Laufen Sparverträge oder andere Sparmodelle aus, wird das Geld zumeist dem normalen Konto zugegeben. Das habe zur Folge, das diese Zahlen steigen. „Für die Bank selbst ist das aber kein Vorteil, weil es weniger lang angelegtes Geld gibt“, sagt Knust. Immerhin sei es gelungen, die Bilanzsumme um 3,9 Prozent (11,2 Millionen) zu steigern. „Zusammenfassend sehen wir im Jahr 2016 ein Jahr mit einem sich weiter entwickelnden Einlagenwachstum – bei gleichzeitig verhaltenem Kreditgeschäft.

Solide und risikobewusst

Dem Vorstand gehe es bei der Geschäftspolitik möglichst solide und risikobewusst zu wirtschaften, erläuterte Knust den Mitgliedern. Er erinnerte an die Gründer der Volks- und Raiffeisenbanken. Die Ansätze der Genossenschaftsbanken gehen auf die Grundsätze der Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung von Franz Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Es ging um Sparkonten und Kredite für die so genannten „Kleinen Leute“.

Knust sieht die Volksbank auf die kommenden Jahre gut gewappnet für die Fahrt durch die Untiefen der Niedrigzinsphase. Und das nahmen wohlwollend auch Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger und der Rhinower Amtsdirektor Jens Aasmann zur Kenntnis.

Von Joachim Wilisch

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