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Havelland Ladendieb rangelt um 70 Tafeln Luxus-Schokolade
Lokales Havelland Ladendieb rangelt um 70 Tafeln Luxus-Schokolade
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21:22 21.03.2017
Um seine Sucht zu finanzieren, klaute der Angeklagte auch oftmals Schokolade. Quelle: Marco Winkler
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Falkensee

Mit rund 70 Tafeln Schokolade verließ Konstantin W. am 19. September 2015 die Falkenseer Kaiser’s Filiale in der Spandauer Straße. Bezahlt hatte er die Edel-Schokolade im Wert von sechs bis acht Euro pro Tafel nicht. Auch ablassen wollte er von seiner Beute nicht.

Selbst, als ihn ein Mitarbeiter vor dem Laden stellte, hielt er seine Beute fest, ließ sogar seinen Rucksack mit persönlichen Dingen zurück, die ihn schließlich überführten. „Ich war zu diesem Zeitpunkt stark drogenabhängig und klaute die Schokolade, um sie anschließend zu verkaufen“, so der 38-Jährige, der sich jetzt für diesen Vorfall vor dem Nauener Amtsgericht verantworten musste.

Ladendieb liefert sich eine Rangelei

Als der Kaiser’s-Mitarbeiter versuchte, Konstantin W. aufzuhalten, sei es zu einer Rangelei gekommen, bei der W. den Mann leicht am Arm verletzt haben soll. Ob er in diesem Moment vorsätzlich gehandelt hat, konnten weder der 38-Jährige, noch sein Gegner von damals bestätigen.

„Ich kann mich daran erinnern, dass ich Angst hatte und weg wollte. Wie ich jedoch entkommen bin und ob ich den Mann dabei getroffen habe, weiß ich nicht mehr“, so Konstantin W. „Ich glaube dem Mitarbeiter und vertraue auf seine Aussage. Ich selber kann mich nicht mehr genau erinnern – ich hatte an diesem Tag Heroin und Kokain konsumiert und litt bereits unter Entzugserscheinungen.“ Damals sei der Mann, der bei seinem Bruder in Süddeutschland lebte, zu Besuch bei seiner Ex-Freundin und seiner kleinen Tochter in Berlin gewesen.

Viele Therapien - viele Rückfälle

„Ich habe in meinem Leben bereits viele Therapien gemacht und bin immer wieder rückfällig geworden. Sobald etwas in meinem Leben schief gelaufen ist, habe ich zu Drogen gegriffen – damals war es das schlechte Verhältnis zu meiner Ex“, sagte W., der aktuell clean ist. „Ich lebe jetzt seit zwei Jahren bei den Fleckenbühlern, einer Therapieeinrichtung bei Frankfurt/Main und bin seitdem konsequent nüchtern. Dass ich niemals wieder rückfällig oder straffällig werde, kann ich jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht beschwören“, so der 38-Jährige, der nach wie vor gegen das Verlangen ankämpft, Heroin zu konsumieren.

„Ich blicke positiv in die Zukunft, versuche im Moment sogar meinen Führerschein zurückzubekommen und eine Weiterbildung zum Monteur zu machen.“ Regelmäßige Drogentests und die Arbeit als Umzugshelfer bestimmen seinen Alltag. „In meiner Freizeit darf ich mich frei bewegen und versuche mir einen neuen, drogenfreien Freundeskreis aufzubauen. Von meiner Clique aus dem Drogenmilieu sind heute nur noch zwei am Leben.“ Mit 14 kam Konstantin W. erstmals in Kontakt mit Drogen, zeitgleich startete er seine kriminelle Laufbahn, bei der es stets darum ging, Geld für Drogen zu beschaffen.

Ellenlanges Strafregister

Auf seine erste Verurteilung 1992 wegen Diebstahls folgten etliche weitere Urteile. Unter anderem wegen räuberischer Erpressung, des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz, Körperverletzung, Fahrens ohne Führerschein, schweren räuberischem Diebstahls, Hehlerei und immer wieder wegen Diebstahls wurde er in den vergangenen 20 Jahren verurteilt.

Mehrmals saß er seine Strafe im Gefängnis ab, eine Bewährungszeit hielt er so gut wie nie straffrei durch. „Die Drogen bestimmten mein Leben. Ich wusste genau, wie ich an Geld kommen konnte“, so der Angeklagte. Für die Schokolade hätte er etwa einen Euro pro Tafel bekommen. „Ich habe meine Sachen eigentlich immer an der Wilmersdorfer Straße in Berlin verkauft, nur an diesem Tag bin ich mir sicher, dass ich nicht dort war. Wo die Schokolade geblieben ist, kann ich wirklich nicht mehr sagen“, sagte Konstantin W.

Vor dem Nauener Amtsgericht wurde er für die in Falkensee begangene Tat zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wird – trotz seines ellenlangen Strafregisters.

„Eine Gefängnisstrafe wäre in dem Fall nicht das Richtige und würde den Angeklagten in seiner Entwicklung zurückwerfen“, begründete der Richter.

Von Laura Sander

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