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Ladendiebstahl aus Versehen

Brieselang/Falkensee Ladendiebstahl aus Versehen

Eigentlich wollte sie nur schnell einige Kleinigkeiten in dem Brieselanger Supermarkt einkaufen. Als es doch mehr wurde, steckte eine 64-Jährige einige Waren in ihre Handtasche, um die Hände frei zu haben. An der Kasse vergaß sie jedoch die Artikel zu bezahlen und landete so vorm Nauener Amtsgericht.

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Ladendiebstahl aus Versehen und aus Verzweiflung.

Quelle: Fotolia

Brieselang/Falkensee. Weil sie einen Supermarkt verließen, ohne zu bezahlen, standen jetzt zwei Frauen vor dem Nauener Amtsgericht.

Aus Versehen

Roswita Lauer (Name geändert) wollte kurz vor Weihnachten nur schnell einige Kleinigkeiten in dem Brieselanger Supermarkt besorgen. Einen Wagen wollte sich die 64-Jährige nicht extra holen. Als die zweifache Mutter dann doch mehr kaufen wollte, als gedacht, steckte sie Kartoffelsalat und Kartenspiel im Wert von 19 Euro in ihre Handtasche, um sich noch mehr Waren auf den Arm laden zu können. „An der Kasse war ich dann so in Gedanken versunken, dass ich zwar alles bezahlte, was ich in der Hand hatte, die Sachen in meiner Tasche jedoch völlig vergaß“, so die Brieselangerin, die daraufhin von Mitarbeitern des Supermarktes angesprochen wurde. Vor Ort leistete sie eine Ausgleichszahlung von 75 Euro und bekam Hausverbot erteilt. Weil sie keinen Ausweis dabei hatte und sich in diesem Moment nicht ausweisen konnte, musste Roswita Lauer auf die Polizei warten, die sie vor den Augen aller Kunden aus dem Laden begleitete. „Der Vorfall hat mich ganz schön geprägt. Ich kann nur sagen, dass es mir leid tut“, so Lauer. Gegen die Zahlung von 200 Euro an eine gemeinnützige Organisation wird das Verfahren gegen die voll berufstätige und nicht vorbestrafte Brieselangerin eingestellt. Einem Eintrag ins Strafregister konnte sie entgehen.

Aus Verzweiflung

Nicht aus Versehen, sondern mit voller Absicht wollte Liane Prattan (Name geändert) am 5. Dezember letzten Jahres einen Discounter in Falkensee verlassen, ohne die 18 Euro für unter anderem Obst, Rindfleisch und Katzenfutter zu bezahlen. „Ich bekomme mein Geld erst Mitte des Monats und hatte nichts mehr zu essen. Ich schäme mich für meine Tat“, so die 50-jährige Reinigungskraft, die gemeinsam mit ihrem Sohn in einer kleinen Wohnung in der Gartenstadt lebt und von nicht einmal 800 Euro im Monat lebt. „Die Sachen waren nur für mich selbst gedacht – ich war verzweifelt. Jetzt habe ich in dem Laden, in dem ich regelmäßig eingekauft habe, für ein Jahr Hausverbot“, so Prattan. Auch das Verfahren gegen die 50-Jährige wurde vorläufig eingestellt, nachdem sich die ebenfalls nicht vorbestrafte Falkenseerin zu einer Zahlung von 100 Euro an die Nauener Tafel verpflichtet hatte. Sollte sie die zwei Raten à 50 Euro nicht bezahlen, muss die 50-Jährige erneut vor dem Nauener Amtsgericht erscheinen.

Von Laura Sander

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