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Land der Echsen und Kristalle

Spielplatz am Rathenower Weinberg Land der Echsen und Kristalle

Für Optikpark-Chef Joachim Muus könnte das Leben immer ein Kinderspiel sein – theoretisch. Wenn er nämlich von seinem Büro im großen ehemaligen Mühlengebäude hinüber zu den Grün- und Blumenflächen geht, dann tut sich zwischen hohen Birken und Buchen ein Wunderland auf. Die Abenteuerfläche im Optikpark in Rathenow ist einer der Geheimtipps dieser Buga.

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Das macht Spaß: Bjarne (9) und Fiete (6) Schmidt (v.l.) aus Stendal auf dem Spielplatz unterhalb des Bismarckturms am Weinberg.

Quelle: B. Geske

Rathenow. Zuerst ist da ein riesiger Kristall, dessen Spitze silbern in der Sonne glänzt. Unweit davon reckt sich ein Optik-Drilling aus Holz wipfelhoch empor: ein Teleskop, ein Mikroskop und ein Ding mit geknicktem Ende – ein Periskop, ein Guckauge fürs U-Boot.

Die drei Geräte haben ein interessantes Innenleben als Klettertürme. Pech nur, dass sie mit ihren super-engen Windungen für erwachsene „Tester“ eine ziemliche Herausforderung darstellen. Für die Kinder – und die sind ja die Hauptzielgruppe – ist das Ganze aber ein Riesenspaß. In der Nähe steht ein blau angemaltes Holzgebilde, das wie ein riesiger Filmprojektor aussieht.

In seinem Inneren blitzt es. Aber keine Angst: Das ist kein Gewitter, sondern ein Foto-blitz. Schließlich dreht sich im Optikpark auch beim Spielen alles um die Wunder der Technik. Weshalb der Projektor „magische“ Qualitäten hat: Er lässt Schattenbilder gefrieren. Zwar nur für Sekunden auf einer phosphorisierenden Leinwand, aber es sind tolle Momentaufnahmen. Heiß geliebt wird auch der Mega-Kristall, der mit einem roten Spinnwebennetz aus elastischen Seilen lockt: „Super zum Springen“, schwärmt ein kleiner Junge.

Schon 2006 bei der Landesgartenschau hatte die Abenteuerfläche – zusammen mit dem Kletterwald mit seinen schwarz-weißen Stäben – eine Menge Fans. Neun Jahre später mutet das Areal wegen der dichten Vegetation noch verwunschener an. Zur Buga hat die Spielefläche Verstärkung bekommen: das Echsenland auf dem Weinberg gleich unterhalb des Bismarckturms. Während die Großen im Café sitzen, werden die Kids auf dem spektakulären Spielplatz zu Schlangenbändigern und Drachentötern.

Mittelpunkt der 7600- Quadratmeter-Fläche ist nämlich die grüne Riesen-Echse mit ihrer roten Zunge, dem Schwanz und ihrem Gelege mit weißen Eiern, in die man wunderbar hineinkrabbeln kann. Das ultimative Kletterparadies mit mehreren Ebenen ist aber der Kopf der Echse. Für die jungen Abenteurer – so viel muss der Ehrlichkeit halber gesagt werden – ist das „Echsenland“ eine wahre Qual: Man hat hier die Qual der Wahl. Trampolinspringen? Oder vielleicht doch lieber die Mega-Rutsche testen? Oder lockt der Kletterparcours am Hang mehr?

Derweil treibt den erwachsenen Besucher eine andere Frage um. Warum heißt die Erlebniswelt ausgerechnet „Echsenland“? Und nicht „Dino-Paradies“, „Ponyhof“ oder „Biene-Maja-Land“. Optikpark-Chef Muus kennt die Antwort: „Damit wird Bezug genommen auf die Zauneidechse, die in den ruhigen Ecken des Weinbergs lebt.“ Die Spielgeräte hat Muus übrigens noch nicht ausgetestet.

Das überlässt er lieber den wahren Fachleuten, den kleinen Buga-Gästen, für die das Leben hier ein Mega-Kinderspiel ist. Und obendrein ein sicheres, denn beim Optikspielplatz und im „Echsenland“ sind weit und breit keine Autos unterwegs. Eltern können also ihren Nachwuchs ganz beruhigt toben lassen. Und wenn sie sich doch den Kopf zerbrechen müssen, dann höchstens über die flehentliche Frage der Junioren: „Mama, Papa, wann dürfen wir das nächste Mal herkommen?“

Von Ildiko Röd

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