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Havelland Land unter auf dem Mühlenhof
Lokales Havelland Land unter auf dem Mühlenhof
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17:21 14.06.2015
Traurige Leere statt feiernder Partymeute: Fluchtartig verließen die Menschen am Samstagabend den Mühlenhof. Quelle: P. Rißling
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Rathenow

„Schade“, „traurig“, „ein Jammer“ – die pure Enttäuschung herrschte am Samstag rund um das Rathenower Mühlentor. Dort, wo am Abend Popstar Andreas Bourani auf der Bühne für den krönenden Abschluss des Brandenburg-Tages sorgen sollte, herrschte nach der unwetterbedingten Absage des Konzerts nur noch kollektive Tristesse und Enttäuschung.

Rathenow, 13. Juni 2015: Über die Buga-Stadt Rathenow (Havelland) zieht ein schweres Unwetter hinweg. Es hinterlässt nicht nur eine Spur der Verwüstung, sondern fordert auch ein Todesopfer. Die beiden Buga-Kulissen müssen eine Woche lang geschlossen bleiben, um die schweren Schäden zu beheben.

Zuvor war am späten Nachmittag ein gewaltiges Unwetter über die Stadt gefegt und hatte die Durchführung des Bourani-Konzerts unmöglich gemacht. Bis dahin hatte sich schon ein Großteil der über 4000 Konzertbesucher auf dem Areal eingefunden und seit 15 Uhr gut gelaunt dem Auftritten der Vorbands „Bell, Book & Candle“ und „Hot Banditoz“ gelauscht.

Als die Veranstalter das unvermeidliche Aus für die Veranstaltung verkündeten, mischte sich in die Enttäuschung vieler Fans aber auch Verständnis. „Es macht ja keinen Sinn, bei diesen Verhältnissen weiter zu machen“, sagte Bea Kertscher der MAZ. Sie war gemeinsam mit zwei Freundinnen aus Hohennauen nach Rathenow gekommen, um Popstar Bourani auf der Bühne zu bewundern.

„Nicht zu ändern“, konstatierte auch Daniel Steinborn, dessen Freunde sich schon zu Beginn des Unwetters aus dem Staub gemacht hatten. „Ich wollte erst mal schauen, wie sich das entwickelt. Leider nicht zum Positiven, aber so ist das Leben“, nahm er die Konzertabsage relativ gelassen hin.

Dass diese alternativlos blieb, sagte Moritz Hartmann aus dem rbb-Organisationsteam noch am Samstagabend. Man habe den ganzen Tag das Wetterradar im Auge behalten und gehofft, dass die große Front an der Optikstadt vorbeiziehen würde. Als das Unwetter dann über dem Gelände hereinbrach, war der Abbruch schnell beschlossene Sache.

„Der Sturm war zwar kurz, aber dafür umso heftiger.“ So habe es fast die komplette Bühnentechnik hinweggefegt und teilweise gar zerstört, auf dem Mühlenhof flogen Gegenstände wie Papierflieger umher. „Wir mussten abbrechen“, sagte Hartmann zur einzig richtigen Konsequenz. „Auch die Bühne stand komplett unter Wasser.“ Da bei Veranstaltungen dieser Art mit Starkstrom gearbeitet wird, bestand laut Hartmann eine reelle Gefahr für Leib und Leben der mehr als 4000 Konzertbesucher. „Es gab am Ende keine andere Möglichkeit.“

Sicherheitskräfte versuchten fix, die noch nicht ins Trockene geflohenen Besucher nach Bekanntgabe des Abbruchs gegen 18 Uhr anschließend schnell vom Gelände zu scheuchen. Parallel bildeten sich auf dem Schwedendamm bereits lange Autoschlangen, die Menschen wollten nach der Enttäuschung nur noch weg. Viele hatte das Unwetter offenbar völlig überrascht, denn nicht Wenige traten völlig durchnässt den Rückzug an.

Der Künstler, der sich in den sonnigen Stunden vor seinem geplanten Auftritt noch gut gelaunt im Backstage-Bereich aufgehalten und mit den anderen Acts und Gästen gescherzt hatte, meldete sich indes noch am Abend per Facebook-Nachricht zu Wort und bedauerte die Absage seines Auftritts: „Sehr schade, dass wir die Show auf der Buga in Rathenow heute wegen des schweren Unwetters nicht spielen konnten.“

Dass Bourani seinen Auftritt in der Optikstadt noch diesen Sommer nachholen wird, ist nach MAZ-Informationen höchst unwahrscheinlich. Viele Fans hatten diesen Wunsch noch beim Verlassen des Geländes geäußert. Der Popstar, der im vergangenen WM-Sommer mit dem Song „Ein Hoch auf uns“ seinen absoluten Durchbruch feierte, ist ein gefragter Mann und tourt in den kommenden Monaten mit seinem neuen Album „Hey“ durchs Land. „Das Geld ist bereits geflossen, der kommt nicht wieder“, zeigte sich auch ein Mitglied des Veranstalterteams am Samstagabend wenig optimistisch.

Von Philip Rißling

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