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Land unter im Havelländischen Luch

Pessin Land unter im Havelländischen Luch

Der Starkregen der letzten Juniwoche macht Landwirt Gerhard Gossen noch immer zu schaffen. Seine am Havelländischen Hauptkanal gelegenen Wiesen sind seither überflutet, an die Heuernte ist nicht zu denken. Der Landwirt fordert daher eine Lösung für die Zukunft, die solche Überschwemmungen verhindert.

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Der Starkregen Ende Juli hat die Wiesen entlang des Havelländischen Hauptkanals überflutet.

Quelle: privat

Pessin. Genau jetzt wäre für Landwirt Gerhard Gossmann aus Pessin der ideale Zeitpunkt, seine Wiesen entlang des Havelländischen Hauptkanals zu mähen. Doch daran ist zurzeit überhaupt nicht zu denken. „Durch den Starkregen in der letzten Juniwoche ist der Kanal über die Ufer getreten und hat meine Flächen und die eines Kollegen überflutet“, berichtet der Landwirt. Etwa einen Meter höher als normal stehe das Wasser seither im Kanal. Das bereitet dem erfahrenen Landwirt große Bauchschmerzen.

„Es dauert mehrere Wochen, bis sich die Grünflächen davon wieder erholen werden“, so Gossmann. Die Erträge fehlen ihm nun. Nicht nur, dass der Landwirt finanzielle Einbußen zu beklagen hat, weil er das als Futtermittel gedachte Gras und Heu nicht verkaufen kann. Auch für seine eigenen Tiere fehlt nun Futter, das an anderer Stelle beschafft werden muss. Dabei hat der Landwirt die Flächen erst vor Kurzem aufbereitet.

Mehr als einen Meter ist der Pegel des Havelländischen Hauptkanals durch den letzten Starkregen gestiegen

Mehr als einen Meter ist der Pegel des Havelländischen Hauptkanals durch den letzten Starkregen gestiegen.

Quelle: privat

„Die ganze Nachsaat, mit der wir die Qualität der Grünflächen verbessern konnten, ist jetzt natürlich versaut“, so Gossmann. Und an eine schnelle Lösung des Problems ist nicht zu denken. „Die Schöpfwerke pumpen rund um die Uhr. Aber erst jetzt sind wir an dem Punkt, dass das Wasser nicht mehr steigt, sondern durchfließt“, erklärt der 55-Jährige.

Gossmanns Grünflächen liegen direkt am Havelländischen Hauptkanal. Dieser ist insgesamt rund 50 Kilometer lang und zieht sich von Zeestow bis zum Hohennauener See. Friedrich Wilhelm I. ließ den Kanal um 1720 zur Entwässerung und Urbarmachung des Havelländischen Luchs anlegen. Erst danach war Landwirtschaft in diesem Gebiet überhaupt möglich. „Ein ausgeklügeltes System, das jedoch mit solchen Regenmengen, wie sie zuletzt fielen, überfordert ist“, sagt der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Johannes Funke.

Teilweise sei auf einigen Flächen innerhalb von 48 Stunden ein Drittel der Jahresniederschlagsmenge vom Himmel gefallen. Allgemein hätten Gerste und Roggen den Starkregen aber gut überstanden. „Bei heftigem Regen und Unwetter kommt es vor, dass das Getreide runtergedrückt wird, allerdings können die modernen Erntemaschinen auch dieses Getreide gut verarbeiten“, so Funke. Für den Mais sei der Regen genau richtig gewesen. Die Ernte werde wohl gut ausfallen. Dazu müssen die Landwirte allerdings erst einmal auf die Felder kommen. Und das sei derzeit schwer oder gar nicht möglich und ist auch für Landwirt Gossmann das Hauptproblem.

„Nasse Äcker darf man überhaupt nicht befahren, sonst wird der Boden verdichtet und die Flächen sind erst einmal nicht mehr zu gebrauchen“, erzählt der Landwirt. Da nützte auch moderne Technik nichts. Für den Landwirt war es nicht der erste Regen mit Hochwasser. „Ich bewirtschafte die Grünflächen am Kanal jetzt seit 27 Jahren, und die letzten großen Überschwemmungen waren erst 2007 und 2011“, sagt er. Daher fordert Gossmann eine Lösung für die Zukunft. Er schlägt vor, den Kanal auf einer Länge von etwa 500 Metern oder mehr zu verdämmen, da sich in diesem Bereich das Ufer abgesenkt habe. „Am Ende steht dann aber wieder die Frage im Raum, wer die Kosten dafür übernimmt“, so Gossmann. Eine zweite Variante sieht der Pessiner Landwirt in einer veränderten Stautechnik. „Wenn es regnet, sollte immer nur so viel Wasser abgelassen werden, dass es auch ablaufen kann und nicht alles auf einmal. Dann werden die Grünflächen in diesem Bereich auch nicht überflutet.“ Jetzt hofft der Landwirt nur, dass es erst einmal nicht mehr regnet.

Von Danilo Hafer

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