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Landestierschutzverband feiert 25. Geburtstag

Rathenow Landestierschutzverband feiert 25. Geburtstag

Der Landestierschutzverband Brandenburg feiert am Sonnabend im Rathenower Havelrestaurant Schwedendamm sein 25-jähriges Bestehen. Dabei ist auch Thomas Schröder, der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Zur Sprache kommt auf jeden Fall das drängende Problem, dass die Tierheime viel zu wenig Zuwendungen von öffentlichen Geldern erhalten.

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Jutta Schütze, Renate Seidel und Thomas Schröder (von links) im Rathenower Tierheim.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Am Sonnabend feiert der Landestierschutzverband Brandenburg mit einer Festveranstaltung im Rathenower Havelrestaurant Schwedendamm sein 25-jähriges Bestehen. Die derzeit 27 Mitgliedsvereine des Verbandes haben ihre Vertreter entsandt und wichtige Partner eingeladen. Der Tierschutzverein Rathenow und Umgebung ist als Gastgeber ausgewählt worden, weil er 1991 zu den acht Gründungsvereinen des Landesverbandes gehörte und weil er eine vorbildliche Arbeit leistet. Angereist ist auch Thomas Schröder, der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Als hochrangigster Gast wird Landesminister Stefan Ludwig (Linke) erwartet. Doch selbst wenn ein Jubiläum gefeiert wird, soll er eine Reihe von Problemen zu hören bekommen, die den Tierschützern das Leben schwer machen.

Die Vereine haben die Grenzen ihrer finanziellen Möglichkeiten erreicht

Die Tierschutzvereine in der Mark Brandenburg, berichtet die Landesvorsitzende Renate Seidel, hätten die Grenzen ihrer finanziellen Möglichkeiten erreicht, weil Land und Kommunen für ihre Tätigkeit viel zu wenig Geld zur Verfügung stellen. Nach Aussage von Jutta Schütze, der Vorsitzenden des Rathenower Vereins, der das Tierheim an der Bammer Landstraße betreibt, hat der Verein Verträge mit acht Kommunen, mit denen die Versorgung von Fundtieren geregelt werden soll. Die Kommunen bezahlen für die Betreuung von Fundhunden aber nur 35 Tage und von Fundkatzen nur 30 Tage – und dann gar nichts mehr. „Das ist bei Weitem nicht kostendeckend“, erklärt Jutta Schütze, „das ist auf die Dauer aus unserer Sicht nicht haltbar.“ Die gegenwärtige Entwicklung könne darauf hinaus laufen, dass der gesamte Tierschutz zusammenbricht.

Bundestierschutzpräsident Thomas Schröder berichtet immerhin von einem Wertewandel. Der Tierschutz erlange in der Gesellschaft einen immer höheren Stellenwert. Die Öffentlichkeit sei für Fragen dieser Art sensibilisiert. Das passe jedoch überhaupt nicht zu der Tatsache, dass die Tierheime bundesweit große Probleme haben. Die Kommunen würden ihnen ständig neue Herausforderungen aufbürden, ohne dafür die finanzielle Erstattung zu übernehmen. Als „beschämend“ bezeichnet Thomas Schröder, dass das Land Brandenburg in diesem Jahr für Investitionen in Tierheimen nur 150 000 Euro zur Verfügung stellt. Das Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern halte 2016 dagegen für diesen Zweck 600 000 Euro bereit und 2017 sogar 900 000 Euro.

Landestierschutzverband Brandenburg, gegründet 1991

Gegründet wurde der Landestierschutzverband Brandenburg im Jahr 1991 von acht Tierschutzvereinen. Zu diesen gehörte auch der Tierschutzverein Rathenow und Umgebung.

Der Landestierschutzverband hat gegenwärtig 27 Mitgliedsvereine.

Der Deutsche Tierschutzbund vereint unter seinem Dach rund 700 angeschlossene Vereine und 550 Tierheime.

Der Tierschutzverein Rathenow und Umgebung ist 1990 gegründet worden. Sein Ziel war von Anfang an das Eröffnen und Betreiben eines Tierheims.

Eröffnet wurde das Tierheim an der Bammer Landstraße 1993

Aufgenommen wurden dort in diesem Jahr bislang 62 Hunde und 113 Katzen. Rund 80 Katzen davon waren Welpen, also Babys, die zum großen Teil von frei laufenden Katzen privater Halter zur Welt gebracht wurden.

70 Prozent aller Tiere in den Tierheimen des Landes sind Fundtiere. Hunde verbleiben im Durchschnitt 156 Tage in einem Tierheim und Katzen 144 Tage.

Jutta Schütze berichtet, dass der Tierschutzverein Rathenow 2015 insgesamt 182 freilaufende Katzen kastriert hat, damit nicht immer mehr wild lebende Tiere verelenden. Das Kastrieren habe über 6000 Euro gekostet, 40 Prozent dieser Summe habe der Tierschutzverein aus Eigenmitteln aufbringen müssen. „Unsere finanzielle Lage ist mehr als angespannt“, sagt Jutta Schütze, „die Kosten steigen weiter, aber unsere Einnahmen gehen zurück.“ Die Höhe der Spenden bleibe gering.

Die Vereine des Landesverbandes hätten in den 25 Jahren seines Bestehens rund 65 000 frei lebende Katzen kastriert, teilt die Landesvorsitzende Renate Seidel mit. Das habe 1,3 Millionen Euro gekostet. „Bei der Finanzierung muss sich grundsätzlich etwas ändern“, fordert sie. Tiere würden per Gesetz wie eine Fundsache behandelt. Bei allen aufgefundenen Gegenständen erlange die jeweilige Kommune nach sechs Monaten das Eigentum daran und könne sie gegebenenfalls sogar versteigern. In ähnlicher Weise müsse eine Kommune auch dauerhaft für Fundtiere verantwortlich sein. Gegenwärtig herrsche dort immer noch die Auffassung, „die Tierschutzvereine machen das schon“, teilte Renate Seidel mit: „Doch wir dürfen uns das nicht mehr länger so gefallen lassen. Irgendwann ist Schluss.“

Von Bernd Geske

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