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Landgut in Groß Behnitz heißt nun Stober

Manfred von Borsig gewinnt Namensstreit Landgut in Groß Behnitz heißt nun Stober

Über mehrere Jahre zog sich der Namensstreit um das Landgut in Groß Behnitz hin. Jetzt hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass Michael Stober den Namen Borsig nicht mehr verwenden darf.

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Das denkmalgeschützte Areal in Groß Behnitz trägt jetzt den Namen „Landgut Stober“.

Groß Behnitz. Nach mehr als zwei Jahren des Prozessierens ist der Namensstreit um das Landgut in Groß Behnitz jetzt entschieden. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe gab dem inzwischen 79-jährigen Kläger Manfred von Borsig recht und untersagte dem Inhaber Michael Stober, den Namen A. Borsig und Borsig weiter zu verwenden. Der reagierte sofort, hat das Areal am Behnitzer See inzwischen in „Landgut Stober“ umbenannt. Auch der Internetauftritt wurde bereits geändert.

„Für mich ist das nach so vielen Jahren des Streites und des Ärgerns ein Erfolg“, resümiert der in München lebende Manfred von Borsig (79) gegenüber der MAZ. Ihm sei es immer um die Fortführung der Borsigschen Tradition in Groß Behnitz gegangen. „Mein Vater Ernst von Borsig setzte auf Landwirtschaft und auf ein soziales Engagement in der Region. Was Herr Stober aus dem Areal gemacht hat, hat damit wenig zu tun. Das ist doch ein reiner Gewerbebetrieb.“

Nachdem Bauunternehmer Michael Stober das Landgut 2000 erworben hatte, begann er mit der Sanierung der Gebäude. Eigenkapital und Millionen Euro Fördermittel flossen in die alte Brennerei, den Rinderstall, den Kornspeicher und in ein kleines Logierhaus. Dazu baute er nebenan ein Biohotel. Nach und nach entwickelte sich das Landgut neben Schloss Ribbeck zu dem bekanntesten Tourismuspunkt im Havelland.

Nur hatte Michael Stober bei der damaligen Namensgebung „Landgut Borsig“ den Nachkommen Ernst von Borsigs nicht gefragt. „Mir war es nicht gelungen, bezüglich des Konzeptes für das Landgut Einfluss zu nehmen“, beteuert Manfred von Borsig. „Deshalb wollte ich den Namen der Familie aus dem, was Herr Stober macht, raushalten.“ Doch vor Gericht gelang das nur teilweise. Zwischenzeitlich änderte Michael Stober nach einem Urteil den Namen in „Landgut A. Borsig“, was aber dem Sohn Ernst von Borsigs nicht ausreichte. Das Verfahren ging von einer Instanz zur nächsten: Landgericht, Kammergericht und Bundesgerichtshof. „Das kostete mich Nerven, Zeit und Geld“, gesteht Manfred von Borsig.

Ab sofort darf der Familenname Borsig nicht mehr in Zusammenhang mit Landgut in Groß Behnitz verwendet werden, so habe es der Bundesgerichtshof festgelegt, sagt Manfred von Borsig. Bei Zuwiderhandlungen drohe ein Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 250 000 Euro oder sogar eine Ordnungshaft von sechs Monaten.

Das hat Michael Stober akzeptiert, obwohl er seinen Namen für das Ensemble nie habe verwenden wollen. Die Beschriftungen am Landgut und am Biohotel sind bereits geändert, neue Flyer werden gedruckt. „Wir werden alle Institutionen anschreiben, dass wir ab sofort Landgut Stober heißen.“ Neben den Prozess- und den gegnerischen Anwaltskosten in Höhe eines fünfstelligen Betrages kommt auf den Landgutinhaber eine weitere Forderung zu, die existenzbedrohend sein könnte. „Der Anwalt von Manfred von Borsig hat eine Entschädigungsforderung für die Namensnutzung in der Vergangenheit in sechsstelliger Höhe angekündigt. Wenn das durch käme, wären wir hier platt“, so Stober.

Die Argumentation , er würde die Tradition der Familie Borsig auf dem Landgut nicht fortführen, kann Michael Stober nicht nachvollziehen. „Gerade im sozialen Bereich haben wir hier doch etwas aufgebaut. 45 feste Angestellte, dazu etwa 40 Leute auf 450-Euro-Basis arbeiten auf dem Landgut. Wir haben ein zertifiziertes Biohotel geschaffen und engagieren uns zum Beispiel für Flüchtlinge.“ Nach der Eröffnung des ersten Teils des Landgutes 2008 sei 2015 das erste Jahr, in dem man von roten Zahlen wegkomme. „Unsere Banken haben erstmals vom Prinzip Hoffnung auf das Prinzip Glauben umgeschwenkt. Und nun könnte mit den Entschädigungsforderungen alles ins Wanken geraten.“ Alle Veranstaltungen auf dem Landgut laufen aber wie geplant. Im nächsten Jahr steht ein Jubiläum an. „Wir nennen das dann 150 Landgut der Borsigs“, so Stober.

Von Jens Wegener

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