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Havelland Landkreis auf Partnersuche
Lokales Havelland Landkreis auf Partnersuche
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00:30 10.08.2015
Die Vertreter beider Landkreise trafen sich zum Austauch. Quelle: privat
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Havelland

Eine Zusammenlegung der Kreise Havelland und Prignitz, ergänzt um Teile des Kreises Ostprignitz-Ruppin, existiert bislang nur auf dem Papier. Erst im Jahr 2019 soll die vom Land geplante Kreisgebietsreform in Kraft treten. Und dennoch gibt es bereits erste Sondierungsgespräche zwischen den politischen und wirtschaftlich Verantwortlichen der betroffenen Kreise.

Ein solches Gespräch fand jüngst unter dem Dach des havelländischen Landratsamtes statt. Organisiert wurde das Gespräch von den SPD-Landtagsabgeordneten der Prignitz, Holger Rupprecht, und des Havellandes, Udo Folgart. Aus der Prignitz nahmen die Unternehmer Lutz Lange und Detlef Benecke von der Wirtschaftsinitative Westprignitz sowie die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Perleberg, Ute Brüggemann, sowie Oliver Hermann, Bürgermeister der Stadt Wittenberge, teil.

Burkhard Schröder stellte bei dem Gedankenaustausch klar, dass ihm die oben beschrieben Fusionsvariante keine Angst mache. Im Gegenteil. „Sollte eine Zusammenlegung von Landkreisen zu Großkreisen unumgänglich werden, so wäre die Prignitz ein geeigneter Partner“, sagte Schröder. Zwar sehe er nicht, dass eine Kreisgebietsreform unumgänglich sei, so Schröder. Aber wenn eine solche Reform nun mal der politische Wille auf Landesebene sei, dann halte er den von der Enquetekommission des Landes präferierten Zusammenschluss des Havellandes mit der Prignitz sowie den Bereichen Kyritz-Wusterhausen und Wittstock-Heiligengrabe aus dem jetzigen Landkreis Ostprignitz-Ruppin für die „beste Variante“, so Schröder.

Die Befürchtung, ein derart großer, zentral regierter Flächenkreis werde unweigerlich zu bürgerunfreundlichen Strukturen führen, versuchte Schröder entkräften, indem er auf eigene Verwaltungserfahrungen verwies. So habe der Landkreis Havelland seine Kreisverwaltung schon in der Vergangenheit dezentral organisiert. Der kreiseigene Bürgerservice etwa, mit Büros in Nauen und Rathenow, erspare den dortigen Anwohnern weite Wege. Auch die Idee von Bürgerbüros, die von Städten und Landkreis gemeinsam getragen werden, halte er für gut, so der Landrat. Dass Kreise und Kommunen durchaus pragmatisch zusammenarbeiten können, machte Schröder am Beispiel des Rathenower Kulturzentrums fest. „Die gemeinsame Finanzierung des Kulturzenrums in Rathenow beweist, dass sich Landkreise beim Erhalt von Einrichtungen mit überregionaler Bedeutung, wie zum Beispiel dem Kultur- und Festspielhaus Wittenberge, konkret engagieren können“, so Schröder.

Schröder lobte auch das so genannte Sektoralprinzip, das Grundlage sein soll für die Neuordnung der Kreise. Der Plan, die neuen Kreise an Sektoren auszurichten, die auf die Hauptstadt Berlin zulaufen, sei sinnvoll und nachvollziehbar. So sei sichergestellt, dass jeder Kreis immer einen berlinnahen und einen berlinfernen Raum umfasse. „Wir haben damit im Landkreis Havelland recht gute Erfahrungen gemacht, da es mit diesem Prinzip tatsächlich zu einem Finanzausgleich innerhalb des Landkreises kommt, von dem die berlinfernen Regionen letztlich profitieren“, so Schröder.

Die Gesprächspartner aus der Prignitz hörten sich die Ausführungen Schröders mit großem Interesse an. „Uns als Wirtschaft geht es langfristig um arbeits- und leistungsfähige Kommunen“, sagten Lutz Lange als Vorsitzender der Wirtschaftsinitative Westprignitz und Unternehmer Detlef Benecke. „Die Wirtschaft kann nicht wachsen, wenn die Städte und Gemeinden durch eine zu hohe Kreisumlage derart belastet sind, dass sie für die Entwicklung ihrer Standorte kein Geld mehr haben. Das ist das Wesentliche, und nicht die Größe der Landkreise.“ Bürgernahe Strukturen, da stimmten sie mit Burkhard Schröder überein, könne man auch in größeren Landkreisen vorhalten, etwa durch über das Kreisgebiet verteilte Bürgerbüros.

Die Teilnehmer des Gespräches vereinbarten, die neu geknüpften Kontakte in Zukunft in verschiedenen Runden fortzusetzen. Die Diskussion um eine Verwaltungsreform könne man nicht früh genug führen und müsse auf eine möglichst breite und transparente Grundlage gestellt werden.

Von Markus Kniebeler

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