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Havelland Warten aufs Wasser von oben
Lokales Havelland Warten aufs Wasser von oben
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00:28 11.06.2015
Zuckerrüben unterschiedlicher Größe zeigt Agro-Farm-Betriebsleiter Mathias Jung Quelle: Tanja M. Marotzke
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Nauen

Wasser von unten gibt es auf den Feldern der Agro-Farm GmbH Neukammer bei Nauen nicht. „Wir müssten irgendwo ans Grundwasser und Beregnungsanlagen anmelden und kaufen. In diesem Jahr wäre das sinnvoll, aber generell machen wir das nicht“, sagt Betriebsleiter Mathias Jung. Also bleibt dem landwirtschaftlichen Betrieb nichts weiter übrig, als auf Wasser von oben zu warten.

Knochentrocken und hart wir Stein ist der Boden auf einem riesigen Feld mit Zuckerüben an der Landesstraße 92. „Die Pflanzen sind viel zu klein, die Blätter müssten jetzt schon den Boden bedecken“, sagt Jung. Er reißt eine Rübe aus der Erde, die etwa so große wie ein Radieschen ist. „Ich weiß nicht, wie viel die noch wachsen. Sie sollten so etwa 800 Gramm haben, in Realität werden es 400 Gramm werden“. Im Oktober werden die Rüben geerntet und größtenteils für einer der beiden eigenen Biogasanlagen der Agro-Farm gebraucht.

Nur wenige Meter weiter steht ein Schlag mit Wintergerste. „Das Getreide ist schon viel zu gelb, es müsste noch grüner sei zu diesem Zeitpunkt. Es wird notreif, weil Flüssigkeit fehlt und muss wohl 14 Tage früher geerntet werden “, erklärt Johannes Funke. Der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Havelland spricht noch nicht von dramatischen Situation in der Landwirtschaft im Havelland, aber er sagt: „Die roten Alarmlampen gehen an.“ Viele Leiter landwirtschaftlicher Betriebe hätten ihn angerufen und über die große Trockenheit informiert. Manche können ihre Felder beregnen, manche können auch angestautes Wasser aus Gräben ziehen, aber längst nicht die Mehrheit.

Vor allem ist klar, für die Verluste, die der Trockenheit geschuldet sind, gibt es keine Entschädigungen vom Land oder der EU. „Das ist das unternehmerische Risiko der Landwirte“, so Funke.

Die Niederschläge im Mai 2015 im Land Brandenburg laut Landesbauernverband nur zwei Drittel unter dem Mittelwert der letzten 30 Jahre. Was bedeutet, „das uns auch kurze Regenschauer jetzt nicht mehr helfen werden“, sagt Mathias Jung.

Dabei gehört die Agro-Farm in Neukammer noch zu den glücklicheren Betrieben, weil die Böden auf der Nauener Platte an sich sehr gut sind und einen hohen Lehmgehalt aufweisen. Außerdem lebt der 24-Mann-Betrieb nicht nur vom Anbau von Getreide Kartoffeln, Mais, Raps und Sudangras, er engagiert sich auch im Bereich regenerativer Energien und betreibt eine Fotovoltaik- und zwei Biogasanlagen. Darüber hinaus liefert das Unternehmen Futter und Stroh für Reitpferde an den Bundesgrenzschutz sowie an den Berliner Zoo und den Tierpark.

Beim Raps rechne er im diesem Jahr mit etwa 20 Prozent weniger Ertrag“, so Mathias Jung. Statt der 50 Doppelzentner pro Hektar würden es etwa 45 werden, so der Betriebsleiter. Helfen würde den Landwirten der Region, wenn die Grabensysteme wieder in Betrieb genommen werden könnten und Wasser angestaut würde.

Von Jens Wegener

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