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Landwirte fordern Tabuzonen für Wölfe

Havelland Landwirte fordern Tabuzonen für Wölfe

Immer wieder werden in Brandenburg Tiere von Wölfen gerissen – jetzt haben sich mehrere Landwirte aus dem Havelland für Wolfs-Tabuzonen ausgesprochen. Vor allem aus Ortschaften soll das Tier ferngehalten werden. Außerdem sollen Tierbesitzer entschädigt werden.

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Der Wolf steht unter Naturschutz, aber er bereitet vielen Landwirten keine Freude.

Quelle: dpa

Havelland. Der Wolf ist im Landkreis Havelland längst kein Unbekannter mehr. Sei es das Tier, das vor Monaten mehrere Tage in der Kreisstadt Rathenow rumgelaufen war oder die inzwischen schon mehrfachen Angriffe auf Wildtiere und Schafe im Landkreis, darunter auch in Paulinenaue, die eindeutig auf Attacken des Wolfes hindeuten. Deshalb hat sich nun der Kreisbauernverband Havelland in die Diskussion um die Ausbreitung des unter Naturschutz stehenden Tieres eingeschaltet, um die Interessen der havelländischen Landwirte und Tierhalter zu vertreten.

„Wir fordern den Landkreis Havelland, die Bürgermeister und Amtsdirektoren auf, sich aktiv in die 2017 anstehende Überarbeitung des Wolfs-Managementplanes des Landes Brandenburg einzubringen“, so Geschäftsführer Johannes Funke. Man erkenne den hohen Schutzstatus des Wolfes an, was aber nicht zu einer flächendeckenden Ausbreitung dieses Tierbestandes im Havelland führen dürfe. Insbesondere die Belange der Tierhalter sind dabei zu berücksichtigen. „Ortschaften und besiedelte Gebiete müssen Tabuzonen werden“, heißt es in der Erklärung des Kreisbauernverbandes.

Hintergrund

Der Kreisbauernverband Havelland ruft alle Beteiligten auf, Wolfsfunde und Schadensfälle zeitnah beim Landesbauernverband Brandenburg oder der zuständigen Stelle beim Landesamt für Umwelt zu melden und somit einen Beitrag für eine realitätsnahe Datenerfassung und Bewertung der Wolfsvorkommen und der Wolfsschäden zu ermöglichen.

Die offizielle Wolfshotline des Landes Brandenburg hat die Nummer (01 72) 5 64 17 00.

Gefordert wird vor allem eine „umfängliche und unbürokratische Entschädigung“ von Tierbesitzern nach Wolfsübergriffen auf der Basis eines bestehenden Rechtsanspruches – und zwar unabhängig von der Betriebsform. „Sonst droht ein Konflikt“, so Funke, „weil diejenigen Tierhalter bestraft würden, die die tierwohlgerechte Freilandhaltung bevorzugen.“

Zudem sei unabdingbar, dass Behörden schneller auf Wolfübergriffe reagieren dürfen. „Wird ein Nutztier gerissen, muss innerhalb von einer Stunde die Entnahme eines Wolfes, also Lebendfang oder Tötung, angeordnet werden könne“, so Funke weiter.

Beim Aufstellen von Elektrozäunen zum Schutz vor Wolfattacken solle darauf geachtet werden, dass nicht Landschaftsräume zerschnitten werden. Die Gefahr bestehe vor allem bei Betrieben mit Weidehaltung von Rindern, Pferden und Schafen aber auch bei Wildhaltungen auf den weitläufigen Grünlandflächen im Havelland. „Grundsätzlich müssen alle Fragen des Wolfsmanagements mit einer rechtssicheren Regelung versehen werden. Aus Fehlern, die bei der Ansiedlung anderer Problemtierarten wie dem Biber oder bei Elchen gemacht wurden, sollte man lernen“, so der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes.

Von Jens Wegener

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