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Landwirte kritisieren die Verwaltung

Kontrolle des Wasserstandes Landwirte kritisieren die Verwaltung

Die Wasserregulierung in der Unteren Havelniederung, dem Rhinluch und dem Dossbruch funktioniert nicht gut vernünftig. Das kritisieren Landwirte. Flüsse und Gräben waren unverhältnismäßig hoch gestaut. Auch Schöpfwerke würden nicht funktionieren. Wenn das Wasser in den Kellern der Häuser steht, ist es zu spät, so ein Anwohner.

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Dossewehr „Salanderhorst“ bei Strodehne wird derzeit saniert.

Quelle: foto: stein

Rhinow. Das Amt Rhinow soll die Arbeit in seiner vor drei Jahren gebildeten Arbeitsgruppe „Wasser“ wieder aufnehmen. Einen solchen Beschluss fasste der Amtsausschuss am Donnerstagabend in Rhinow. Landwirte und Einwohner aus der Region hatten zuvor in einer sachlichen Aussprache von den Abgeordneten und der Verwaltung erstarkendes Engagement für eine funktionierende sinnvolle Wasserregulierung in der Unteren Havelniederung, dem Rhinluch und dem Dossbruch gefordert. Wiederholt haben das Einwohner und Landeigentümer, die ein Ansteigen des Grundwasserspiegels befürchten, angesprochen, weil Flüsse und Gräben unverhältnismäßig hoch gestaut werden. Auch Schöpfwerke würden nicht funktionieren, erklärte Henry Eichmann den Hilferuf. „Wenn das Wasser in den Kellern der Häuser steht ist es zu spät“, begründete der Einwohner und ehemalige Stadtverordnete von Rhinow seine Aufforderung an den Amtsausschuss jetzt und heute zu handeln. Der Naturschutz habe zu viel Einfluss und bestimme zu 70 Prozent, wann und wie hoch Wasser gestaut wird, erklärte Eichmann seine Sicht zu in den letzten Jahren zunehmend vernässten Flächen und in der Pflege vernachlässigte Gewässer.

Dem Wasser- und -bodenverband treffe keine Schuld. Der Verband würde eine ordentliche Arbeit leisten, sagte Eichmann unter Zustimmung der mit ihm zur Amtsausschusssitzung gekommenen Landwirte. Als Pächter habe man dem Landeigentümer gegenüber die Pflicht zum Erhalt der Bodenqualität, betonte Detlef Ebert, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Stölln. Auf ständig vernässten Flächen sei eine fachliche Bewirtschaftung kaum möglich, sagte Ebert weiter. Das Flurneuordnungsverfahren Große Grabenniederung mit einem Flächentausch habe das Problem etwas entschärft.

Ein zwei Wochen früherer Sommerstau und die Zustimmung seitens der Naturparkverwaltung für variablere Erntezeiten würden hilfreich sein, meinte Enrico Voigt von der Agrargenossenschaft Gülpe, die 300 Hektar Naturschutzfläche bewirtschaftet. Für Rübehorst sei eine Wiederinbetriebnahme des Schöpfwerkes Sieversdorf wichtig, betonte Gemeindevertreter Manfred Rogge und dem Strodehner Landwirt Marko Paproth wäre zur besseren Bewirtschaftung seiner Flächen mit einem besseren Wasserfluss im Mühlenrhin geholfen. Auch das Schöpfwerk Görne müsse wieder in Betrieb genommen werden. Dafür notwendige Sanierungsarbeiten scheiterten bisher an der Bereitschaft einiger Landwirte, sich an den Kosten zu beteiligen. Rhin und Dosse sind Gewässer I. Ordnung und obliegen somit der Landeshoheit. Für Eckhard Wilke, Abgeordneter der Stadt Rhinow im Amtsausschuss, ist eine regionale Einflussnahme auf die Wasserhaltung in diesen Flüssen zumindest zweifelhaft. Die Probleme sind vielfältig. Einfluss auf die Wasserhaltung zu nehmen, sei schwierig und nur möglich, wenn in der Region auch alle Akteure zur Zusammenarbeit gewillt sind, betonte Amtsdirektor Jens Aasmann. Einen solchen gemeinsamen Willen habe er in letzter Zeit teilweise vermisst. So sei das Amt zu den Beratungen des Kleinen Staubeirates Große Grabenniederung nicht mehr eingeladen worden. Eine Einbeziehung in diese Arbeit ist für Aasmann aber Voraussetzung,wenn die Arbeitsgruppe „Wasser“ unter seiner Regie etwas bewirken soll.

Von Norbert Stein

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