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Landwirte verteilen Lockstoff

Hohennauen Landwirte verteilen Lockstoff

Die Agrargenossenschaft Hohennauen hat erstmals in diesem Jahr Blühstreifen an Feldrändern angelegt und will damit der Natur Gutes tun. Dill, Boretsch, Koriander, Buchweizen, Sonnenblume und viele andere Pflanzen sollen Bienen und Insekten anlocken. Ganz ohne Verluste für die Landwirtschaft ist dieses Projekt aber nicht.

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Peter Wilke in einem Blühstreifen, angelegt am Feldrand eines Maisfeldes bei Hohennauen.

Quelle: Norbert Stein

Hohennauen. Bei der Agrargenossenschaft Hohennauen blühen Feldrandstreifen. Besonders schön auffällig sind derzeit die Sonnenblumen. Die Landwirte haben erstmals in diesem Jahr Blühstreifen angelegt. Ausgewählt haben sie dafür Maischläge entlang der Bundesstraße 102 und weiteren wichtigen Straßen in ihrem Anbaugebiet. Die Blühstreifen sind drei Meter breit und wurden vor mehreren Maisfeldern gesät. Insgesamt sind es vier Kilometer Blühstreifen vor rund einem Drittel aller Maisfelder der Agrargenossenschaft Hohennauen.

„Wir wollen damit einen Beitrag für den Naturschutz leisten“, sagt Peter Wilke, Abteilungsleiter der Agrargenossenschaft Hohennauen. Die Blühstreifen an den Rändern der Maisfelder locken Bienen und Insekten an und verschaffen ihnen wieder mehr Lebensraum. „Die Natur mit der Landwirtschaft und die Menschen sind auf die Bienen angewiesen“, sagt Peter sagt Wilke und betont, dass man dafür auch etwas tun muss.

Ernteverluste nehmen die Landwirte in Kauf

Die Blühstreifen werden nicht gedüngt und auch nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt. Bestellt hat die Agrargenossenschaft die Feldrandstreifen im Frühjahr mit einer den Bienen und Insekten wohltuenden Blühmischung. Die Mischung enthält 14 verschiedene Pflanzenarten. Es sind: Dill, Boretsch, Koriander, Buchweizen, Sonnenblume, Ölleinen, Futtermalve, Serradella, Ölrettich, Phacelia, Gelbsenf, Alexandrinerklee, Perserklee und Wicke. Wobei die Sonnenblumen derzeit der absolute Hingucker sind. Eines haben alle Pflanzen gemeinsam. Sie sind „Insektenmagneten“ und haben die Wirkung einer Bienenwiese.

Die Bevölkerung kann das Projekt unterstützen

Das Projekt Blühstreifen soll nicht nur das Nahrungsproblem der Bienen beheben, es soll auch das Miteinander von Imkern und Landwirten fördern.

Der Landesverband der Bauern Brandenburg wirbt auch in der Bevölkerung um Unterstützung.

Mit einer Spende kann jeder den Kauf von Saatgut unterstützen.

Das Geld wird an einen teilnehmenden Landwirt weitergeleitet, der die Fläche zur Verfügung stellt und die Pflege des Blühstreifens übernimmt.

Ein Förderung für das Anlegen von Blühstreifen gibt es für Brandenburgs Bauern nicht.

Wo Blühstreifen wachsen, können die Landwirte keinen Mais ernten. „Den Ertragsverlust nehmen wir aber zugunsten der Natur gern in Kauf“, erklärt Abteilungsleiter Wilke. Er sieht darin auch ein Stück Imagepflege für die Landwirtschaft. Die Blühstreifen würden viel Zustimmung finden, ist seine Erfahrung aus geführten Gesprächen mit den Bewohnern der Dörfer und Ausflüglern, die vor den Maisfeldern anhalten und die Pflanzenvielfalt bestaunen. Und wenn sie dann auch noch die eine oder andere Sonnenblume abpflücken, haben die Landwirte auch nichts dagegen. Stehen lassen wäre aber besser, meint Wilke, damit alle etwas von den schönen goldgelben Blüten haben.

Imker sollen nun ihre an die Blühstreifen stellen

Ende 2016 hatte der Landesbauernverband Brandenburg die Blühstreifen-Initiative ins Leben gerufen und bei Landwirtschaftsbetrieben um Beteiligung geworben. Unter dem Motto „Wir machen die Landschaft bunt“ wurden Landwirte dazu ermuntert, Blühstreifen anzulegen. Eine Vereinfachung in den Agrarförderanträgen hat dann auch die Agrargenossenschaft Hohennauen zum Mitmachen ermutigt.

2016 hätte sie die Feldrandstreifen noch extra beantragen müssen. Der Aufwand wäre dem Betrieb zu aufwendig gewesen. In diesem Jahr war es nun erstmals möglich die als Blühstreifen vorgesehenen Feldränder mit einem Code in der gesamten Maisfläche zu versehen. So bekommt die Agrargenossenschaft auch für den Blühstreifen eine Agrarförderung, erntet auf ihr aber keinen Mais.

Ziel sei es, erklärt Peter Wilke, Imker zu gewinnen, die ihre Bienenvölker an die Blühstreifen stellen. Die Agrargenossenschaft Hohennauen werde 2018 die Blühstreifen nicht nur beibehalten, sondern an den Maisfeldern noch erweitern, kündigt der Abteilungsleiter an. Der Betrieb prüft zudem eine Verbreiterung der Blühstreifen auf fünf Meter. Blühstreifen angelegt hat in diesem Jahr im Westhavelland auch die Agrargenossenschaft Großderschau.

Von Norbert Stein

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