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Lange Wartezeiten für Reifenwechsel

Falkensee Lange Wartezeiten für Reifenwechsel

Der Winter mit seinen frostigen Nächten macht jedes Jahr besonders Autofahrern zu schaffen. Wer bislang keine Winterreifen aufgezogen hat und auf einen zeitnahen Termin in der Werkstatt des Vertrauens hofft, wird in diesen Tagen auch im Havelland wohl häufig eine Absage kassieren.

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Azubi Marcel Ortner ist zurzeit der Reifenbeauftragte im Autopunkt Falkensee - von morgens bis abends macht er die Autos wintersicher.

Quelle: Laura Sander

Falkensee. Und plötzlich war er da: Der Winter mit seinen frostigen Nächten und dem eisigen Wind macht jedes Jahr besonders Autofahrern zu schaffen. Das morgendliche Kratzen wird zu einem Muss, hier und da ächzt das Getriebe ein wenig lauter, als noch an warmen Tagen. Wer bislang keine Winterreifen aufgezogen hat und auf einen zeitnahen Termin in der Werkstatt des Vertrauens hofft, wird in diesen Tagen wohl häufig eine Absage kassieren. „Reifen werden bei uns derzeit von morgens bis abends gewechselt“, sagt Peter Przestacki, Geschäftsführer im Autopunkt Falkensee in der Coburger Straße. „Damit wir auch Unfallschäden beheben sowie Inspektionen und andere Reparaturarbeiten durchführen können, haben wir einen Mitarbeiter, der sich zurzeit ausschließlich um die Reifen kümmert“, so der Falkenseer. Alle Hebebühnen und Werkstattplätze sind belegt, die Mitarbeiter des 1991 gegründeten Unternehmens arbeiten im Akkord. Termine für den Reifenwechsel gebe es erst wieder in einigen Wochen.

Typische Winterschäden

Die typischen Winterschäden seien in der Falkenseer Werkstatt bisher jedoch ausgeblieben. „Batterien sind in den kalten Monaten eigentlich das Hauptproblem – da sind wir in der Regel schon einige Male im Jahr mit unserem Abschleppwagen im Einsatz. Eingefrorene Dieseltanks haben wir nur noch selten und wenn, dann kommt das bei älteren Modellen vor“, so Przestacki. Zum einen seien die Kraftstoffe besser geworden und zum anderen hätten modernere Fahrzeuge eine verbesserte Technik. Hat der Dieselkraftstoff jedoch erst einmal angefangen zu frieren, bilden sich Paraffinkristalle, die die Kraftstoffleitung verstopfen. Das passiert jedoch normalerweise erst ab 25 Grad minus. Da helfen nur noch auftauen lassen und möglicherweise ein neuer Kraftstofffilter. „Lässt man das Auto bei eisigen Temperaturen eine Woche draußen stehen, ist es wahrscheinlicher, dass etwas passiert, als wenn man es nur über Nacht stehen lässt“, sagt der Fachmann, der einen Wintercheck auf jeden Fall empfiehlt. „Diejenigen, die nicht regelmäßig zur Kontrolle kommen, sollten das schon machen lassen, um unschönen Überraschungen vorzubeugen.“

To-Do-Liste

Die Kontrolle der Profiltiefe und der Beleuchtung sowie die Überprüfung aller Flüssigkeiten, also unter anderem des Kühlwassers und der Scheibenwischflüssigkeit, die in jedem Fall mit Frostschutzmittel versehen werden sollten, stehen auf der To-Do-Liste eines jeden Autofahrers. „Außerdem sollte man die Türgummis einfetten und die Türschlösser behandeln und frostsicher machen – auch wenn man sie per Funkschlüssel öffnet.“ Sollte nämlich mal die Batterie des Schlüssels leer sein, wird das manuelle Aufschließen zum Problem.

Flauschig statt frostig

Anstelle von Väterchen Frost haben es Peter Przestacki und seine fünf Werkstattmitarbeiter in den letzten Wochen verstärkt mit einem eher flauschigen Zeitgenossen zu tun. „Wir reparieren derzeit viele Marderschäden. Die Tiere wärmen sich liebend gerne an den erhitzten Schläuchen auf – das ist zwar ganzjährig der Fall, aber im Herbst häufen sich die Schäden auffällig“, sagt der Autoprofi, der auch zu einer vorwinterlichen Behandlung des Lacks rät. „Da braucht es eigentlich nicht viel: Vor dem Wintereinbruch sollte man das Auto noch einmal putzen und konservieren, um es gegen Streusalz zu schützen. Nach dem Winter reicht es, das Fahrzeug zu waschen, auch eine Unterbodenwäsche wäre nicht verkehrt.“ Der ADAC empfiehlt außerdem einen Fensterputz – von außen und von innen – für den nötigen Durchblick in der dunklen Jahreszeit sowie die Erneuerung der Scheibenwischblätter, um Schlierenbildung vorzubeugen.

Dass ein wintersicheres Auto Unfälle verhindern kann, zeigt ein Beispiel vom vergangenen Wochenende. Hier war ein Autofahrer bei Ketzin/Havel von einer Landstraße abgekommen. Neben einem Atemalkohol von 1,1 Promille soll der 32-Jährige außerdem mit Sommerreifen unterwegs gewesen sein.

Von Laura Sander

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