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Langjährige Kita-Leiterin geht in Ruhestand

Friesack Langjährige Kita-Leiterin geht in Ruhestand

Insgesamt 43 Jahre lang war Brigitte Drewetzki Kita- beziehungsweise Kindergarten-Leiterin in Friesack, jetzt ist sie im Ruhestand. Als letzte „Amtshandlung“ hat sie eine Spiellandschaft für rund 5000 Euro auf dem Kita-Gelände übergeben. Dafür wurden über mehrere Jahre Spenden gesammelt, die unter anderem von Vereinen kamen.

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Die kleinen Friesacker „Rhinspatzen“ nehmen den neuen Spielplatz auf ihrem Gelände in Besitz.

Quelle: Klaus Gottschalk

Friesack. Alle Kinder waren mächtig aufgeregt, doch dann ging es endlich los. Sie konnten das neue Spielgerät auf dem Gelände ihrer Kita „Rhinspatzen“ in Friesack in Besitz nehmen. Jeder wollte der erste sein.

Feierliche Übergabe

Die feierliche Übergabe vor wenigen Tagen war die letzte „Amtshandlung“ von Brigitte Drewetzki, die von vielen nur „Gitti“ genannt wird. Seit 1. August ist die langjährige Kita-Leiterin bereits im Ruhestand, war zuvor von ihren Kollegen und den Kindern liebevoll verabschiedet worden. Nur die kleine Spiellandschaft, für die auch sie sich eingesetzt hatte, fehlte noch. Das wurde jetzt nachgeholt. „Privatpersonen, aber auch viele Vereine aus Friesack und dem Amtsbereich haben uns dafür mit kleineren und größeren Spenden bedacht“, freut sich die 63-Jährige, die nun beruhigt ihre Rentenzeit genießen kann – nach immerhin 43 Arbeitsjahren allein nur in Friesack.

Dass sie mal was anderes als „irgendetwas mit Kindern“ machen würde, konnte sich die gebürtige Friesackerin nie vorstellen. Schon gar keine Arbeit im Büro. So war es keine Überraschung, dass sie in Luckenwalde eine Ausbildung zur Kindergärtnerin absolvierte, bevor sie für zwei Pflichtjahre nach Löwenberg ging. Dort bekam die frischgebackene Erzieherin gleich eine Gruppe mit 24 Kindern.

Brigitte „Gitti“ Drewetzki hat jetzt mehr Zeit zum Lesen

Brigitte „Gitti“ Drewetzki hat jetzt mehr Zeit zum Lesen.

Quelle: Andreas Kaatz

Um viele Erfahrungen reicher zog es Brigitte Drewetzki 1973 zurück an den Rhin, wo sie geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen ist. Im Kindergarten auf dem Burggelände war die Leiterinnenstelle frei. „Eigentlich wollte ich nie Leiterin werden, hoffte, dass ich irgendwann umschwenken kann“, sagt sie schmunzelnd. Doch vergeblich. Sie blieb es bis zuletzt und bereut es bis heute nicht.

Anfangszeit

Gern denkt sie an die Anfangszeit auf dem Burggelände zurück, auch wenn damals die Bedingungen in dem Barackenbau nicht die besten waren. Geheizt wurde noch mit Kohle, „und wenn die Hausmeisterin krank war, mussten wir Erzieherinnen morgens in den gruseligen Schuppen, um Kohlen zu holen“, sagt sie und lacht. Angesichts des Spielgerätes, das die Kinder damals dort hatten, würden die TÜV-Prüfer heutzutage wohl die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Auf dem Gelände stand ein echtes ausrangiertes Kleinflugzeug mit allem und Drum und Dran. Es war DER Renner bei den Kindern. Brigitte Drewetzki erinnert sich zudem, dass Opa Henkelmann mit dem Pferdewagen das Mittagessen brachte.„Und ganz wichtig waren für uns auch immer die Eltern.“ So verlegten die Väter in ihrer Freizeit Platten für einen Weg.

Dann wurde der moderne Neubau im Sonnenweg errichtet. Am 11. April 1988 war die Eröffnung, am Wochenende davor lief die große Umzugsaktion. Nunmehr waren die Kinder und Erzieher der beiden Friesacker Kindergärten – auch die aus dem Eichenweg – unter einem Dach vereint. Die Leitung wurde Brigitte Drewetzki übertragen.

Die Wende 1989 brachte auch für die Friesacker Kita Veränderungen. Die Mitarbeiter mussten die Schulung zum staatlich anerkannten Erzieher machen, doch wenig später gab es kaum noch Kinder zu betreuen. „Die Phase der Entlassungen im Jahre 1997, das war schon eine schlimme Zeit, menschlich bedrückend“, sagt die Friesackerin. Es traf damals vor allem die Jüngsten.

Geheime Namenswahl

Doch es musste weitergehen und am Besten mit einem Namen für die Einrichtung. Vorschläge gab es viele, nach der geheimen Wahl stand fest: „Rhinspatzen“ soll die Kita heißen. Im Mai 2001 war die Namensgebung, das erste Spatzenfest wurde im Jahr darauf gefeiert. 2005 schrieb Ehrenbürger Fritz Kuhnert „Das Lied der Rhinspatzen“, fortan die „Nationalhymne“ der Kita. Und deren Team machte zeitweise auch außerhalb der Arbeit etwas gemeinsam. „Unsere lustige Truppe trat mit dem Schrubbertanz beim Rentnerkarneval auf“, nennt die 63-Jährige ein Beispiel.

„Es war eine schöne Zeit“, sagt Brigitte Drewetzki, die viel Herzblut in ihre Arbeit gesteckt und immer gern mit Kindern gearbeitet hat. „Aber ich werde noch eine Weile brauchen, um den neuen Lebensabschnitt genießen zu können. Es sind so viele Jahre, die wischt man nicht einfach weg.“ Mehrere Generationen gingen durch ihre Hände. „Heute kommen Eltern, die ich damals als Kinder betreut habe. Wenn man sieht, was sie für eine Entwicklung gemacht haben, dann freut man sich auch.“ Ihrem Team, den Eltern und Kindern wünscht sie alles Gute.

Von Andreas Kaatz

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