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Laut und bunt in Rathenow

Musikfestival im Rathenower Optikpark Laut und bunt in Rathenow

Das Musikfestival „Laut und Bunt“ ist von Jugendlichen für Jugendliche. Einst wurde es ins Programm genommen, um ein Zeichen für ein buntes und tolerantes Rathenow zu setzen. Dieses Anliegen ist geblieben. Und auf dem Mühlenhof des Optikparks ging es wirklich bunt zu.

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Quelle: Uwe Hoffmann

Rathenow. Mit seinen Musikern aus der Region stand das 8. Musikfestival „Laut + Bunt 8.0“ ganz im Zeichen des Jubiläumsjahres „800 Jahre Rathenow“. Die Jugendinitiative Laut + Bunt lud nach der Pause im Buga-Jahr mit „Villa Hagenstraße“ und „Mehrweg“ zwei Rathenower Bands in den Mühlenhof des Optikparks ein.

In anderer Besetzung

Aber auch die Sänger von „The Fope“ aus Hamburg und „Quint and the Sharks“ aus Greifswald stammen aus der Region Rathenow. „Wir spielen ‚Sharkrock’, Hardrock mit Punk- und Metal-Einflüssen, erzählte der gebürtige Großwudicker Christopher Reimann, der 2001 zum Studium nach Greifswald ging. 2012 spielten „Quint and the Sharks“ mit Christopher, allerdings noch völlig anderer Besetzung, bei der Fête de la Musique am Alten Hafen.

Bei „Laut + Bunt“ stand er mit seiner Sharh-Keytar, dem typischen Umhänge-Keyboard von Bands der 80er Jahre, auf der Bühne. Wie er sind noch drei weitere der sechs Mitglieder, der an der Uni gegründeten Band, Lehramtsstudenten. Und spontan hatten sie nach ihrem Auftritt zumindest gleich einen neuen Fan. Michelle Becker aus Wreden, an der holländischen Grenze, macht gerade mit ihrer Mutter Urlaub in Rathenow. „Die Band war cool“, sagte die 14-Jährige, die sich gleich ein Band-Shirt kauft.

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Zum achten Mal fand im Rathenower Optikpark das Musikfestival „Laut und Bunt“ statt. Damit wurde neben einem tollen Musikprogramm auch wieder ein Zeichen für eine bunte, tolerante und offene Stadt Rathenow gesetzt.

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Die 2006 gegründete Rathenower Band „Villa Hagenstraße“, spielte „guten alten Rock’n’Roll“, Songs von Bands wie CCR oder den Titel „Sweet home Alabama“. „Wallbreaker“ aus Brandenburg/Havel hatten viele Fans mitgebracht. Zum ersten Mal an diesem Nachmittag füllte sich der Raum direkt vor Bühne mit Fans, die zur Musik pogten.

Erst bunt, dann laut

„Bunt war es gerade. Jetzt wird es laut“, kündigte Jugendkoordinator Tilo Windt „Wallbreaker“ an. Die Band, die ihre eigenen Songs spielte, existiert erst seit Oktober letzten Jahres. Unterstützt wurden sie durch den „geheimen“ Gig ihrer Freunde, „Miyagies“. Die vier Jungs aus Brandenburg/Havel rappen ihre eigenen Texte auf Deutsch. „Wir teilen uns mit ‚Wallbreaker’ den Probenraum“, erzählten die Rapper, die sich erst erst im Anfang des Monats zusammen gefunden haben und bereits an ihrem ersten Album arbeiten.

„I am Jerry“ laufen derzeit erfolgreich auf Radio Fritz. In Berlin trat die 2008 gegründete Band aus Sprockhöfel bei Wuppertal schon auf. Im Havelland spielten sie ihren Indie-Alternative-Rock mit deutschen Texten erstmals. „Radio Havanna“ standen mit ihrer deutschsprachigen Punkmusik als sechste Band des Festivals bereits vor rund 250 Gästen auf der Bühne. Mit ihrer Flagge „Refugees Welcome“ gaben die Berliner ein klares Statement ab. „In Potsdam waren wir bereits auf dem ‚Beats against racism’ dabei“, so die Band. Auf dem Mühlenhof war eine kleine Ausstellung aufgebaut.

Die Geschichte vom Nachbarn

Nach einer Idee der Jugendinitiative erzählt die Rathenowerin Denise Jäkel die Geschichte von sechs jungen Flüchtlingen in unserer Region. Nach ihrem rund 90-minütigen Auftritt sorgte ein kleiner Rathenower Junge für Furore. Er setzte sich spontan ans Schlagzeug und legte ein begeisterndes Solo hin. Kein Wunder bei diesem Vornamen: Tyler. Der Fünfjährige stand schon während des Auftritts von „Radio Havanna“ am Bühnenrand und „trommelte“ die harten Beats mit einem Drumstick mit. „Er will jetzt unbedingt Schlagzeug lernen“, sagte sein Vater. Für die Jungs von „The Fope“ war das Konzert bei „Laut + Bunt“ ihr erster großer Auftritt außerhalb ihrer Heimat um Hamburg.

Sänger Martin Rausch war allerdings schon 2009 auf dem „Laut + Bunt“. Der gebürtige Rathenower feierte damals noch im Zuschauerraum die auftretenden Bands. 2011 verließ er nach dem Abi Rathenow. An der Uni Hamburg gründeten die über die Bundeswehr Studierenden die Band. „Mehrweg“ aus Rathenow existieren bereits seit 1998, damals noch vier Jahre lang unter dem Namen „Hellride Society“. Sänger Daniel Bree und Bassit Andreas Krätzinger sind noch heute dabei. Gitarre spielt seit September letzten Jahres Daniel „Perle“ Perlick, der an diesem Tag schon mit „Villa Hagenstraße“ auf der Bühne stand.

Street Soccer mit der KSJ

Das kleine durch die Kreissportjugend organisierte Street-Soccer-Festival mit fünf Teams, jugendlichen Flüchtlingen aus Rathenow und Friesack und Schülern der Pestalozzi-Schule gewannen „Janzenna“. Die „Free Kickers“ von der Pestalozzi-Schule holten sich den Fairplay-Pokal.

„Laut + Bunt“ wurde in diesem Jahr wieder von Stadt und Landkreis, Demokratie leben!, Amadeu Antonio Stiftung, Der Linke, Diakonie Havelland und zum ersten durch pro Asyl unterstützt. Nachdem im Optikpark um Mitternacht die Stecker gezogen wurden, begann die Aftershowparty in der Musikbrauerei, die das Festival ebenfalls unterstütze. So wie Kulturstaatssekretär Martin Gorholt, der auf der Bühne meinte, dass „die Menschen, die als Flüchtlinge zu uns kommen, ankommen und integriert werden sollen“.

Das Festival gehört zu Rathenow

„Laut + Bunt gehört zu Rathenow“, sagte auch Ronald Seeger. „Wir leben mit Veränderungen“, griff der Bürgermeister das Motto des Festivals „Spirit of change“ und die außer die Fugen geratene Welt auf. Dass „Laut + Bunt“ auch weiterhin zu Rathenow gehört wünschen sich auch die sieben Organisatoren der Jugendinitiative Laut + Bunt, von denen Maria Beyer, Ulrike Wilke, Juli Schmidt und Johanna Lämmel schon seit Anfang dabei sind. Denn sie alle wollen die Verantwortung für die Organisation des Festivals weitergeben. „Wenn sich niemand findet, machen wir das Festival weiter, so lange es finanzierbar ist“, meinte spontan Stadtverordneter Andreas Gensicke, der die Nacht mitfeierte.

Von Uwe Hoffmann

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