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Lebensretter und Ehrenamtliche geehrt

Nauener Sommerfest Lebensretter und Ehrenamtliche geehrt

Auf den besonnenen und professionellen Einsatz der Rettungskräfte nach einem Unfall im Nauener Stadtbad reagierte der Bürgermeister der Stadt prompt. Auf seinem Sommerfest zeichnete neben verdienten Ehrenamtlern auch das gesamte Team der Retter aus. Bei dem dramatischen Einsatz gab es Sieger, Helden und Verlierer.

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Die Rettungsschwimmer Gerd Steinhäuser (r.) und Felix Bergmann an ihrem Arbeitsplatz.

Quelle: Annett Lahn

Nauen. 40 Minuten lang – eine gefühlte Ewigkeit - kämpften Rettungsschwimmer, Sanitäter und Arzt am 6. Juli im Nauener Stadtbad um das Leben eines 25-Jährigen Badegastes. Er trieb bewusstlos auf dem Wasser und konnte dank des besonnenen und professionellen Einsatzes der Helfer reanimiert und gerettet werden.

Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann ehrte sie beim Sommerfest der Stadt am Sonnabend.

Den genauen Hergang der dramatischen Rettung schilderte Markus Kumer, Geschäftsführer der Dienstleistungsgesellschaft (DLG) Nauen, die das Stadtbad betreibt, den 80 geladenen Gästen im Festzelt in einer bewegenden Rede.

Jeder im stillen Festzelt lauschte mit Gänsehaut und schnell wechselnden Emotionen wie sich der Rand des Schwimmbeckens an einem ganz normalen Sommertag in eine Intensivstation verwandelte. Die Helden des Moments griffen trotz eigener Anspannung wie Zahnräder einander und funktionierten bis das Wunder geschah und das mit dem Tod ringende Unfallopfer die Augen öffnete. Nachdem die Rettungsschwimmer des Stadtbades Felix Bergmann und Gerd Steinhäuser den jungen Mann aus dem Wasser gezogen hatten, versuchten sie ihn 20 Minuten lang wieder zu beleben. Sie gingen von einem epileptischen Anfall aus.

„Plötzlich riss er die Augen auf“, sagte Kumer und seine gebannten Zuhörer, dachten die Retter hätten den Überlebenskampf bereits gewonnen. Ein Trugschluss. Der Mann wurde erneut bewusstlos. Während Sanitäter und Notärzte nicht durch die Einfahrt kamen, weil Eltern der benachbarten Kita diese zugeparkt hatten, nahm die Dramatik weiter zu. Zorn kam auf. Kumer, der am Unfalltag selbst im Büro des Stadtbades arbeitete, fand die Fahrer und sorgte für freie Fahrt. Kumer erklärte: „Diese Minute war entscheidend für das Überleben des Verunglückten. Damit das nie wieder passieren kann, wird unverzüglich eine Schranke gebaut.“ Der verunglückte Badegast lag ein Tag im Koma. Über die Ursache sei nichts bekannt. Am Endes dieses dramatischen Sommertages gab es für Kumer Helden, Sieger und Verlierer. Jeder im Zelt wusste, dass die Falschparker die Verlierer waren.

Aufgrund des Unfalls reagierte Bürgermeister Detlef Fleischmann schnell. Er verlieh seinem Sommerfest, das auch künftig den Neujahrsempfang ersetzen soll, ein untypisches, ernsthaftes Thema. Neben fünf ehrenamtlichen Helfern ehrte er das gesamte Team der am Rettungseinsatz Beteiligten. Die Zeit, den Dank persönlich entgegen zu nehmen, hatten neben dem Rettungsassistenten Florian Tübel nur die Rettungsschwimmer des Stadtbades Felix Bergmann (25) und Gerd Steinhäuser (51). Bergmann stammt aus Velten und arbeitet seit 2013 im Stadtbad. Steinhäuser ist erst seit Mai in Nauen. Beide haben schon häufig Situationen erlebt, die nicht wie am 6.Juli mit einem Wunder endeten. Mit für Helden typischer Bescheidenheit, verwiesen sie auf die gute Zusammenarbeit des gesamten Rettungsteams. Bergmann sagte: „Man spult das Programm im Kopf ab und dazu kommt eine große Menge Adrenalin.“

Die Geehrten

Lea Grenzel leitet seit 2004 den Jugendklub in Markee – ehrenamtlich. Sie versucht, nach dem Rückzug des Vereins Mikado aus Markee, wieder ein reges Klubleben aufzubauen.

Bodo Jannasch ist aus dem Behindertenverband Osthavelland kaum noch wegzudenken. Als stellvertretender Vorsitzender berät er Hilfesuchende, unterstützt Bauherren mit Tipps zur Barrierefreiheit und bereut die Facebookseite des Verbandes. Außerdem unterstützt er die Nauener Tafel und engagiert sich bei Aktionen gegen Fremdenfeindlichkeit und für Toleranz.

Monika Bark wurde für ihre langjährige Arbeit geehrt, die die Rollstuhlfahrerin an der Spitze des Behindertenverbandes Osthavelland leistet. Sie war an den Vorbereitungen zur Feier anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Verbandes beteiligt.

Ralph Bluhm hat entscheidend daran mitgewirkt, dass in Markee ein Bürgerverein gegründet wurde. Dieser kümmerte sich unter anderem darum, dass Ehrenamtliche das ehemalige Gemeindebüro zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut haben, wo es auch Räume für den Jugendklub gibt. Außerdem ist es der Initiative von Ralph Bluhm zu verdanken, dass es in Markee 2015 nach 18 Jahren wieder ein Dorffest gab.

Volker Müller stellte sich 2011 an die Spitze des VfL Nauen, als sich der Verein in einer existenzbedrohenden Lage befand. Dank seiner Führung ist der VfL, mit 300 Mitgliedern einer der größten Vereine der Stadt, wieder in ruhigem Fahrwasser.

Von Annett Lahn

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