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Havelland Leerstand macht Sorgen
Lokales Havelland Leerstand macht Sorgen
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00:32 26.10.2015
Das Wohn- und Geschäftsgebäude an prominenter Stelle in der Marktstraße stammt von 1905. Bis 1955 war dort ein Lichtspielhaus drin. 2012 machte das Modegeschäft zu, seither stehen die Ladenräume leer. Quelle: Andreas Kaatz
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Nauen

Für viele Nauener ist das Eckhaus Marktstraße 24 symptomatisch für den Zustand der Altstadt als Einkaufsstandort. Die Ladenräume im Erdgeschoss stehen leer, seitdem 2012 das Modegeschäft geschlossen hat. Und es gibt weitere Läden wie etwa das Drogeriegeschäft, das in der Marktstraße zugemacht hat, oder aber der „Mediatunnel“ in der Mittelstraße. Wie Bürgermeister Detlef Fleischmann kürzlich sagte, werde der Leerstand von Händlern und Bürgern mittlerweile als Bedrohung empfunden, „da er ins Auge fällt“.

Wie bei einem Wirtschaftsstammtisch deutlich wurde, fehlt es in Nauen zum einen an mutigen Existenzgründern. Zum anderen ist offenbar eine Koordinierung nötig, ein so genanntes Geschäftsstraßenmanagement, das die Fäden in der Hand hat. Gegeben hat es das schon einmal – 2003/04. „Damals gab es im Rahmen des Förderprogramms Zukunft im Stadtteil für ein Jahr Geld für eine solche Stelle“, sagt Gunther App von der Stadtverwaltung. Die Managerin hatte unter anderem neue Händler begrüßt, Schaufenster von leerstehenden Läden gestaltet und stand als Ansprechpartnerin und Beraterin zur Verfügung.

„Die Förderung war aber nur als Anschubfinanzierung gedacht gewesen, um entsprechende Strukturen aufbauen zu können“, sagt App. Nach dem einen Jahr sei es aber nicht gelungen, die Finanzierung weiter sicherzustellen. Weder kam Geld von der Stadt, noch gelang es, die Einzelhändler zu motivieren, die Stelle mitzufinanzieren, so App. So blieb das Geschäftsstraßenmanagement nur eine Episode, konnte sich in der sehr kurzen Zeit kaum entwickeln. Und App glaubt – sollte jetzt eine solche Stelle neu geschaffen werden – müsste diese die Stadt wohl allein tragen und dies für einen nicht absehbaren Zeitraum.

Siegfried Mikosek führt ein Lederwarengeschäft in der Mittelstraße. Er kann verstehen, dass in Zeiten des Internethandels die Bereitschaft sich in Grenzen hält, einen Laden zu eröffnen. „Der Havelpark und die Spandau-Arkaden sind auch nicht weit weg“, meint er mit Blick auf konkurrierende Standorte. So ist für ihn der Leerstand kein spezifisches Nauener Problem. Ähnlich sieht es Heiko Kähne vom Blumengeschäft. Er hält Neuansiedlungen angesichts der Konkurrenz durch Internet und große Märkte für immer weniger wahrscheinlich. Die Händlerstruktur habe sich in Nauen fast konsolidiert, meint er. Mikosek würde sich zur Belebung der Altstadt mehr Veranstaltungen dort wünschen.

Beide fänden zudem einen erneuten Anlauf für ein Geschäftsstraßenmanagement gut, so wie auch Katja Müller-Morgenstern vom Schlüsseldienst. „Dies ist unerlässlich. Es fehlt hier eine ordnende Hand.“ Sprich: Sortimente müssten gezielter an bestimmten Standorten platziert werden, um die Altstadt mehr zu beleben. Und ein Manager sollte die Geschäftsleute auch dazu beraten, was sie machen dürfen, um den Wohlfühleffekt in der Altstadt zu erhöhen. „Ich wüsste beispielsweise gern, ob ich vor dem Laden eine Bank oder Blümchen stellen kann.“ Sie glaubt indes, dass der Leerstand auch etwas mit zu hohen Mietpreisen zu tun hat. „In Nauen verdient man das Geld nicht so schnell.“

Zahlreiche Objekte in der Altstadt betreut die H & L Hausverwaltung. Dass so viel leersteht, findet Inhaberin Sandra Turbanisch aber nicht. Ebenso sieht sie nicht, dass die Mieten zu hoch wären, denn Interessenten gäbe es durchaus. „Entscheidend ist aber das Angebot. Wir wollen auf jeden Fall schöne Sachen in der Altstadt.“ So werde geprüft, ob das Sortiment hineinpasst – auch, um an anderer Stelle nichts kaputt zu machen. Manchmal dauere eine Neubelegung von Läden auch länger, weil erst Nutzungsänderungen zu beantragen sind und Umbauten erfolgen müssen. Dringend werde etwa ein Fahrradladen gesucht.

Beim Wirtschaftsstammtisch bot der Da-Vinci-Campus an, in leerstehenden Läden Ausstellungen mit Schülerarbeiten zu machen und Schaufenster durch Schulklassen gestalten zu lassen, um das Erscheinungsbild zu verbessern.

Von Andreas Kaatz

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