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Leonie (1) hat einen berühmten Patenonkel

Rathenow (Havelland) Leonie (1) hat einen berühmten Patenonkel

2013 zogen Michael und Sandra Arndt von Berlin ins beschauliche Kleinwudicke im Milower Land. Nicht weil ihnen das Großstadtleben zuwider war, sondern weil sie Platz für ihre sieben Kinder brauchten. Für Töchterchen Leonie übernahm nun Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Patenschaft.

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Die kleine Leonie wächst mit ihren sechs Geschwistern in Kleinwudicke im Milower Land auf und ist nun Patenkind des Bundespräsidenten.

Quelle: Christin Schmidt

Kleinwudicke. Die 80 Quadratmeter große Wohnung in Berlin war für die damals achtköpfige Familie Arndt schlichtweg zu klein. Also zogen Sandra und Michael Arndt 2013 mit ihren Kindern Louis, Marie, Lukas, Nele, Michelle und Nathalie nach Kleinwudicke in ein Haus das ausreichend Platz und viel Natur drumherum bot.

Am 18. März 2016 vergrößerte sich die Familie noch einmal. Töchterchen Leonie erblickte in Rathenow das Licht der Welt. Sie ist das siebente Kind der Familie. Eine Rarität angesichts der Tatsache, dass die durchschnittliche Geburtenziffer derzeit bei etwa 1,5 Kindern pro Frau liegt. Sandra und Michael Arndt haben also ihren Anteil zum Erhalt der Bevölkerung über die Maßen erfüllt und das verdient Anerkennung, meint auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Die Ehrenpatenschaft hat symbolischen Charakter

Er hat nun die Patenschaft für die kleine Leonie übernommen. Die entsprechende Urkunde für die Ehrenpatenschaft überreichte am Mittwoch stellvertretend Felix Menzel (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Milower Land. „Das ist für uns eine Anerkennung und es erfüllt mich durchaus mit Stolz“, sagt die siebenfach Mutter.

Die Ehrenpatenschaft hat in erster Linie einen symbolischen Charakter und ist nicht mit einer Taufpatenschaft zu vergleichen. Vielmehr bringt der Bundespräsident damit die besondere Verpflichtung des Staates für kinderreiche Familien zum Ausdruck. Zudem stellt die Ehrenpatenschaft die Bedeutung heraus, die Familien und Kinder für das Gemeinwesen haben. So soll das Sozialprestige kinderreicher Familien gestärkt werden.

Felix Menzel (l) übergab die Urkunde für die Ehrenpatenschaft an Leonies Eltern, Sandra und Michael Arndt

Felix Menzel (l.) übergab die Urkunde für die Ehrenpatenschaft an Leonies Eltern, Sandra und Michael Arndt

Quelle: Christin Schmidt

Ein wichtiger Punkt wie Sandra und Michael Arndt finden. „Wir kämpfen immer wieder gegen Vorurteile an, denn der Stempel kinderreiche Familie ist leider oft mit einem negativen Image verbunden“, sagt Michael Arndt. Der 50-Jährige arbeitet als Elektroniker in Berlin, pendelt jeden Tag mit dem Zug in die Hauptstadt. Seine Frau kümmert sich derzeit um den Haushalt und die Kinder, will aber schon bald wieder ins Berufsleben einsteigen.

Die älteste Tochter ist 23 Jahre und hat inzwischen das Elternhaus verlassen. Nach dem Studium sie ihr Studium in Mediendesign abgeschlossen hat, arbeitet sie nun als Grafikerin in Berlin. Schon bald wird das nächste Zimmer im Haus der Familie frei. Die zweitälteste geht zum Studium nach Halle.

Sieben Kinder sind genug

Die Lücke soll aber nicht gefüllt werden. Sieben sind genug, ist sich das Paar einig. „Schließlich wollen wir später auch Zeit für unsere Enkel haben“, betont Sandra Arndt. Der Familie ist es übrigens auch zu verdanken, dass in Kleinwudicke die Hunderter-Marke wieder durchbrochen wurde. Dank ihres Zuzugs 2013 stieg die Anzahl der Einwohner erstmals wieder über einhundert. Die Zahl scheint der Familie Glück zu bringen. 2016 war Leonie das hunderste Kind, das in Rathenow geboren wurde, erzählt Sandra Arndt. Die 45-Jährige trägt die Namen all ihrer sieben Kinder eingraviert in einen Anhänger an einer Halskette.

Da die Geburtenentwicklung einer der wichtigsten Faktoren des demografischen Wandels in Deutschland ist, stehen die Geburtenmaßzahlen im Fokus des gesellschaftlichen Interesses. Die Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten hat hierzulande eine lange Tradition. Bereits 1949 übernahm Theodor Heuss die erste Patenschaft. Seither folgten knapp 80 000 weitere. Allein 2016 waren es 500 Patenschaften.

Von Christin Schmidt

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