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Havelland Lesecamper sind Geheimnis auf der Spur
Lokales Havelland Lesecamper sind Geheimnis auf der Spur
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00:18 25.06.2017
Geister treiben im Wald ihr Unwesen und blenden Eindringlinge mit ihren Taschenlampen.  Quelle: Tanja M. Marotzke
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Brieselang

 Viele Legenden ranken sich um die geheimnisvollen Phänomene im Brieselanger Forst. Ein mysteriöses Licht soll durch die Baumreihen geistern und regelmäßig Gruseltouristen und Waldspaziergängern einen gehörigen Schrecken einjagen. Eine ganz einfache Erklärung für diese Vorkommnisse fanden jetzt 15 Jungen und Mädchen, die im vergangenen halben Jahr ein Wochenende im Monat in einer alten Bauernscheune in Kuhhorst an ihrer ganz eigenen Interpretation der Geistergeschichte gefeilt haben. Gestern präsentierten die Teilnehmer des Lesecamps das Ergebnis in einer Live-Lesung in der Zeestower Zebr@-Grundschule.

Eine Bibliothek mitten im Wald

Von einer im Wald versteckten Bibliothek, der verrückten Bibliothekarin und dem Hausgeist Graf Nudelklau, der sich auf die Zubereitung verschiedenster Pasta-Variationen spezialisiert hat, kamen die Kinder schnell auf die vierköpfige Geisterfamilie zu sprechen, die im Wald ihr Unwesen treibt. Mit markerschütternden Geräuschen, unangenehmen Nackenhauchern und vor allem ihren Taschenlampen verbreiten die drei Geisterkinder Angst und Schrecken, um Menschen aus ihrem Wald fernzuhalten. „Sie fällen unsere Bäume, lassen ihre Picknickreste liegen und pinkeln in die Büsche“, begründet das Trio.

Drei Geisterkinder sind für die mysteriösen Erscheinungen im Brieselanger Forst verantwortlich. Quelle: Tanja M. Marotzke

Mit viel Witz und schauspielerischem Talent trugen die Kinder aus Nauen und Brieselang ihren Klassenkameraden, Lehrern und Eltern die Geschichte rund um das Brieselanger Licht vor. Selbstbewusst tauschten sie immer wieder das Mikrofon hin und her, verstellten ihre Stimmen und rückten falsche Schnurrbärte, Gespensterhauben und Zylinder zurecht. Und dabei hatte es Camp-Leiterin und Alphabetisierungstrainerin Ines John vor einem halben Jahr ausschließlich mit leseschwachen Kindern zu tun. „Es ist Wahnsinn, wie viel sich in den letzten sechs Monaten getan hat und wie sich die Kinder entwickelt haben. Erstmals fand das Lesecamp über einen so langen Zeitraum statt“, so John. Finanziert wurde das Projekt aus Bundesfördermitteln, unterstützt wurden die Camper zudem von der Kreisbibliothek Havelland und dem Träger des Projektes, dem Humanistischen Freidenkerbund.

Ein Wochenende in der Bibliothek

Neben der Erarbeitung und Vertonung des Hörspiels haben die kleinen Camper außerdem einen Film gedreht, eine Fotostory produziert und eine Geräuschewerkstatt veranstaltet. „Ganz besonders hat mir das erste Wochenende gefallen. Das haben wir in der Schönwalder Gemeindebibliothek verbracht, wo wir uns jedes Buch ausleihen konnten“, so die achtjährige Louisa aus Nauen, die wie ihre Mitcamper in den vergangenen sechs Monaten gleich fünf Bücher gelesen und ein Lesetagebuch geführt hat.

„Die Leseflüssigkeit und das Textverständnis haben sich eigentlich bei allen Campern deutlich verbessert. Außerdem greifen sie statt zum Comic-Heft auch Zuhause verstärkt zu richtigen Büchern“, sagt Ines John, die seit diesem Jahr auch individuelle Lesetrainings anbietet. „Für viele Kinder ist eine persönliche Betreuung einfach wichtig. Der Bedarf ist da“, so die freischaffende Texterin, die das Lesecamp bereits im sechsten Jahr veranstaltet.

Sommercamp in Kuhhorst

Das diesjährige Sommercamp für leseschwache Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahre findet vom 24. bis 27. Juli in Kuhhorst statt. Noch sind einige Plätze frei. Wer Interesse hat, kann sich über die Internetseite des Lesecamps mit Ines John in Verbindung setzten (www.lesecamp.org).

Von Laura Sander

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