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Lichtfänger im Havelland

Tage des offenen Ateliers Lichtfänger im Havelland

Der Glaskünstler Helge Warme lädt am Wochenende zum Tag des Offenen Ateliers nach Brieselang. Der gebürtige Wittenberger hat Malerei und Glasgestaltung studiert, er hat viele Kirchen, Krankenhäuser und Kindergärten gestaltet, aber auch zur Buga im vergangenen Jahr seine Spuren hinterlassen.

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Helge Warme in seinem Ateliergarten mit der Skulptur „Pavillon“.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Brieselang. Eine Leiter aus Glas im Nymphensee. Das war das erste, was von Helge Warme in Brieselang zu sehen war. Das war 2007 beim Künstlersymposium „Wasser – Klang – Bilder“, das damals fünf Künstler am See vereinte. Warme schuf eine Glasleiter mit zwei Glaspantoffeln, die die Fantasie auf Reisen schickte: Hatte ein scheues Wasserwesen die Schuhe zurückgelassen? Die zarte, meergrüne Leiter spiegelte sich im Wasser und schien in die Unendlichkeit zu ragen. Ein schönes Beispiel für die Art, wie Helge Warme dem Material Glas neues Leben einhaucht.

Das Symposium hatte ihn 2007 nach Brieselang gebracht, ein Jahr später zog er hierher in den Blumensteg, dort wo einst der Märkische Künstlerhof seinen Sitz hatte. Nun stellt Helge Warme sich am Wochenende beim Tag des offenen Ateliers vor. Dann sind im Atelier und im Garten einige seiner Arbeiten zu sehen. Wie der große, imposante „Pavillon“.

Es ist ein Werk, von dem Helge Warme sagt: Es hat ihn ermutigt. Geschaffen hatte er es vor mehr als 20 Jahren auf einem deutsch-japanischen Symposium in Mecklenburg. Das Land feierte sein 1000-jähriges Bestehen und Warme formte auf einem historischen Burghügel sein Haus aus Glas, in dem er das Archaische und Christianisierende verband. „Das Glasgebilde stand dann monatelang in der Landschaft“, erzählt Helge Warme. „Und es war nach all den Monaten nicht zerstört oder beschädigt.“ Das hat ihm Mut gemacht, den Weg als Glasgestalter zu gehen.

Studiert hatte Helge Warme an der Weißenseer Kunsthochschule Malerei. Mitte der Achtziger Jahre hatte es ihn in Thüringen beim Besuch einer Kirche bei Meinigen gepackt: „Es war eine neugebaute katholische Kirche“, erzählt er, „die Wucht von Glas und Lichtgestaltung hat mit gepackt.“ Gepackt, und nicht wieder losgelassen. Er machte sein Diplom für Malerei und für Glasgestaltung.

In vielen Kirchen hat er seitdem seine Spuren hinterlassen. Besonders eindrucksvoll die komplette Gestaltung der Kirche in Neu-Horno. Die Erinnerung an das wegen der Braunkohle abgebaggerte Dorf Horno hat er mit in den neuen Kirchenraum getragen: Der Altartisch ist aus Glas, gefüllt mit Sandschichten aus dem aufgegebenen Dorf. Die Arbeiten zeigen eindrucksvoll, wie es gelingen kann, das Denken in gewohnten Raumkategorien zu verlassen.

Von der 100 Quadratmeter großen Fensterwand bis zum Altarleuchter aus Glas reicht das Werk von Helge Warme. Eindrucksvoll sein fast zwei Meter breites Akkordeon auf Glas, das viele Jahre auf dem Mittelstreifen einer Berliner Hauptstraße stand und nur von Umweltschmutz zermürbt wurde. Er hat in den vergangenen Jahrzehnten für Kindergärten, Altenheime, Krankenhäuser und den Berliner Zoo Projekte entwickelt. Andere seiner Objekte stehen in Privatgärten und Sammlungen. Ein kleines feines Beispiel für Helge warmes Art, mit Glas zu arbeiten, zeigt die skulpturale Gestaltung des Altarfensters in der Staakener Dorfkirche.

Und Helge Warme hat im Havelland seine Spuren hinterlassen. Im vergangenen Jahr schuf er acht künstlerisch gestaltet Wegezeichen „Lichtfänger“, die an den Buga-Parks im ganzen Landkreis aufgestellt wurden. Eines davon, das aus Ribbeck, ist am Wochenende in Brieselang zusehen. Nach einem Streit über den Standort hat der Künstler das Objekt abtransportiert, es wird über einen neuen Standort in Ribbeck nachgedacht.

Zum Tag des offenen Ateliers erinnert der Künstler auch an seinen Vorschlag zur Kreiselgestaltung in Falkensee. Er zeigt Grafiken in verschiedenen Techniken.

Und Helge Warme hat sich einen Künstlerkollegen eingeladen, mit dem er im vergangenen Jahr in Rathenow eine gemeinsame Ausstellung gezeigt hatte: Der Fotograf Ingo Kuzia aus Schönwalde-Glien wird Arbeiten zeigen. Ingo Kuzia hat Buga-Kunstobjekte porträtiert und zeigt fotografische Arbeiten zu den teils verwunschenen Schloss- und Parkanlagen. Außerdem stellt er seine Serie „Katzenfutter" vor.

Kontakt: Helge Warme, Blumensteg 4 in Brieselang, am 7. und 8. Mai, jeweils von 12 bis 18 Uhr.

Von Marlies Schnaibel

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