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Lichtspielhaus zieht hervorragende Bilanz

Haveltorkino Lichtspielhaus zieht hervorragende Bilanz

29 Prozent mehr Besucher als 2014 kamen letztes Jahr ins Haveltorkino. Besonders die deutschen Produktionen „Honig im Kopf“ und „Fack ju Göthe II“ trugen zur positiven Bilanz bei. Zusammen lockten sie mehr als 10 000 Besucher ins Kino der havelländischen Kreisstadt. Auch die Reihe „Der besondere Film“ kommt beim Publikum gut an.

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Christl Schneewind mit ihrer Mitarbeiterin Ines Schulze.

Quelle: Ch. Schmidt

Rathenow. „2015 ist für uns super gelaufen“, freut sich Christl Schneewind. Vor sieben Jahre hatte sie ohne jede Erfahrung das Haveltorkino in Rathenow übernommen und diesen Schritt nie bereut. „Leute, kommt ins Kino, dann kann ich es auch weiterhin erhalten”, lautete stets ihre Botschaft. Das haben die Westhavelländer offenbar verstanden: „2015 hatten wir einen Zuschauerzuwachs von 29 Prozent“, verkündete die Kinobetreiberin nun stolz. Dabei ist es keineswegs so, dass 2014 ein schwaches Jahr und das Plus ohnehin zu erwarten war. Die Haveltor Kino GmbH konnte seine Zuschauerzahlen in den letzten Jahren kontinuierlich steigern, die Rathenower haben das Kino offenbar neu entdeckt.

Drei Gruppen von Besuchern hat Christl Schneewind in ihrem Lichtspielhaus ausgemacht. Da sind zum einen Eltern mit ihren Kindern, „eine sehr treue und wachsende Gruppe“. Dann gibt es die jungen Zuschauer, die 15- bis 30-Jährigen, die in vielen Kinos fehlen – nicht so in Rathenow: „Viele Kinobetreiber beklagen sich, dass die jungen Leute lieber zu Hause DVDs schauen. Das kann ich so nicht bestätigen“, sagt Schneewind. Und dann sind da noch die Menschen, die seit vielen Jahren nicht mehr im Kino waren und nun langsam die Leinwand wieder für sich entdecken. Dazu hätten vor allem Filme wie Till Schweigers „Honig im Kopf“ beigetragen, vermutet die Kinobetreiberin.

Persönlicher Dank für besondere Filme

Mehr als 6000 Besucher sahen 2015 im Haveltorkino Dieter Hallervorden in der Rolle des demenzkranken Opas, der schleichend sein Gedächtnis verliert und den Prozess mit den treffenden Worten „es fühlt sich an wie Honig im Kopf“ beschreibt. Auf Platz zwei der Rathenower Bestenliste ist ebenfalls eine deutsche Produktion. Die Schulkomödie „Fack ju Göthe II“ brachte rund 5000 Zuschauer in die Kinosessel. Der Blockbuster „Stars Wars: Das Erwachen der Macht“ und der erotische Liebesfilm „50 Shades of Grey“ trugen mit jeweils knapp 3000 Zuschauern zur positiven Bilanz bei.

Nicht nur die Kassenschlager, auch die Reihe „Der besondere Film“ lockt immer mehr Menschen ins Haveltorkino. Dafür sorgt Christl Schneewind ganz bewusst, denn die Produktionen, die Filmliebhaber abseits des Mainstream begeistern, liegen ihr besonders am Herzen. Erst kürzlich hat sie den Disponenten gewechselt, um ihrem Publikum mehr „besondere Filme“ bieten zu können. „Unser neuer Partner ist sehr viel flexibler. Jetzt bekommen wir wirklich alle guten Filme und das weiß unser Publikum zu schätzen.“ Etwa vier bis sechs Wochen müssen sich die Cineasten gedulden, bis die „besonderen Filme“ auch in Rathenow laufen, was die Filmliebhaber nicht zu stören scheint. „Viele bedanken sich sogar persönlich, dass wir ausgewählte Werke bei uns zeigen“, erzählt Schneewind. Die fühlt sich nicht nur in ihrer Rolle als Kinobetreiberin sichtlich wohl, sondern auch in der Stadt an der Havel. Mittlerweile hat sie ihren Lebensmittelpunkt nach Rathenow verlegt und ist häufig persönlich im Kino anzutreffen.

Mehr als nur Kino

Auch Veranstaltungen mit besonderen Gästen und Vorträge laufen gut. Das bewies zuletzt der Termin am Sonntagnachmittag. Rund 100 Kinobesucher wollten sich den Film „The Danish Girl“ und dazu den Vortrag der gebürtigen Rathenowerin Sabine Meyer zum Thema Transsexualität nicht entgehen lassen. Christl Schneewind sagt, sie sei offen für verschiedenste Themen und Ideen und sie freue sich, dass immer mehr Menschen das Kino für Veranstaltungen nutzen.

Wie gut das funktionieren kann, haben auch die Filmvorführung im Rahmen der 800-Jahr-Feier der Stadt und die Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema Demenz im Januar bewiesen. Auf Nachfrage der Jäger wird nun am 7. März der Film „Grenzbock“ gezeigt, eine Dokumentation über einen Jäger, sein Selbstverständnis und den Wandel seiner Arbeit zwischen Passion und Paragrafen. „Ich bin für alles zu haben, so lange mein Kino stehen bleibt“, verkündet die Kinochefin mit einem Lächeln.

Von Christin Schmidt

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