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Lindenretter am RBB-Bus

Falkensee Lindenretter am RBB-Bus

Der Protest gegen die geplanten massive Baumfällungen an der Spandauer Straße in Falkensee macht mobil. Freitag trafen sich Baumschützer an der Rotrunde, um den RBB-Team von dem Kampf für die Bäume zu erzählen.

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Wort- und plakatreich wurde am Freitag für den Erhalt der Linden an der Spandauer Straße geworben.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Zwei Dörfer kämpfen um eine Brücke? Radweg fehlt? Anwohner sind gegen Windkraftanlagen? Alles Themen, um die sich der RBB mit seinem Robur-Team sorgt. Am Freitagnachmittag machte der blaue Kummer-Bus in Falkensee Station. Es ging um das Lindendrama an der Spandauer Straße.

Moderator Michael Scheibe wurde von etwa 60 Falkenseern mit Klatschen, Pfeifen und Rufen freudig begrüßt. „Danke“, sagte der Moderator, „aber wir müssen das noch mal machen.“ Es war jemand durchs Bild gelaufen. Also noch einmal: Vorfahren des blauen Busses, lautstarke Begrüßung für das Fernsehteam. Als alle medialen Wünsche erfüllt waren, ging es auch gleich zur Sache: Um den Ausbau der Spandauer Straße. Die ist hier eine Landesstraße und soll zwischen Kreisel und Stadtgrenze ausgebaut werden, dafür sollen einhundert große Linden gefällt und durch Neupflanzungen ersetzt werden.

„Wir wollen nicht mehr Verkehr, wir wollen mehr Grün an der Spandauer Straße“, sagte Christa Setzermann, die seit 25 Jahren an der Straße wohnt.

„Alleenschutz gilt auch in Falkensee. Deshalb fordern wir einen grünverträglichen Ausbau der Straße“, sagte Marc-Oliver Wille von der Bürgerinitiative Schönes Falkensee. Die hatte sich im Frühjahr mit anderen Baumschutzaktivisten zum „Bündnis 100 Linden“ zusammengeschlossen. Sie wollen die vorgelegte Ausbauvariante und das Absegnen durch die Mehrheit der Abgeordneten nicht hinnehmen.

Die Fraktionen der Grünen und der Linken hatten gegen das Abholzen gestimmt, sie waren am Freitag auch bei der Protestaktion vertreten. „Die Abgeordneten sollen sich trauen, Alternativen zu fordern“, ermunterte Bundestagsabgeordneter Harald Petzold (Linke) die Volksvertreter. Vehement trat Ursula Nonnemacher (Grüne) gegen die Falkenseer Mentalität „erst mal Tabula rasa machen“ an. Sie erinnerte, dass vor Jahren beim Ausbau der Bahnhofstraße erfolgreich um den Erhalt der Bäume gerungen wurde. Das könne auch an der Spandauer Straße gelingen.

Von der Stadtverwaltung Falkensee war kein Vertreter zu dem Vor-Ort-Termin gekommen. Vom Landesamt für Straßenwesen, das für den Ausbau zuständig ist, hatte RBB-Moderator Michael scheibe zuvor ein Statement eingeholt, warum sich eine komplette Abholzung und einheitliche Nachpflanzung von künftig drei bzw. vier Baumreihen anbieten würde.

Die protestierenden Falkenseer an der Rotunde konnte das kaum überzeugen. Gesunde Bäume sollen stehen bleiben!, forderten sie. Günter Chodzinski, Abgeordneter der Grünen in der SVV, sprach sich deshalb für ein moderiertes Verfahren zwischen Landesbetrieb und Baumschutzinitiativen aus.

Von Marlies Schnaibel

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