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Linienverkehr am Hafen Wustermark hat begonnen

Erste Entladung an der Anlegestelle am Havelkanal Linienverkehr am Hafen Wustermark hat begonnen

Viel Natur und lange nicht so hektisch wie auf dem Rhein ‒ Kapitän Henning Stöber könnte sich gewöhnen an die Wasserstrecke vom Hamburger Hafen zum Güterverkehrszentrum in Wustermark (GVZ) am Havelkanal.

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Am Hafen in Wustermark gibt es Bewegung: Die „Pankgraf“ aus Hamburg legt nächste Woche erneut dort an.

Quelle: Konrad Radon

Wustermark. Jede Woche soll dort nun ein Frachtschiff aus Hamburg anlegen. Mit dieser festen Linie will die Havelport Berlin Schwung in den Hafenbetrieb bringen. Erst im Mai dieses Jahres hatte die Firma die Anlegestelle übernommen. Bisher galt der 2008 fertiggestellte Hafen als Investruine. 15 Millionen Euro waren in den Bau geflossen, jährlich musste die Gemeinde einen sechsstelligen Betrag in die Anlage stecken - doch kaum ein Schiff legte an.

Henning Stöber soll dabei helfen, den "nagelneuen Hafen" aus dem "Dornröschenschlaf" zu wecken, wie er es nennt. 350 Kilometer und acht Schleusen hat der Schiffskapitän mit seiner 85 Meter langen "Pankgraf" hinter sich gelassen. Drei Tage war er unterwegs mit tonnenweise Altfett und leeren Containern an Board, die erste Nacht hat er bei Wolfsburg am Elbe-Seitenkanal angelegt, die zweite in Sachsen-Anhalt am Elbe-Havel-Kanal. "Ich mache zwei Probetouren und dann schauen wir, wie es weitergeht." Sein Auftraggeber ist die Reederei Walter Lauk in Hamburg, sie organisiert auch die Ladungen.

Zweifel, es könnte nach dem Probebetrieb nicht weitergehen, weist Havelport-Geschäftsführer Klaus Pietack zurück: "Wir haben uns langfristig an die Reederei gebunden, nun müssen wir schauen, ob die 'Pankgraf'  für uns geeignet ist." Dazu, wohin die Waren vom Wustermarker Hafen per Lkw gebracht werden, hüllt sich Pietack in Schweigen. Die Konkurrenz liest mit und Pietack will sich seine Pläne für das GVZ nicht vermasseln lassen. "Langfristig sollen hier fünf bis sieben Leute Arbeit finden."

Bereits jetzt sind zwei Männer regelmäßig vor Ort. Einer von ihnen ist Steffen Geyer aus Nauen. Am Montag, als die "Pankgraf" anlegte, hatte er seinen ersten Arbeitstag. Gestern half der junge Mann, der einen schwarzen Zopf und eine Wollmütze trägt, ab 7Uhr morgens beim Entladen. "Erst war alles ruhig, aber langsam wird es stressig." Ein Lkw nach dem anderen rollt durch die Toreinfahrt, die Fahrer wollen leere Container abholen. Ein Fahrer sagt: "Für uns läuft es jetzt gut, wenn ich die Container hier sehe. Es muss sich nur rumsprechen, dass der Hafen wieder offen ist."

"Ich hoffe, dass es so weiter geht", sagt Steffen Geyer. Überall sieht er Arbeit. Neben dem Tor stehen drei demolierte Container, die er reparieren soll ‒ auch das gehört in Wustermark zum Angebot. Andere Firmen nutzen den betonierten Platz neben dem Kanal als Zwischenparkplatz für schweres Gerät wie mobile Betonmischanlagen, die beim Autobahnbau eingesetzt werden. Daneben ragen Berge von Kies, Tonerde und Schuttgut in den Himmel über dem GVZ. Steffen Geyer stemmt die Arme in die Hüften und nickt zufrieden. Bei dem Wort Hafenmeister schaut er so verschmitzt, als könne er sich mit dieser Berufsbezeichnung anfreunden.

Doch erst einmal muss Geyer richtig angelernt werden. Noch fährt sein Kollege den Greifstapler, den die Männer nur "Reach-Stacker" nennen. Das Fahrzeug ist 92 Tonnen schwer und erinnert mit seinem riesigen Greifarm an Figuren des Action-Films "Transformers". Die dicken Reifen rollen in Richtung "Pankgraf", die Ölfässer sollen bis zum Abend den Schiffsrumpf verlassen haben. Kapitän Henning Stöber muss zurück - der Hamburger Hafen wartet.

Von Juliane Primus

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