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Linke in Nauen wieder Ziel von Farbanschlag

Zwei Tatverdächtige wurden gestellt Linke in Nauen wieder Ziel von Farbanschlag

Am Sonntagmorgen sind wieder Farbbeutel gegen die Fassade eines Hauses in der Nauener Marktstraße geworfen worden, in dem die Partei Die Linke ihr Büro hat. Die Mitarbeiterin eines Bäckereigeschäftes schräg gegenüber beobachtete die Täter und rief die Polizei. Die Beamten stellten zwei Männer, die in Gewahrsam genommen wurden und im Laufe des Sonntags vernommen werden.

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Zum vierten Mal Ziel einer Attacke: Das Linken-Büro in Nauen.

Quelle: Christian Pörschmann

Nauen. Sie kamen in aller Herrgottsfrühe. Zwei Männer, dunkel gekleidet haben am Sonntagmorgen gegen 5.50 Uhr mehrere Farbbeutel gegen jene Hausfassade in der Nauener Marktstraße geschleudert, hinter der die Partei Die Linke ihr Büro hat. Es war seit Ende März der vierte Anschlag auf das Gebäude. Was die Täter nicht ahnten: Sie wurden beobachtet. Die Mitarbeiterin eines Bäckereigeschäftes schräg gegenüber sah die Männer und rief die Polizei. Die Beamten waren drei Minuten später vor Ort und konnten die Tatverdächtigen in unmittelbarer Nähe des beschmierten Hauses stellen. Laut Polizeihauptkommissar Silvio Geist von der Polizeiinspektion Havelland waren die beiden zweifellos als die Farbbeutelwerfer zu erkennen. Die 26- und 29-Jährigen hatten erhebliche Mengen Alkohol getrunken und mussten zur Ausnüchterung in Gewahrsam genommen werden. Wie Silvio Geist sagte, galt der Anschlag dem Haus, in dem die Linken ihren Sitz haben. Durch die Wucht des Aufpralls der Farbbeutel sind auch benachbarte Fassaden in Mitleidenschaft gezogen worden.

Im Laufe des Sonntags werden die Tatverdächtigen von der Kriminalpolizei vernommen. Mit Ergebnissen sei am Montag zu rechnen, hieß es. Dabei geht es auch um die Frage, ob die Täter aus politischer Motivation handelten und ob sie einer bestimmten politischen Szene zuzurechnen sind. Dies alles werde jetzt ermittelt und geprüft, so Silvio Geist. Bisher hatte die Polizei wegen Sachbeschädigung ermittelt. Auch der Staatsschutz war eingeschaltet worden.

Die Partei Die Linke geht seit dem zweiten Anschlag am 25. Mai davon aus, dass sie zum Ziel von Tätern geworden ist wegen ihres Engagements für eine Willkommenskultur von Asylbewerbern. Am Nauener Waldemardamm soll eine Unterkunft für Flüchtlinge entstehen, gegen die es Widerstand auch aus der rechten Szene gibt. Ob die beiden Männer diesem Spektrum zuzurechnen sind, dazu machte die Polizei am Sonntag keine Angaben. Man lasse sich nicht einschüchtern, hatte Andrea Johlige, Landtagsabgeordnete der Partei aus dem Havelland, zum Engagement ihrer Genossen für die Asylbewerber stets betont.

Erst am Mittwoch vergangener Woche war der letzte Anschlag auf das Parteibüro gemeldet worden. Unbekannte hatten mit einem spitzen Gegenstand auf die Fensterscheibe des Büros eingeschlagen, worauf diese kleine Beschädigungen aufwies. Auch hatten die Täter das Schloss der Eingangstür und des Briefkastens mit einer Substanz versehen, die bereits ausgehärtet war und so die Schlösser unbrauchbar machte. Ein Bekennerschreiben gab es nicht.

Am 25. Mai war das Büro mit Farbbeuteln und Eiern beworfen worden. Ende März hatten Unbekannte an gleicher Stelle die Scheiben mit 29 Hammerschlägen stark beschädigt.

 

Von Anke Fiebranz

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