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Havelland Literaturgespräch mit Gusel Jachina
Lokales Havelland Literaturgespräch mit Gusel Jachina
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00:18 26.06.2017
Katarzyna Zorn, Gusel Jachina und Jennipher Antoni bescherten dem Publikum ein besonderes Literaturerlebnis. Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

Rathenower sind geduldig. Das bewiesen die rund 40 Gäste, die am Mittwochabend in die Buchhandlung Tieke gekommen waren. Eigentlich wollten sie um 19 Uhr Schauspielerin Jennipher Antoni lauschen, die aus dem viel gelobten Roman „Suleika öffnet die Augen“ vorlesen wollte. Ein Zugausfall machte den Plan aber zunichte. Die Schauspielerin musste sich mit dem Auto von Berlin auf den Weg nach Rathenow machen, so dass die Lesung erst eine Stunde später beginnen konnte.

Die Gäste nahmen es gelassen und wurden am Ende für ihre Geduld belohnt. Katarzyna Zorn vom Brandenburgischen Literaturbüro, die den Abend moderierte, hatte nicht nur Jennipher Antoni mitgebracht. Sogar die Autorin selbst, Gusel Jachina aus Moskau, nahm den weiten Weg auf sich. „Suleika öffnet die Augen“ ist ihr erster Roman und das Frühlingshighlight auf dem Buchmarkt, wie Susan Schwarzlose, Gastgeberin und Inhaberin der Buchhandlung Tieke, bemerkte.

Im Roman steckt auch ein Teil Familiengeschichte der Autorin

Seit Jahren richtet Susan Schwarzlose in Zusammenarbeit mit dem Literaturbüro Lesungen der Reihe „Literaturgespräche Premnitz – Rathenow“ aus. Die Veranstaltung mit Gusel Jachina gehört ohne Zweifel zu den Lesungen, die den Gästen lange in Erinnerung bleiben. Zum einen ist das Jennipher Antoni zu verdanken, die mit einer sehr gelungenen Textauswahl die Essenz des 540 Seiten umfassenden Werkes herausgefiltert hatte – natürlich ohne zu viel zu verraten. Ein Glücksfall war zudem die klare, beruhigende Stimme der Schauspielerin und Hörspielsprecherin Antoni, die es den Zuhörern ermöglichte, sich gedanklich in die Welt des Romans zu begeben.

Nach dieser gelungenen Einstimmung gab die Autorin den Gästen einen umfassenden Einblick in die Kultur und die Geschichte der Tataren und sie verriet, was sie dazu bewegt hat, den Roman zu schreiben. „Das Buch beginnt im Januar 1930. Damals wurden rund drei Millionen Bauern der Kulakenklasse enteignet und zum Teil in Arbeitskolonien verbannt. Auch meine Großmutter wurde zu dieser Zeit nach Sibirien verbannt, genau wie Suleika“, schilderte Gusel Jachina dem aufmerksamen Publikum.

Nächstes Literaturgespräch im September

Zahlreiche Memoiren von Entkulakisierten habe sie gelesen und in ihrem Buch verarbeitet, so dass sehr vieles auf wahren Begebenheiten beruht. Besonderen Wert hat sie zudem darauf gelegt, dass der Roman der historischen Wahrheit entspricht. Die Rathenower waren vor allem berührt vom Schicksal der Romanheldin, das wurde in einer abschließenden Fragerunde deutlich. „Mich hat Suleikas Geschichte sehr berührt. Dieses Buch halt nach“, lobte eine begeisterte Zuhörerin. Eine andere Dame, die den Roman noch nicht gelesen hatte, wollte wissen, ob sie ein Happy-End erwarten darf. „Für mich ist es ein Happy-End, das sehen aber wahrscheinlich nicht alle so“, lautete die Antwort der Autorin. Und eine weitere Zuhörerin bat um eine Kostprobe der tatarischen Sprache. Auch diese Bitte erfüllte Gusel Jachina mit einem Lächeln.

Nach eineinhalb Stunden Lesung und Gespräch verabschiedete sich Gusel Jachina nicht ohne zahlreiche Bücher zu signieren. Viele Gäste werden vermutlich noch oft an Suleika und ihre Geschichte zurückdenken. Das nächste Literaturgespräch gibt es am 19. September, zu Gast ist Lea Streisand.

Von Christin Schmidt

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