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Loew: „Landkreis hat ein Biberproblem“

Bürgerinitiative im Kreistag Havelland Loew: „Landkreis hat ein Biberproblem“

Rund um Rathenow gibt es rund 50 Biber schätzt der Naturschutzbund. Manfred Loew glaubt an andere Zahlen: „Es können bis zu 500 sein“, sagt er. Biber bauen Dämme, stauen Wasser. Das hat bei der komplizierten Grabenbewirtschaftung rund um Rathenow Folgen.

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Manfred Loew (l.) zeigt die gestauten Wassergraben.

Quelle: U. Hoffmann

Rathenow. Gibt es in der Region ein Biberproblem? Die Kreisverwaltung meint, dass dem nicht so ist. Anders sieht es Manfred Loew von der Rathenower Bürgerinitiative Grundwasser. Er forderte schon bei einem Gespräch im Dezember, in bestimmten Abschnitten von Entwässerungsgräben Biberdämme zu entfernen. Die Bürgerinitiative fordert die Genehmigung so genannter Sonderzonen für den Schwarzen Graben sowie den Riesenbruch-, Kör-, Herren- und Schwanengraben.

Auftritt im Umweltausschuss

Das Thema ist für Loew jetzt wieder wichtig. Vor den Mitgliedern des Umweltausschusses des Kreistages erklärte Loew, dass in Rathenow wieder die Keller in einigen Stadtteilen volllaufen werden, wenn man das Wassermanagement nun nicht ernster nehme. Auch Winfried Rall vom Wasser- und Bodenverband denkt in diese Richtung. Die Biberproblematik beschäftige den Verband immer mehr, hatte Rall bei dem Dezember-Gespräch gesagt.

Mit der neuen Biberverordnung gebe es nun eine Handlungsmaxime. Es werde möglich sein, Biberdämme kontinuierlich zu beseitigen oder in der Höhe zu verringern. Der Wasser- und Bodenverband (WBV) hofft, dass bis Ende des Monats klar ist, wie es mit den Biberdämmen weitergeht.

Im Blickpunkt bleibt der Riesenbruchgraben. Hier gibt es vier kleine Stauwerke. Biber blockieren die Wasserdurchlässe. Dadurch steigt der Wasserpegel. War er im Dezember noch bei 26,90, liege er inzwischen bei über 27 Meter. Eigentlich solle der Wasserpegel bei 26,50 Meter liegen. Hier hat der Nabu-Regionalverband ein vorläufiges Wasserrecht erwirkt.

Reger Briefwechsel

Zwischen der Bürgerinitiative und der Naturschutzbehörde hat sich in den vergangenen Jahren ein reger Briefwechsel ergeben. Manfred Loew glaubt, dass man in den Amtsstuben versucht, „sich am Problem vorbeizumogeln“. Helfen würde nur, so sagte er jetzt vor den Mitgliedern des Umweltausschusses, den Riesenbruchgraben ein Stück weit abzulassen. „Dann wäre Vorsorge getroffen für den Fall, dass es wieder stärker regnet und das Hochwasser erneut in die Keller hineinfließt.“

Rolf Ursinus, der ebenfalls der Bürgerinitiative angehört, hat nunmehr im Januar erneut einen Brief an das Landratsamt geschrieben. „Die Bürgerinitiative fordert die Einhaltung des gültigen Wasserrechts“, so Ursinus. Im Riesenbruchgraben gebe es zwei Stauanlagen, an denen der Abfluss nicht gewährleistet ist, weil Biber immer wieder Dämme errichten. Die Instandhaltungspflicht obliege dem Golfplatzbetreiber, so Ursinus. „Die Stauwerke müssen so hergerichtet werden, dass das Wasser abfließen kann“, fordert auch Manfred Loew.

Warnung vor vollgelaufenen Kellern

Und er warnt: „Wenn die Keller wieder volllaufen, ist es zu spät.“ Er forderte die Mitglieder des Ausschusses mit Nachdruck auf, eine Sondersitzung zum Thea Biber und Wasser anzusetzen. Ob es soweit kommt, bleibt abzuwarten. Zunächst hatte Manfred Loew ein ganzes Dokumentenpaket gebündelt, das er dem Ausschussvorsitzenden zur Verfügung stellte.

Von Joachim Wilisch

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