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Havelland Lotsendienst hat hunderte Gründer begleitet
Lokales Havelland Lotsendienst hat hunderte Gründer begleitet
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09:06 01.05.2018
Anne Laßhofer ist einer der Frauen, die sich mit ihrer Idee selbstständig machten: Sie fertigt wetterfeste Kinderkleidung für Radfahrer. Quelle: privat
Havelland

Der Traum der meisten Berufstätigen sieht immer noch so aus: Ein sicherer Job mit regelmäßiges Einkommen – gerne durchgängig beim gleichen Arbeitgeber und am gleichen Ort. Und das Ganze reicht von der Ausbildung bis zur Rente. Berufliche Selbstständigkeit? Sie ist für viele Arbeitnehmer ein Schreckgespenst. Etwas, das sie in ihrer eigenen Erwerbsbiografie unbedingt vermeiden wollen. Schwankende Einkünfte, finanzielles Risiko – die Gründung eines eigenen Unternehmens scheint mit zu vielen Unsicherheiten verknüpft zu sein. Und trotzdem wagen jedes Jahr viele Havelländer den Sprung ins kalte Wasser der Selbstständigkeit.

Die meisten von ihnen mit Hilfe des Lotsendienstes im Havelland. „Den Lotsendienst gibt es seit 2007. Er unterstützt angehende Gründer regelmäßig mit viertägigen Gründungsworkshops, bei der Erstellung eines Businessplans und begleitet sie bis zur Gründung“, sagt Leona Heymann. Sie selbst ist seit 2015 beim Lotsendienst. Davor hat sie geholfen, den Gründungsservice der Fachhochschule Potsdam mit aufzubauen. Allein in den vergangenen drei Jahren hat der Lotsendienst mit 250 potenziellen Gründern Gespräche geführt. Etwa 100 von ihnen – eine Hälfte Frauen, eine Hälfte Männer - haben sich anschließend tatsächlich selbstständig gemacht.

Im Januar ist die neue Förderperiode angelaufen. Bis Ende 2020 können jedes Jahr 50 Gründerinnen und Gründer unterstützt werden. Die Erfolgsquote kann sich sehen lassen: „Von den Gründern der Jahre 2015 bis 2017 sind noch mehr als 90 Prozent am Markt“, sagt Leona Heymann nicht ohne Stolz. Und von denen, die nicht mehr selbstständig arbeiten, hat der Großteil in ein neues Angestelltenverhältnis gefunden.

Die Gründungen finden vor allem im Dienstleistungssektor und im Handwerk statt. Darunter finden sich unter anderem Fußpfleger, Dachdecker, Imker, Caterer, Heilpraktiker, Industriekletterer, Gärtner, Fuhrunternehmer, Lkw-Fahrer und Fotografen. „Bei den Gründungen hat es in den vergangenen Jahren eine interessante Verschiebung gegeben“, sagt Leona Heymann. Immer mehr Gründer würden sich heute ganz bewusst für die berufliche Selbstständigkeit entscheiden und dafür ihr Angestelltenverhältnis aufgeben. „Viele gehen jetzt den Schritt in die Selbstständigkeit, weil sie sich mit ihrer Idee selbst verwirklichen wollen.“ Das liegt auch an der insgesamt guten wirtschaftlichen Lage: Heute gibt es so viele Arbeitsstellen, dass die meisten tatsächlich auch einen Job finden. Wer sich trotzdem für die Selbstständigkeit entscheidet, tut es aus freien Stücken. Das war vor einigen Jahren noch anders. Die Arbeitslosenquote war vor allem im Westhavelland deutlich höher. Einige Gründungen erfolgten daher gewissermaßen aus der Not heraus, etwa als Ausweg aus einer längeren Arbeitslosigkeit.

Regionaler Hilfedienst

Der Regionale Lotsendienst im Landkreis Havelland hat seit 2007 rund 400 Gründer auf dem Weg in die berufliche Selbstständigkeit begleitet. Träger ist die Arbeitsförderungsgesellschaft Premnitz.

Der Lotsendienst ist ein Projekt des Landes Brandenburg, das mit EU- und Landesmitteln finanziert wird.

Zur Förderung gehören ein Erstberatungsgespräch, die Teilnahme an einem viertägigen Gründungsworkshop und anschließende Beratung bis zur Gründung. Die große Mehrheit der Gründer kann sich erfolgreich am Markt behaupten.

Kontakt: Der Lotsendienst ist telefonisch unter 03386/2127923 und per Email an heymann@standort-premnitz.de zu erreichen. Im Internet findet man den Lotsendienst unter www.lotsendienst.standort-premnitz.de

Wer mit Hilfe des Lotsendienstes gründen will, muss im Landkreis Havelland wohnen und sein Unternehmen im Land Brandenburg gründen. Viele Gründer entscheiden sich auch deshalb für die Selbstständigkeit, weil dadurch die zeitaufwändige Pendelei nach Berlin oder Potsdam wegfällt und sie ihre Zeit flexibler einteilen können. Gerade für Familien ist das wichtig, weil so die Betreuung der Kinder leichter und stressfreier organisiert werden kann.

In den kommenden Monaten werden sich mit Hilfe des Lotsendienstes im Havelland unter anderem ein Malermeister, eine Reittrainerin, eine Eisherstellerin und ein mobiler Service zum Wechseln von Gabelstaplerreifen selbstständig machen. Die Bandbreite der jungen Unternehmer ist weiterhin sehr breit. In jüngster Zeit sind unter anderem ein Bio-Imker und eine Designerin von Outdoorkleidung für Fahrradfahrer an den Markt gegangen (MAZ berichtete).

Wer sich mit dem Gedanken trägt, selbst gründen zu wollen, kann sich jederzeit an den Lotsendienst wenden. In den kommenden drei Jahren können bis zu 150 potenzielle Gründer auf dem Weg in die Selbstständigkeit unterstützt werden.

Von Ralf Stork

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