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Havelland Lustige Truppe mit Bypass
Lokales Havelland Lustige Truppe mit Bypass
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07:40 18.03.2017
Übungsleiterin Andrea Hermann hat ihre Herzsportler fest im Griff. In den Gruppen nimmt jeder Rücksicht auf den anderen und macht nur das, was er wirklich kann. Quelle: Tanja M. Marotzke
Falkensee

Bumm bumm bumm – rhythmisch sausen die Hölzer auf die farbenfrohen Medizinbälle herab, bevor die Arme der Herzsportler wieder in die Höhe schnellen. Dem ein oder anderen stehen bereits winzige Schweißperlen auf der Stirn, aber Übungsleiterin Andrea Hermann ist unerbittlich. Schließlich sind die Sportler, die alle unter einer chronischen Herzerkrankung leiden, nicht zum Quatschen hier, sondern um sich fit zu halten.

Egal ob Stent, Herzklappe oder Katheter

„Das fällt natürlich nicht immer leicht, denn über die Jahre haben sich viele Herzsportler angefreundet und tauschen sich ganz offen über Krankheitsverläufe, Behandlungen oder auch die vergangene Woche aus“, weiß Internistin Anita Šach. Die Ärztin betreut die Gruppe seit ihrer Gründung 1993. Egal ob Stent, Herzklappe oder Katheter – jeder Herzsportler hat seine ganz persönliche Geschichte. Einmal in der Woche – immer dienstags – treffen sich die insgesamt fünf Herzsportgruppen nacheinander in der Sporthalle des Vicco-von-Bülow-Gymnasiums, die ihnen ohne weitere Kosten von der Stadt zur Verfügung gestellt wird.„Es muss immer ein Arzt anwesend sein, der im Notfall eingreifen kann. Wir sind mit einem Defibrillator und einem Notfallrucksack ausgestattet“, sagt Šach, die in all den Jahren dank genauer Beobachtungen noch keinen Notfall zu verzeichnen hatte. „Vor jeder Einheit schaue ich mir die Sportler ganz genau an und messe Blutdruck – während des Trainings habe ich die Gruppe genau im Blick.“ Äußert die Medizinerin Bedenken, darf der Betroffene nur die leichten Übungen mitmachen oder muss gar für die ganze Stunde aussetzen.

Anita Sach betreut die Herzsportgruppe. Quelle: Laura Sander

Selber mittrainieren – das schafft Anita Šach eher selten. „Ich habe dafür das Nordic Walking oder den Gesundheitssport, den ich auch den Herzsportlern empfehle, denen ich es zutraue. Zum Nordic Walking treffen wir uns das ganze Jahr über drei bis vier Mal in der Woche zu festen Trainingszeiten.“ Die seien besonders wichtig, denn den inneren Schweinehund zu überwinden sei eine Sache, den Sport langfristig in den Alltag zu integrieren eine ganz andere. „Sport ist ein Sprung in ein anderes Leben, den viele nicht schaffen. Es wäre jedoch besonders zur Vorbeugung chronischer Herzerkrankungen wichtig“, sagt die 69-Jährige. „Einmal Sport in der Woche ist eigentlich zu wenig, aber es ist besser als gar nichts.“

Von 47 bis 88 Jahren

Was vor knapp 25 Jahren mit 18 Leuten begann, ist heute auf rund 120 aktive Herzsportler im Sportverein Motor Falkensee angewachsen. „Der Jüngste ist 47 und die beiden Ältesten 88 Jahre alt. Jeder nimmt auf den anderen Rücksicht und weil sie alle eine ähnliche Vorgeschichte haben, verlieren sie im Bezug auf ihre Erkrankung schnell die Hemmungen“, weiß Anita Šach, die für ihr Engagement für die Herzsportgruppe bereits mit dem Falkenseer Bürgerpreis geehrt wurde. „Unsere beiden Übungsleiterinnen sind lizenziert für den Herzsport und gehen regelmäßig zu Lehrgängen und Fortbildungen. Jedes Training ist ein kleines Bisschen anders, so bleibt der Sport abwechslungsreich.“ Gymnastikelemente, Staffelspielchen oder Übungen mit Gummibändern und den bunten Gymnastikbällen sollen das Herz-Kreislauf-System in Schwung bringen und stärken. Auch der Muskelaufbau ist Teil des Programms, das im Normalfall von der Krankenkasse übernommen wird.

22. Herzsportfest

Derzeit bereiten sich die Falkenseer Herzsportler auf ihr 22. Herzsportfest vor, das am 25. März erstmals in der neuen Stadthalle stattfindet. „Um 10 Uhr geht es los. Wir erwarten wieder bis zu 200 Mitglieder der Herzsportgruppen unter anderem aus Nauen, Rathenow oder Cottbus – Zuschauer sind natürlich ebenfalls willkommen“, sagt Anita Šach. Zwei Stunden volles Sportprogramm mit anschließendem Kaffeetrinken stehen für die Sportler auf dem Programm. Jeder kann eigene Übungen mitbringen und sich mit den anderen austauschen.

Von Laura Sander

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