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Havelland Luther auf der Leinwand
Lokales Havelland Luther auf der Leinwand
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21:04 22.05.2017
Stephan Graf von Bothmer am Flügel. Quelle: Uwe Hoffmann
Rathenow

Kinovorführungen gab es im Theatersaal des 1958 eröffneten Kulturhauses zu DDR-Zeiten für die immer wieder mal. Am Sonntag lud das Kulturzentrum zu einem besonderen Gesamterlebnis ein. Der Wahl-Berliner Stephan Graf von Bothmer spielte seine komponierte Filmmusik zum 1927 entstandenen Stummfilm „Luther“. Der Film wurde in den letzten zehn Jahren durch das Filmarchiv des Bundesarchivs restauriert. Als Vorlage diente aber eine besser erhaltene Kopie des Nationalen Filmarchivs der Niederlande. Stephan von Bothmer führte den Film erstmals wieder am 14. Januar in der Berliner Passionskirche auf.

Das Anliegen

Stephan von Bothmer war es auch ein Anliegen zu zeigen, wie Kino zur Stummfilmzeit funktionierte. „Die Filmmusik zu Stummfilmen existierte in der Regel nicht als Noten. Jedes Kino spielte mit seinen Musikern eine etwas abgewandelte Version der Filmmusik“, sagt der Pianist. „Je nachdem, wie man die Musik einsetzt, kann man eine ganz bestimmte Stimmung beim Publikum erzeugen.“ Dies demonstrierte von Bothmer anhand eines kurzen Werbefilms, zu dem er einmal eine recht temporeiche, laute, aggressive Musik spielte und danach zur gleichen Szene eine eher liebliche, optimistische Melodie.

Übermächtig: Luther auf der Leinwand. Quelle: Uwe Hoffmann

Der biografische Film „Luther“, Regie Hans Kyser (1882 bis 1940), an sich war, mit rund 115 Minuten Spielzeit in der restaurierten Fassung relativ schwere Kost. Zur Vorpremiere im November 1926 in Nürnberg gab es heftige Kritik. Nach mehreren Umschnitten, auch durch die Zensurbehörde, gab es zur Premiere 1927 in Berlin immer noch Ärger.

Nationaler Held

Der Film zeigt Luther als nationalen Helden und spiegelt mit seiner Kritik am Katholizismus den damaligen Zeitgeist wider. „Trotz dieser Kritik ist der Film an sich ein cineastisches Meisterwerk“, so von Bothmer. Als Gesamterlebnis des Abends und dem Hauptfilm im Zusammenhang mit der live gespielten Filmmusik war das Filmmusikkonzert „Luther“ ein ganz besonderer Höhepunkt der Veranstaltungen des Landkreises Havelland zum Reformationsjubiläum.

Stummfilme in Gefahr

Während seines Konzerts machte Stephan von Bothmer auch auf ein Thema aufmerksam, das ihm am Herzen liegt. „Auch im Filmarchiv des Bundesarchivs werden Stummfilme aus Kostengründen vernichtet. Deutschland gibt lediglich jährlich sechs Millionen Euro für den Erhalt des Filmerbes aus. Im Nachbarland Frankreich sind es 200 Millionen Euro“, so der Filmliebhaber. „Filme sind auch Kunst. Wenn auch populäre, aber Kunst.“

Frühe Faszination

Stephan von Bothmer faszinierte das Klavier bereits im Alter von sechs Jahren. An der Universität der Künste Berlin studierte der gebürtige Niedersachse 1994 bis 2001 Musik. „Schon während meines Studiums, 1998, begann ich mich mit Stummfilmen und deren Filmmusik zu beschäftigen und begann Stummfilme, angefangen von kleinen Werbefilmen bis hin zu großen Filmen neu zu vertonen“, erzählt der Filmmusikbegeisterte. „Ich habe auch schon Musik anderer Genres komponiert. Aber bei Filmmusiken konnte ich gleich mit der Neuvertonung großer Klassiker wie ‚Nosferatu’ und ‚Metropolis’ oder populären Filmen wie ‚Laurel & Hardy’ beginnen.“

Schon viele Kompositionen

So sind insgesamt schon 950 Komositionen zusammengekommen. Im Jahr 2006 begründete er im „Kino Babylon“ in Berlin-Mitte eine Stummfilm-Veranstaltungsreihe, die er am Klavier, der Kinoorgel oder mit einem Filmmusik-Ensemble begleitet. In dieser intensiven Art und Weise, sich ausschließlich mit der Stummfilmmusik zu beschäftigen, ist von Bothmer wohl einzigartig in Deutschland.

Noch bis Jahresende

Mit rund 30 Filmmusik-Konzerten zum Stummfilm „Luther“ seit der Premiere am 14. Januar ist Stephan von Bothmer noch bis November in Berlin und Brandenburg unterwegs. so auch am 23. September in Kyritz und am 18. November zu den Havelländischen Musikfestspielen im Schloss Ribbeck. Weitere Informationen findet man unter www.stummfilmkonzerte.de.

Von Uwe Hoffmann

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