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Havelland Luther mal abstrakt
Lokales Havelland Luther mal abstrakt
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00:18 06.09.2017
Die Künstler Helge Warme, Ingo Kuzia, Stephan J. Möller und Jörg Menge (von links). Hier vor der Rauminstallation von Helge Warme. Quelle: Hans-Peter Theurich
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Falkensee

„Einen besseren Titel für eine Reformations-Ausstellung habe ich noch nicht gesehen“, sagte der evangelische Altbischof Wolfgang Huber bei der Eröffnung der Schau „Einkehr und Aufruhr – 500 Jahre Reformation – zeitgenössisch reflektiert“ im Museum Falkensee am Freitagabend. Fünf Künstler zeigen ihre Arbeiten zum Thema.

Selten war die Galerie so voll. Die Gäste, darunter Bürgermeister Heiko Müller, der ein Grußwort sprach, interessierten sich für die Werke von Ingo Kuzia, Jörg Menge, Stephan J. Möller und Helge Warme, der die Schau initiiert hatte. Von Gabriele Mucchi, 2002 verstorben, stammt der Zyklus „Versöhnte Einheit“, aus der Dorfkirche Alt-Staaken. In Falkensee sind farbige Vorarbeiten zusehen.

Elke Nermerich, stellvertretende Landrätin des Kreises Havelland, nannte die Ausstellung einen Höhepunkt in der Reihe der Veranstaltungen zu Luthers Ehren in Brandenburg. Wolfgang Huber freute sich besonders über die Tintenklecks-Grafik als prägnantes Logo für die Reformation, gestaltet von Helge Warme: „In meinem Arbeitszimmer ist eine Wand für seine Grafiken reserviert“, sagte der ehemalige Bischof. In seiner Rede betonte er, die Reformation bedeute nicht nur eine Trennung. Er sagte mit Blick auf den im Jahr 2021 geplanten 3. Ökumenischen Kirchentag: „Es ist für mich nur dann ein Ökumenischer Kirchentag, wenn das Abendmahl gemeinsam von evangelischen und katholischen Christen gefeiert werden kann.“

Die Ausstellung vereint Künstler verschiedener religiöser Positionen. Ingo Kuzia ist vor 20 Jahren aus der evangelischen Kirche ausgetreten. „Ich wollte mich nicht auf eine Theoriedebatte des Begriffs Reformation einlassen“, sagte der Schönwalder. Seine Fotografien mit der Camera obscura zeigen Räume in Wittenberg, Luthers Wirkungsstätte. Durch die besondere Technik der Kamera entsteht ein diffuses Bild, das keine Einzelheiten zu erkennen gibt, aber Räume und Menschen erfassen lässt. „Re-Formation“ hat der Fotograf seine für die Falkenseer Ausstellung geschaffene Serie genannt, die an den heiligen Stätten der evangelischen Kirche – in Wittenberg – entstanden war.

Auch Jörg Menge aus Falkensee behandelt das Thema Reformation assoziativ. Er nahm den Begriff lateinischen Begriff reformatio wörtlich: Wiederherstellung, Erneuerung. Und so lässt er einen Seemann aufs Meer blicken. Was wie eine Idylle erscheint, wird im nächsten Gemälde „Der Sensenmann“ gebrochen und löst Nachdenklichkeit aus.

Stephan J. Möller aus Hohenbruch bei Kremmen, ist kein Christ. Dennoch lässt ihm das Kreuz keine Ruhe. In einer seiner Holzskulpturen geht es um tanzende Kreuze. Ein blutrotes Relief erinnert an den Exodus der Israeliten aus Ägypten, hier klingt für den Betrachter das aktuelle Flüchtlingsdrama an. Eindrucksvoll wirkt das abstrakte Porträt Martin Luthers aus Holz und Teer.

Helge Warme aus Brieselang schuf eine raumgreifende Installation. Hinter silbernen Kreissegmenten bilden Baumscheiben einen Ring um ein Zentrum: Ein weißes Kreuz ist der Mittelpunkt von Linien aus Garn. Die roten Fäden führen zu den äußeren Baumscheiben, die jeweils Orte bezeichnen, in denen Luther vor einem halben Jahrhundert gewirkt hat.

Nicht weniger eindrucksvoll sind die beiden Bibeln aus Metall und Glas; Berühren ausdrücklich erlaubt. Übereinander gelegte Glasscheiben symbolisieren die Buchseiten in leuchtendem Grün. In der Liturgie steht diese Farbe für das Leben, die Erneuerung, und damit für die Reformation. So schließt sich der Kreis der Schau.

Die Ausstellung läuft bis zum 26. November. Geöffnet Di, Mi 10-16; Do, Sa und So 14-18 Uhr; Mo, Fr, und feiertags geschlossen. Es gibt zwei Begleitveranstaltungen: 7. Oktober, 14.30 bis 17 Uhr, Tag der brandenburgischen Orts- und Regionalgeschichte zu 500 Jahre Reformation im Havelland; 10. November, 19 Uhr, „Farben des Mittelalters – Kirchenfenster in der DDR“, DEFA 1989, ein Dokumentarfilm von Heide Gauert.

Von Judith Meisner

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