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Havelland "Hier hat niemand überlebt"
Lokales Havelland "Hier hat niemand überlebt"
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15:42 19.05.2015
Denny Stübling (auf dem Foto rechts kniend mit Hund Loki) der in Nepal nach dem Erdbeben half. Quelle: Privat
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Nepal/Havelland

MAZ: Wie kamen Sie zu dem Einsatz in Nepal?

Denny Stübling: Ich bin Mitglied der Hilfsorganisation @fire, die zwei Rettungshunde und sechs Personen nicht einmal 24 Stunden nach dem Beben nach Nepal schickte. Das Land hat über den UN-Mechanismus Insarag recht schnell Hilfe bekommen. Ohne meinen Hund hatte ich auch schon mehrere Auslandseinsätze mit @fire, unter anderem beim Hochwasser in Bosnien.

Wie kann man sich Ihre Arbeit dort vorstellen?

Was haben Sie in Nepal vorgefunden?

Stübling: Es gab strukturelle Schäden, aber große Teile waren intakt. Wir befürchteten gleich: Hier hat niemand überlebt, hier ist niemand mehr in den Trümmern. Einzelne Gebäude waren zwischendurch wie eine Zahnlücke nicht mehr vorhanden. In der Stadt selbst hätte ich mir die Situation aber schlimmer vorgestellt. Die Bevölkerung in Kathmandu war recht gefasst, das normale Leben ging weiter. Es war nicht so chaotisch, dass die Menschen nicht mehr wussten, wohin. Wenn ein Gebäude zusammenstürzte, fingen ganz viele Leute an zu graben und sich zu vergewissern, ob es noch Überlebende gibt. Die Nepalesen hatten großes Verständnis für unsere Arbeit und waren sehr interessiert an den Hunden. Manchmal gab es einen Pulk von 50 oder 60Leuten rund um die Suchmannschaft herum, doch das hat den Einsatz nicht gestört.

Was genau hat Ihr Hund Loki gemacht?

Stübling: Mit Loki konnten wir gleich verschiedene Suchen in den eingestürzten Gebäuden durchführen. Insgesamt schätze ich die Zahl der Rettungshunde dort auf zirka 50. Leider hatten viele Gebäude eine Ziegelbau-Bauweise, die die Überlebenschancen minimiert hat, denn es gab keine Hohlräume. Unsere Ergebnisse, die wir mit Hilfe der Hunde bekamen, meldeten wir dann an die lokale Katastrophenschutzbehörde Lema. Doch damit ist eine solche Katastrophe nicht beendet: Anschließend beginnt der Wiederaufbau und die Suche nach Unterkünften, das sind natürlich längere Prozesse. Diese Aufgabe haben wir an unsere Partnerorganisation Help übergeben.

Wie war der Einsatz für den Hund?

Stübling: Für den Hund war die Situation nicht neu, denn er wurde speziell für solche Einsätze ausgebildet. Loki ist durch den deutschen Feuerwehrverband und die internationale Rettungshundeorganisation (IRO) als Auslandstrümmerhund zertifiziert. Auf dem Hinflug mussten die Hunde im Frachtraum mitfliegen, leider durften wir auch am Flughafen in Neu Delhi nicht zu ihnen. Die 24 Stunden in der Box hat Loki gut überstanden und war danach sofort einsatzbereit. Der Hund begreift den Ernst der Lage nicht, es war für ihn wie eine Trainingssituation.

Wie haben Sie Ihren Hund Loki eigentlich bekommen?

Stübling: Loki war acht Wochen alt, als ich ihn bekam. Ich kannte seine größere Schwester aus Jena. Vorher hatte ich aber auch schon andere Hunde. So ein belgischer Schäferhund bringt viel Potenzial mit, inzwischen ist er sieben Jahre alt. Seitdem er zwei Jahre alt ist, ist Loki ein geprüfter Trümmerhund. Ich trainiere zwei Mal in der Woche mit ihm, aber er braucht natürlich auch Freiräume.

Interview: Melanie Höhn

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