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Havelland MAZ-Wahlforum: Viele Fragen, wenig Visionen
Lokales Havelland MAZ-Wahlforum: Viele Fragen, wenig Visionen
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18:58 08.09.2017
Die drei Kandidaten in der Fragestunde. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Nauen

„Wie im Fernsehen“, sagte eine Besucherin nach dem MAZ-Talk zur Nauener Bürgermeisterwahl. Sie meinte es anerkennend für die kurzweilige Präsentation der Veranstaltung. Vielleicht war das „wie im Fernsehen“ aber auch ein wenig auf die Unverbindlichkeit und Austauschbarkeit der drei Bewerber bezogen.

Eckart Johlige will langsames Wachstum. Quelle: Tanja M. Marotzke

Der Theatersaal des da-Vinci-Campus’ war Donnerstagabend mit 120 Besuchern aller Altersklassen voll besetzt. Sie wollten sich von Oliver Kratzsch (SPD), Eckart Johlige (CDU) und Manuel Meger (Ländliche Wählergemeinschaft Nauen) ein Bild machen.

Benno Rougk, Redaktionsleiter des Regionalverlages Brandenburg, und Andreas Kaatz, Redakteur der MAZ-Lokalredaktion „Der Havelländer“, führten durch das mehr als zweistündige Gespräch. Dabei zeigten sich die Kandidaten durchaus offen bei den eher persönlichen Fragen. Bei „größter Fehler“ traute sich allerdings nur Oliver Kratzsch, einen zuzugeben, nämlich, mit dem Rauchen angefangen zu haben. Manuel Meger blieb da eher stumm, Eckart Johlige – der ja einige private und parteipolitische Schleifen in seinem Leben gedreht hat – gab sich zufrieden: „Ich ruhe in mir.“

Oliver Kratzsch sieht inzwischen auch Handlungsbedarf bei Kitas. Quelle: Tanja M. Marotzke

Bei der Frage nach dem Lieblingslied fiel dem SPD-Mann nichts ein, da wusste Manuel Meger von Bernd Klüwers „Junge mit der Mundharmonika“ zu schwärmen und Eckart Johlige von Liedern, gesungen von Frauen mit tiefen Stimmen, wie Zarah Leander.

Munter ging es in diesem Frageteil hin und her, etwas weniger munter dann bei den inhaltlichen Fragen. Denn da herrschte erst einmal große Einigkeit, als es um die Kinderbetreuung in Nauen ging. Das nannten alle drei als eines ihrer Schwerpunktthemen, sollten sie den bisherigen Amtsinhaber Detlef Fleischmann (SPD) beerben. Ja, Nauen brauche eine neue Kita. Und nicht nur eine neue müsse gebaut werden, sagte Manuel Meger, es müssten alle Kitas angeschaut und eine Art Sanierungsmasterplan – ähnlich wie bei der Feuerwehr – erstellt werden.

Manuel Meger will die Ortsteile mehr mit einbeziehen. Quelle: Tanja M. Marotzke

Die Stadt wächst – wo soll sie hinwachsen? Welche Visionen haben die drei Männer für Nauen? 20 000 Einwohner? 30 000 Einwohner? Oder mehr? Wo ist Schluss? Alle drei stehen für das Wachstum, sehen Nauen als Teil des Speckgürtels, wenn auch als seinen Rand. „Wir werden keinen wegschicken“, sagte Meger. Ja zu weiterem Wachstum sagte auch Oliver Kratzsch, „es muss aber auch die soziale Infrastruktur mitwachsen“. Wachstum ja, aber „maßvoll, bedächtig, langsam“, sagte Eckart Johlige. In den jetzt auf den Weg gebrachten Bauprojekten gehe es ja eher um „hochpreisige“ Wohnungen. „Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum“, forderte der CDU-Mann, „da muss die öffentliche Hand aktiv werden.“ Hier hakte Moderator Benno Rougk nach, alle drei Kandidaten seien ja auch Abgeordnete, was hätten sie denn in der Sache bisher gemacht? Stille. Erst nach einer Weile meinte Eckart Johlige: „Wir sind Freizeitpolitiker und stehen nicht in der Verantwortung.“ Auch Manuel Meger teilte diese Sicht von der Rolle der Volksvertreter mit einem „Wir sind ehrenamtlich, die Verwaltung hat nicht gehandelt.“ Da dürfen noch- mal grundsätzlich Gespräche über die Rolle von Volksvertretung und Verwaltung geführt werden.

Dass manchmal der Spielrahmen von beiden begrenzt ist, zeigte sich bei Themen wie dem leerstehenden einstigen Kino „Theater der Freundschaft“, das in Privatbesitz ist und heute das Stadtzentrum verschandelt, oder bei der möglichen Öffnung des Bahnhofs von Groß Behnitz.

Viele Themen kamen an dem Abend zur Sprache. Allerdings richtete keiner der Besucher oder Mitbewerber an Manuel Meger die Frage, wie er zur AfD-Wahlempfehlung für seine Bewerbung stehe. MAZ-Leser hatten zuvor per E-Mail durchaus danach gefragt und Benno Rougk reichte die Frage schließlich weiter. Manuel Meger distanzierte sich nicht von der politischen Schützenhilfe, das wäre die demokratische Entscheidung des AfD-Ortsvereins gewesen, meinte er. Das sorgte dann nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung noch für die eine oder andere Diskussion.

Von Marlies Schnaibel

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