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Havelland Fünf Kandidaten auf dem Prüfstand
Lokales Havelland Fünf Kandidaten auf dem Prüfstand
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16:41 23.09.2015
Gut gefüllte Reihen am Dienstagabend in der Falkenseer Kant- Schule – rund 160 Besucher kamen zum MAZ-Wahlforum. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

Auf die schwierige Frage: „Wem gönnen Sie den Sieg, falls Sie nicht gewinnen?“ wusste Ursula Nonnemacher sofort eine Antwort: „Den gönne ich Norbert Kunz, er hat den Wahlkampf sehr bereichert, vor allem durch den Mega-Slogan: Wir wählen keinen Bademeister, sondern einen Bürgermeister.“ Der launige Spruch zielte auf ein Thema, das die Stadt und den Wahlkampf in Falkensee prägte. Und das auch am Dienstagabend auf dem MAZ-Wahlforum zur Sprache kam.

Auf den Zahn gefühlt

Die MAZ hatte die fünf Bürgermeisterkandidaten eingeladen, um sich von den Lesern auf den Zahn fühlen zu lassen. Die Grünen-Politikerin Ursula Nonnemacher ärgerte sich, dass der Amtsinhaber seinen Wahlkampf mit „Ich baue euch ein Bad“ führt, man solle doch vorher genau Standort, Varianten, Kosten und Zuschüsse prüfen. Gegen diese „Bedenkenträgerei“ wandte sich dann Norbert Kunz von den Linken, seine Partei ist klar für ein Hallenbad und sieht in Falkensee auch die finanzielle Kraft dafür. Heiko Müller (SPD) wandte sich gegen den Vorwurf, er würde etwas versprechen, aber er wolle klar sagen, wofür er stehe: „Ein Hallenbad passt in die Stadt. Wir suchen nach Wegen, es zu tun.“ Andreas Breinlich (AfD) hat ein anderes Konzept: Er will kein Hallenbad, sondern eine Erlebnis-Wellness-Therme, die später ohne städtische Zuschüsse arbeiten soll.

Von Asylbewerberheim bis Nordumfahrung

Nach einer munteren Warm-up-runde ging es mit den fünf Kandidaten ebenso munter weiter. Frank Pawlowski, Geschäftsführer des Regionalverlages „Havelland“ der MAZ, und MAZ-Redaktionsleiter Stefan Kuschel moderierten den Abend und stellte den Kandidaten Fragen von Asylbewerberheim bis Nordumfahrung. „Die Nordumfahrung würde keine Entlastung bringen,sondern das Problem am Spandauer Damm noch verschärfen“, sagte Barbara Richstein (CDU), sie will sich eher für die Fortführung des Brunsbüttler Damms einsetzen.

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Am kommenden Sonntag wird in Falkensee ein neuer Bürgermeister gewählt. Das Ergebnis wird mit Spannung erwartet. Am Dienstagabend haben sich die fünf Kandidaten beim MAZ-Wahlforum Fragen zu heiß diskutierten Themen in der Gartenstadt und einer Publikumswahl gestellt.

Mit einer Ein-Minuten-Wahlkampf-Rede konnten die fünf Kandidaten punkten, ehe die Leser ausführlich Gelegenheit hatten, ihre Fragen zu stellen. Die drehten sich dann gar nicht um S-Bahn, Hallenbad oder Nordumfahrung, sondern um andere Dinge.

Fragen aus dem Publikum

Christoph Böhmer ergriff als erster das Mikrofon, als Vater von drei Kindern wollte er von den Kandidaten wissen, was sie für Arbeitsplätze in der Stadt tun wollen, um den Kindern eine Zukunft in Falkensee zugeben. Die Antwort fiel ziemlich einhellig aus: Keine Ansiedlung von Großindustrie, sondern das Setzen auf die kleinteilige Karte von Dienstleistungen, Kreativwirtschaft, Gastronomie. „Eine Fachschule würde gut nach Falkensee passen“, regte Ursula Nonnemacher an.

Guido Hildebrandt ist Lehrer an der Kant-Gesamtschule und fragte zur Schulpolitik. Eine neue Schule, so auch hier der gemeinsame Tenor, würde Falkensee wohl nicht brauchen, aber die Umgestaltung der Oberschule in der Lessingstraße zu einer zweiten Gesamtschule ist eine Option, die von den Grünen eingebracht wurde.

Riesenproblem „Rathaus“

Das Rathaus ist eine Zumutung für gehbehinderte Menschen, bemängelte eine ältere Besucherin. „Ja, das ist ein Riesenproblem“, bestätigte Heiko Müller, seit fünf Jahren wird an dem Umbau gearbeitet, zumindest auf dem Papier, im Herbst soll es endlich richtig losgehen, dann erhält das alte Rathaus einen Anbau mit Fahrstuhl.

Baumschutz in der Gartenstadt

Direkt an den Bürgermeister wandte sich auch Hans-Herbert Lange. Er wollte wissen, warum Heiko Müller gegen eine Verschärfung der Baumschutzsatzung sei, wo doch die Stadt so viele Bäume verliere. „Im öffentlichen Raum werden mehr Bäume gepflanzt als gefällt“, stellte der Bürgermeister klar, aber auf Privatgrundstücken sehe das oft anders aus. Hier habe sich die bestehende Baumschutzsatzung eher als kon-traproduktiv erwiesen, weil sich Leute nicht mehr trauen, einen Baum zu pflanzen wegen späterer möglicher Auflagen. „Da müssen wir sehen, ob wir die Satzung verändern können, denn wir alle wollen eine grüne Stadt.“

Kampf um Prozente

Am Sonntag, dem 27. September, wird in Falkensee ein Bürgermeister gewählt. Sollte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit und das Quorum von 15 Prozent aller Wahlberechtigten erhalten, ist für den 11. Oktober eine Stichwahl geplant.

Bürgermeister werden in Brandenburg seit 1993 direkt gewählt. Vor acht Jahren hatte Heiko Müller (SPD) im ersten Wahlgang 53,32 Prozent bekommen und sich klar von den anderen Bewerbern Daniela Zießnitz (CDU) 22,14 Prozent, Mike Krüger (Einzelbewerber) 11,47 Prozent, Dietmar Strehl (Grüne) 9,47 Prozent und Torsten Bathmann (FDP) 3,59 Prozent gewonnen.

Die Wahl war nötig geworden, weil Amtsinhaber Jürgen Bigalke 65 Jahre alt wurde. Der Sozialdemokrat war seit 1990 Bürgermeister in Falkensee. 2001 hatte er die Wahl mit 53,83 Prozent gewonnen, er siegte damals vor Roger Lewandowski (CDU) mit 35,10 Prozent und Klaus-Ulrich Mosel (Grüne) mit 11,07 Prozent.

Eine Reihe Fragen wurden gestellt: Wie soll die Innenstadt gestaltet werden? Wie nachhaltig ist das Gerede von der Bürgerbeteiligung? Was passiert mit den Straßen, die in den Neunziger Jahren mit Asbestschotter gebaut und überasphaltiert wurden? Was tun Sie für mehr Polizeipräsenz?

Professionelle Unterstützung für die Willkommensinitiative

Zur Frage von Jürgen Karstaedt haben sich dann alle fünf Kandidaten geäußert. Der Falkenseer wollte wissen, ob die Stadt – ähnlich wie in Brieselang angekündigt – eine professionelle Unterstützung für die Willkommensinitiative schaffen könne. Kunz, Nonnemacher, Richstein, alle sagten ja zu so einer Stelle. Auch der AfD-Mann stimmte zu, wenn der Bund bezahlt. Heiko Müller erklärte, dass so eine Brücke im Aufbau sei, über das Demokratieprojekt stehen Personal- und Projektmittel für eine halbe Planstelle und das für viereinhalb Jahre zur Verfügung.

Von Marlies Schnaibel

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