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Magische Welt aus Eis und Schnee

Elstal Magische Welt aus Eis und Schnee

Bei Eiseskälte rackern derzeit 22 Künstler aus zwölf Ländern in der großen Halle in Karls Erlebnisdorf (Havelland). Seit knapp zwei Wochen erschaffen sie eine magische Eiswelt, die ab dem 3. Dezember unter dem Motto „Helden der Kindheit“ für alle großen und kleinen Besucher geöffnet ist.

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Andrey Molokov aus der Tschuwaschischen Republik sorgt für Ecken und Kanten in der Lego-Welt.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Elstal. Die Schneemaschine läuft auf Hochtouren, Eisblöcke stapeln sich in jeder freien Ecke und warten auf ihre Verarbeitung. Niall Magee aus Irland formt mit einem kleinen Meißel das Gesicht eines überdimensionalen Teletubbies, Vadim Polin aus Russland arbeitet hoch konzentriert an einer dickbäuchigen Matroschka. Es schabt, klopft und hämmert, ab und zu heult kurz die Motorsäge auf.

Es ist Halbzeit in der rund 2000 Quadratmeter großen Halle in Karls Erlebnisdorf. Seit knapp zwei Wochen erschaffen hier 22 Künstler und Bildhauer aus insgesamt zwölf Ländern eine magische Eiswelt, die ab dem 3. Dezember für alle großen und kleinen Besucher geöffnet ist. „In diesem Jahr konnten wir sogar einen echten Meister für das Projekt gewinnen. Junichi Nakamura aus Japan ist mehrfach für seine Werke ausgezeichnet worden und gehört zu den weltbesten Eiskünstlern“, so Projektleiter Othmar Schiffer-Belz, der bereits die erste Elstaler Eiszeit mitgestaltete. „Jeder hat einen Helden der Kindheit und für jedes Alter ist etwas dabei. Die Besucher betreten immer neue Welten und können sich von den sehr unterschiedlichen Arbeiten überraschen lassen“, so Schiffer-Belz.

Einmal nicht aufgepasst und schon auf einem Legostein ausgerutscht – Aleksei Tatarinov aus Russland

Einmal nicht aufgepasst und schon auf einem Legostein ausgerutscht – Aleksei Tatarinov aus Russland.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Torbögen ganz aus Schnee werden die Kunstwerke verbinden. Eben erstrahlt noch Junichi Nakamuras Eisprinzessin in einem märchenhaften Glanz und schon tut sich die nicht minder beeindruckende Gruselwelt von David Diatta aus dem Senegal auf. „Ich war bereits im vergangenen Jahr mit dabei und freue mich sehr, wieder hier zu sein. Es herrscht eine tolle und total kreative Stimmung“, so Diatta, der dick eingemummelt letzte Hand an die Burg ganz aus schwarzem Eis legt. „Bei dieser Ausstellung arbeiten wir viel mehr mit Farbe. Das passt zum Motto und macht die Verwandlung zur Kinderwelt perfekt“, so Projektleiter Schiffer-Belz, der die Eisblöcke unterschiedlicher Größen und Farben aus einer Firma in Polen bezieht. „Die kleineren Blöcke wiegen 130 Kilo, ein großer bringt eine ganze Tonne auf die Waage. Wir verkleben sie lediglich mit Wasser und Kälte“, sagt Othmar Schiffer-Belz. „Für einen 130-Kilo-Block aus durchsichtigem Eis braucht man etwa 85 Stunden, da das Wasser immer in Bewegung bleiben muss. Die Firma hat bereits im März mit unserem Auftrag begonnen“, so der Projektleiter weiter. 15 Helfer unterstützen die Eiskünstler bei ihrer Arbeit. „Alleine wäre das gar nicht zu schaffen in der kurzen Zeit. Es ist jetzt schon ziemlich knapp, aber ich bin mir sicher, dass wir es bis zum Eröffnungstermin schaffen werden“, sagt Schiffer-Belz.

Er erschafft eine gruselige Welt aus Eis – David Diatta aus Senegal

Er erschafft eine gruselige Welt aus Eis – David Diatta aus Senegal.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Dann trifft Origami auf Sherlock Holmes, Lego und Superhelden. Francesca Cosma begutachtet ihren Batman und scheint zufrieden. Bei zehn Grad minus zu arbeiten, macht der Italienerin nichts aus. „Die Halle bietet perfekte Bedingungen. Die Temperatur ist konstant, es ist nicht windig und regnet auch nicht – so macht die Arbeit Spaß“, sagt die Künstlerin. Für die großen Besucher gibt es am Kasperletheater, das kurzerhand zu einer Bar umfunktioniert wird, Erfrischungen. Kinder können die Eiswelt sogar in Beschlag nehmen. Im Zentrum der Ausstellung steht der überlebensgroße Teddybär von Ivan Loktiukhin aus Russland. Er ist von einer großen Rutsche umgeben, die nur auf die mutigen Rodler wartet. Im Kaleidoskop wird mit Licht und optischen Täuschungen gearbeitet – hier ist Gleichgewichtssinn gefragt. Auf der Murmelbahn, die mal einem Riesen gehört haben muss, wird jeder Besucher selbst zur Murmel. Teppichboden bewahrt die Eiswelt-Besucher vor dem Sturz, die richtige Beleuchtung setzt die Eisskulpturen in Szene.

Hier ist der Meister Junichi Nakamura aus Japan am Werk

Hier ist der Meister Junichi Nakamura aus Japan am Werk. Seine Eisprinzessin ist beeindruckend.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Bis zum Feinschliff sind es noch knapp zwei Wochen, in denen bei Karls geschliffen, gemeißelt und gekratzt wird. Elf Monate lang ist die Eiswelt dann zu bewundern, auch im Sommer. „Die Halle wurde extra für unsere Zwecke konzipiert und ist komplett unabhängig von der Außenwelt“, so Othmar Schiffer-Belz. Mit der Wärme, die in der Kühlung entsteht, sorgt die Eiswelt sogar für warme Räume im Marktbereich des Erlebnisdorfes.

Und wer nach dem Besuch der Eiswelt so richtig durchgefroren ist, kann sich direkt im Anschluss beim gemeinsamen Schlittschuhlaufen aufwärmen.

Von Laura Sander

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